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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021


Pollucit

Pollucit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: pollucite | französisch: pollucite


Castor und Pollux und zwei Mineralien

Das Mineral Pollucit wurde erstmals im Jahr 1846 von August Breithaupt (1791 bis 1873) in seinen Ausführungen über "Kastor und Pollux" beschrieben. Der deutsche Mineraloge erwähnt, dass die zuerst in San Piero auf der Insel Elba/Italien "kommen nicht allein zusammen vor, sondern sie haben auch in ihrer äußeren Erscheinung (...) so viel Aehnlichkeit mit einander, daß ich ihnen ihres gleichsam brüderlichen Verhaltens wegen die obigen Namen beilegte".
Tatsächlich greift Breithaupt bei der Namensgebung des Minerals Pollucit das Geschwisterpaar der griechischen Mythologie auf – Castor und Pollux, wobei Castor für das Mineral Petalit steht, das stets zusammen mit Pollucit zu finden ist.


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Eigenschaften von Pollucit

Pollucit ist mit der chemischen Zusammensetzung (Cs,Na)2Al2Si4O12 · H2O ein Vertreter der Mineralklasse der Silikate und innerhalb derer ein kristallwasserhaltiges Mineral der Zeolithgruppe, spezieller: Würfelzeolithe.

Die Farbe von Pollucit ist farblos - weshalb der Vergleich mit dem Quarzmineral Bergkristall aufkommt, weiß, kann aber auch in sehr hellen Blau-, Grau-, Violett- oder Rosatönen.
Die Strichfarbe von Pollucit ist weiß.

Pollucit kristallisiert im kubischen Kristallsystem; die Kristalle sind würfel- oder trapezförmig, erscheinen als massige oder körnige Aggregate.

Der Glanz des Zeolith-Minerals ist glasartig bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Der Bruch von Pollucit ist uneben bis muschelig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden.

Die Mohshärte von Pollucit beträgt 6,5 bis 7 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839), die Dichte wird mit 2,9 g/cm³ angegeben.


Entstehung und Verbreitung von Pollucit

Pollucit ist ein Mineral magmatischen Ursprungs, kann aber hydrothermal gebildet werden, insbesondere in Pegmatiten.
Begleitende Minerale sind unter anderem Albit, Amblygonit, Apatit, Elbait, Kassiterit, Mikroklin, Muskovit, Petalit und Spodumen.

Nennenswerte Pollucit-Vorkommen befinden sich unter anderem in Västerbotten und Södermanland/Schweden; Finnland; Halbinsel Kola und Ostsibirien/Russland; Devon/England; Mähren/Tschechien; Afghanistan; Pakistan; Erongo/Namibia; Südwesten von Australien; Minas Gerais/Brasilien; Kalifornien, Colorado, Arizona, Wisconsin, Connecticut und Maine/USA sowie La Corne und Manitoba/Kanada.


Verwendung und Bedeutung von Pollucit

Pollucit wird vor allem für die Gewinnung von Cäsium genutzt, kommt aber auch in der Porzellanherstellung zum Einsatz.


Nachweis von Pollucit

Pollucit fluoresziert unter kurzwelligem UV-Licht cremeweiß bis grünblau, unter langwelligem UV-Licht zeigt sich eine orangefarbene Fluoreszenz.


Siehe auch:
Zeolithe - Minerale im Einsatz gegen Radioaktivität
Industrieminerale
Seltene Erden


Quellen:
⇒ Breithaupt, A. (1846): Kastor und Pollux. IN: Annalen der Physik und Chemie, 1846
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
www.mindat.org
www.handbookofmineralogy.org

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