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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 16.04.2020


Leukosaphir

Leukosaphir - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: leuco sapphire

Leukosaphir - Weißer Saphir

Eine der ältesten Beschreibungen des Minerals Leukosaphir stammt aus dem Jahr 1806. Der britische Chemiker William Nicholson (1753 bis 1815) führt die Farbe weiß als eine der möglichen Farben von Saphiren auf – d.h., der Name Leukosaphir bezieht sich direkt auf die Farbe des Minerals. Leuko wird aus dem Griechischen mit weiß übersetzt, weshalb Leukosaphir wortwörtlich weißer Saphir bedeutet.


Eigenschaften von Leukosaphir

Leukosaphir ist die reinste Form von Korund – eine Gruppe von Mineralien, die neben Leukosaphir auch rote Rubine und blaue Saphire umfasst. Während Rubin Spuren von farbgebendem Chrom aufweist und die Farbe von Saphir ursächlich mit Eisen, Titan und Kobalt begründet wird, sind bei Leukosaphir keinerlei „Verunreinigungen“ vorhanden.

Chemisch betrachtet handelt es sich bei Leukosaphir aufgrund der Zusammensetzung Al2O3 um ein Mineral, das der Klasse der Oxidmineralien zugeordnet wird.

Die Farbe von Leukosaphir ist farblos bis weiß, vor allem im geschliffenen Zustand wirkt der Stein leuchtend weiß und wird deshalb mitunter als weißer Saphir gehandelt.
Aufgrund der Farbe und des Glanzes liegt deshalb die Verwechslung insbesondere mit Diamanten, Weißtopas und Petalit nahe.
Die Strichfarbe von Leukosaphir, d.h, der pulverisierte Abrieb, der entsteht, wenn ein Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird, ist weiß.

Leukosaphir kristallisiert dem trigonalen Kristallsystem folgend und bildet tafelige, pyramidale und rhomboedrische Kristalle. Die Aggregate sind körnig bis massig.

Leukosaphir zeichnet sich durch eine durchsichtige bis durchscheinende Transparenz bei glas- oder diamantartigem Glanz aus. Vor allem geschliffener Leukosaphir gleicht Diamanten. Bereits 1887 schrieb der österreichische Geograph Friedrich Otto Wünsche: „Der Leukosaphir hat wegen seines starken Glanzes sehr viel Ähnlichkeit mit dem Diamant“.
Der Bruch der Korund-Varietät ist muschelig bis splittrig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden.

Die Mohshärte von Leukosaphir beträgt auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem deutschen Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) 9, sodass der Leukosaphir als Edelstein bezeichnet werden darf. Eine der wichtigsten Eigenschaften von Edelsteinen ist die Härte; lediglich Mineralien, deren Mohshärte höher als 7 ist, werden als Edelstein definiert. Die Dichte des Aluminiumoxids wird mit 3,9 bis 4,1 g/cm³ angegeben.


Entstehung und Verbreitung von Leukosaphir

Die Entstehung von Leukosaphir kann unter magmatischen wie auch metamorphen Verhältnissen stattfinden, sodass das Mineral sowohl aus aluminiumreichen Silikatschmelzen auskristallisiert, aber auch im Zuge von metamorphen Vorgängen, bspw. Gebirgsbildung oder tektonischen Prozessen (z.B. Erdbeben) entstehen kann.

Bedeutende Vorkommen von Leukosaphir befinden sich in u.a. Norwegen; Finnland; Schottland; Irland; England; Frankreich; Deutschland; Tessin/Schweiz; Griechenland; Slowakei; Russland; Kenia; Malawi; Tansania; Mosambik; Südafrika; Madagaskar; Afghanistan; Pakistan; Indien; Sri Lanka; Burma; Kambodscha; China; Australien; Neuseeland sowie in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Leukosaphir

Leukosaphir wird in erster Linie zu Schmuck verarbeitet, oftmals auch als Begleitstein mit anderen Farbedelsteinen kombiniert.

Daneben wird Leukosaphir als Grundlage zum Umfärben in Saphire eingesetzt. Vor allem Steine mit trüber Transparenz werden durch die sog. Diffusionsbehandlung in blaue Saphire umgewandelt.

Außerdem wird Leukosaphir als Heilstein verkauft, ohne dass die Heilwirkung von Leukosaphiren in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt werden konnte.


Auch interessant:
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Der Wert von Saphir


Quellen:
⇒ Nicholson, W. (1808): A Dictionary of Practical and Theoretical Chemistry: With Its Application to the Arts and Manufactures, and to the Explanation of the Phenomena of Nature: including throughout the latest Discoveries, and the present state of knowledge on those subjects
⇒ Wünsche, F. O. (1887): Das Mineralreich
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Hochleitner, R. (2017): Welcher Stein ist das? Kosmos-Naturführer. Über 350 Mineralien, Edelsteine und Gesteine. Franckh Kosmos Verlag

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