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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 16.09.2020


Biotit

Biotit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: biotite | französisch: biotite


Biotit - Aufnahme des Minerals
Biotit

Biotit - Ein Dunkelglimmer

Das Mineral Biotit wurde nach Jean-Baptiste Biot (1774 bis 1862) benannt. Der französische Physiker entdeckte als erster, dass es Unterschiede zwischen den Mineralien der Glimmergruppe gibt.

So schreibt Biot 1825: "Unter den Substanzen, welche die Mineralogen in eine einzige Klasse unter dem generischen Glimmer (Mica) vereinigt haben, giebt es viele von sehr verschiedener chemischer Zusammensetzung".

Eine Erkenntnis, die Johann Friedrich Ludwig Hausmann (1782 bis 1859, Mineraloge) im Jahr 1847 veranlasste, das Mineral Biotit zu nennen: "Zur Bezeichnung des sogenannten einachsigen Glimmers ist hier der Name Biotit gewählt worden, um daran zu erinnern, dass Biot es war, der zuerst auf die optische Verschiedenheit der Glimmerarten aufmerksam machte".


Eigenschaften von Biotit

Biotit zählt mit der chemischen Zusammensetzung K(Mg,Fe)3AlSi3O10(OH,F)2 zur Mineralklasse der Silikate.
Innerhalb der Silikatminerale wird Biotit der Glimmergruppe zugeordnet und stellt ein Mischkristall, bestehend aus Annit und Phlogopit, dar.
Aus diesem Grund wurde Biotit 1999 auch der Status als eigenständiges Mineral von der International Mineralogical Association (IMA) aberkannt.

Hinsichtlich der verschiedenen Glimmer wird zwischen hellen, aluminiumreichen und dunklen, magnesium- und eisenreichen Varianten unterschieden. Biotit ist das Paradebeispiel für einen Dunkelglimmer, Muskovit steht häufig exemplarisch als Vertreter für die Hellglimmer.

Die Farbe von Biotit ist dunkelgrau, schwarz, dunkelbraun oder –grün, stets wie für Glimmerminerale typisch schimmernd.
Die Strichfarbe von Biotit ist weiß.

Das Silikatmineral kristallisiert im monoklinen Kristallsystem, bildet tafelige, hexagonale Kristalle aus.

Der Bruch von Biotit ist uneben, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen. Die entsprechenden Spaltblättchen zeichnen sich durch eine besonders hohe Elastizität aus.

Der Glanz von Biotit ist glasartig, auf Spaltflächen auch Perlmuttglanz, die Transparenz kann durchsichtig, durchscheinend bis undurchsichtig sein.

Biotit zählt mit einer Mohshärte von 2,5 bis 3 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) zu den weicheren Mineralen, die Dichte beträgt 2,7 bis 3,4 g/cm³.


Biotite Foto
Dunkelglimmer Biotit

Entstehung und Verbreitung von Biotit

Biotit ist ein Mineral magmatischen und metamorphen Ursprungs und kristallisiert bei Temperaturen um 700 °C aus.

Als Gemengteil ist Biotit Bestandteil vieler vorwiegend magmatischer und metamorpher Gesteine, wie z.B. Gneis, Granit, Trondhjemit, Foidolith, Migmatit, Granodiorit, Gabbro und Glimmerschiefer.
Sedimentgesteine enthalten nur in Ausnahmefällen Biotit, insofern das Mineral nicht sehr verwitterungsbeständig ist.

Biotit ist der am häufigsten verbreitete Vertreter der Glimmergruppe.

Bedeutende Vorkommen von Biotit wurden u.a. in Grönland; Norwegen; Schweden; Schottland; England; Frankreich; Erzgebirge, Oberpfälzer Wald, Spessart, Schwarzwald, Siebengebirge, Eifel/Deutschland; Binntal, Galenstock, Castione/Schweiz; Hohe Tauern, Saalfelden, Leoben, Fischerbacher Alpen, Burgenland, Waldvierteil/Österreich; Portugal; Spanien; Italien; Tschechien; Slowakei; Rumänien; Bulgarien; Griechenland; Türkei; Marokko; Mali; Äthiopien; Nigeria; südliches Afrika; SO-Asien; Australien und Neuseeland; Süd-, Mittel- und Nordamerika belegt.


Verwendung von Biotit

Biotit ist von keinerlei wirtschaftlicher Bedeutung, in Sammlungen hat das Mineral einen hohen Stellenwert.

Für Geologen ist Biotit von besonderem Interesse, da Biotit ein Leitmineral der Metamorphose ist, anhand dessen Rückschlüsse auf den Grad der Gesteinsumwandlung gezogen werden können. In Metamorphiten enthaltener Biotit deutet auf hohe Druck- und Temperaturverhältnisse hin.


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Nachweis von Biotit

Biotit fluoresziert nicht, zeigt aber braunen, rot- bis gelbbraunen Pleochroismus. Der dunkle Glimmer löst sich in konzentrierter Salzsäure auf.


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Quellen:
⇒ Biot, J.-B. (1825): Lehrbuch der Experimental-Physik oder Erfahrungs-Naturlehre
⇒ Hausmann, J. F. L. (1847): Handbuch der Mineralogie
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.mindat.org/min-677.html
- www.handbookofmineralogy.org/pdfs/biotite.pdf

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