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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 09.06.2021


Hemimorphit

Hemimorphit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: hemimorphite | französisch: hémimorphite


hemimorfita - Aufnahme des Minerals
Hemimorphit

Hemimorphit und Kieselzinkerz

Der Name Hemimorphit wurde 1853 in Anlehnung an die Kristalle des Minerals gewählt. Der aus dem Altgriechischen stammende Name wird mit halbe Gestalt übersetzt und verweist auf die Form der Kristalle, die innerhalb eines Kristalls unterschiedlich sein kann. Namensgeber des Minerals ist der deutsche Mineraloge Gustav Adolf Kenngott (1818 bis 1897).
Zuvor war das Mineral unter den Namen Kieselzinkerz und Galmei bekannt; mit der Bezeichnung Hemimorphit wollte Kenngott insbesondere mit Smithsonit, das ebenfalls unter dem Begriff Galmei gelistet wurde, vermeiden.


Eigenschaften von Hemimorphit

Das Mineral Hemimorphit ist mit der chemischen Zusammensetzung Zn4Si2O7(OH2)·2H2O der Mineralklasse der Silikate zugehörig.

Die Farbe des allochromatischen Minerals variiert zwischen blau und blaugrün, farblos, weiß, gelb, grau und braun.
Die Strichfarbe von Hemimorphit ist stets weiß.

Hemimorphit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem, ausgebildet werden kleine, aufgewachsene und dicktafelige Kristalle, die eine Riefung – vertikale Streifen - aufweisen. Die Aggregate sind nadelig, stengelig, faserig, blättrig, massig, traubenförmig oder kompakt.

Das Mineral weist Glas- bis Seidenglanz auf, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Die Spaltbarkeit ist vollkommen, der Bruch muschelig-spröde.

Hemimorphit ist mit einer Mohshärte von 4,5 bis 5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) ein mittelhartes Mineral; die Dichte beträgt 2,8 bis 3,5 g/cm³.


Hemimorphit Foto
Hemimorphit-Kristalle

Entstehung und Verbreitung von Hemimorphit

Hemimorphit ist ein Sekundärmineral, das aus der Überprägung von zinkhaltigen Gesteinen mit Flußsäure hervorgeht, daher auch die alternative Bezeichnung Kieselzinkerz. Das Silikat ist mitunter auch in Kalksteinen und Schiefern enthalten.

Begleitminerale von Hemimorphit sind u.a. Vertreter der Granatgruppe, Vesuvianit, Quarz, Galenit, Calcit, Türkis, Malachit, Aurichalcit, Cerussit, Zinkblende, Limonit, Anglesit und Smithsonit. Vergesellschaftungen von Hemimorphit und Smithsonit werden Galmeierz genannt.

Nennenswerte Vorkommen von Hemimorphit befinden sich in Grönland; Schweden; Schottland; Irland; England; Frankreich; Belgien; Goslar, Sauerland, Eifel, Oden- und Schwarzwald/Deutschland; Schweiz; Österreich; Spanien; Italien; Tschechien; Slowakei; Ungarn; Griechenland; Namibia; Iran; Kasachstan; Iran; Indien; Thailand; China; Japan; Australien; Argentinien; Chile; Bolivien; Mexiko und in den USA.


hemimorphite - Mineral und Kristalle

Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Tremolith und Pektolith.


Verwendung und Bedeutung von Hemimorphit

Bedingt durch den Zinkanteil von 52,4 % stellt Hemimorphit ein bedeutendes Zinkerz dar. Zudem werden aus Hemimorphit Schmuck und Gegenstände des Kunstgewerbes gefertigt. Auch in der Kosmetikindustrie und Pharmazie findet Hemimorphit als entzündungshemmendes Kalamin/Zinkoxid) Einsatz.

Daneben wird Hemimorphit als Heilstein verkauft, dessen Wirkung wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden konnte.


Nachweis von Hemimorphit

Hemimorphit fluoresziert in langwelligem UV-Licht rosa und in kurzwelligem Licht Hemimorphit grün. Weiterhin zeigt das Mineral piezo- und pyroelektrische Effekte, d.h Hemimorphit lädt sich bei Druckbelastung oder Temperaturerhöhung durch Reibung elektrostatisch auf.
Wird Hemimorphit in abgeschlossenen Röhrchen erhitzt, ist die Abgabe von Kristallwasser zu beobachten. Bei Kontakt mit Säure löst sich das Mineral auf, zeitgleich wird die entstehende Lösung gelb.


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Siehe auch:
Kristallwasser
Mineralien bestimmen
Zeolithe - Mineralein im Einsatz gegen Radioaktivität


Quellen:
⇒ Kenngott, A. (1853): Hemimorphit. IN: Das Mohs’sche Mineralsystem dem gegenwärtigen Standpunkte der Wissenschaft gemäss
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
www.mindat.org - hemimorphite

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