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Barockperlen - Außergewöhnliche Perlen



Perlen sind ein zeitloser Klassiker. Ob als Ohrschmuck, Perlenkette oder Kettenanhänger, Ring oder Armband – Perlen kommen nie aus der Mode. Galten runde Perlen lange Zeit als das Nonplusultra, erobert zunehmend eine besondere Perlenform die Auslagen von Schmuckläden und Juwelieren: Barockperlen.

Definition Barockperle

Barockperlen sind Perlen, die nicht kugelrund sind, sondern eine asymmetrische Gestalt aufweisen. Die Form von Barockperlen ist sehr abwechslungsreich und einzigartig: eiförmig, gedellt, klumpig, tropfenförmig oder erdnussartig.
Auch wenn aufgrund des Namens die Vermutung nahe liegt, dass ein Zusammenhang zur Epoche des Barocks (ca. 1650 bis 1760/70) besteht, stammt das Wort „barock“ vielmehr aus dem Französischen und wird mit eigenartig oder verschroben übersetzt – angelehnt an die außergewöhnliche Form der Perlen.


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Die Farbe von Barockperlen

Barockperlen existieren in den gleichen Farben wie herkömmliche Perlen in weiß, creme, elfenbeinfarben, zartrosé, rosa, violett, pfirsischfarben, rot, silber, grau, blau, anthrazit oder schwarz.
Hinzu kommt als wesentliches Merkmal von Perlen der Lüster: das einmalige Glänzen auf der Perlenoberfläche, wenn Licht auf diese trifft und reflektiert wird.


Die Entstehung von Barockperlen

Barockperlen sind eine Laune der Natur. Vor allem in Tahiti wurden in der Vergangenheit zahlreiche Barockperlen gefunden, die seit Jahrhunderten von den Einwohnern der Insel als Schmuck getragen wurden.
Als Barockperlen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmend beliebter wurden, konnten die natürlichen Vorkommen von Barockperlen die Nachfrage nicht mehr decken, weshalb mit der Züchtung von Barockperlen begonnen wurde.
Die Hauptproduzenten von Barockperlen befinden sich in China, auf den Philippinen, in Australien und auf Französisch Polynesien. In großen Süßwasserfarmen oder in vom salzigen Meerwasser abgetrennten Lagunen reifen innerhalb von einen halben Jahr bis zwölf Monaten in einer Muschel bis zu 50 Barockperlen heran.
Die Vielzahl der in einer Muschel heranwachsenden Barockperlen macht sich auch für den Endverbraucher bemerkbar, denn der Preis von Barockperlen liegt unter dem Wert runder Perlen.
Barockperlen sind vornehmlich kernlose Zuchtperlen, d.h., der Muschel wird nicht wie üblich ein Kern eingesetzt, um den sich das Perlmutt als Reaktion der Muschel auf den Fremdkörper bildet. Bei Barockperlen werden der Muschel durch zahlreiche kleine Einschnitte Epithelzellen (= Gewebeart) anderer Muscheln im Bereich zwischen Mantel und Schale implantiert. Die Muschel reagiert darauf mit der Bildung von Perlmutt. In Salzwasserkulturen können Barockperlen ebenso heranreifen, allerdings wird hierbei ein kegelförmiges Implantat in die Muschel eingepflanzt.
Die Größe der Barockperlen, die über dieses Verfahren gewonnen werden, variiert, sodass die Größe der Perlen zwischen 10 und 25 mm im Durchmesser beträgt.


Schmuck mit Barockperlen

Jede Barockperle ist ein Unikat. Bei der Gestaltung von Barockperlenschmuck wird auf minimalistische Designs gesetzt. Die Perle und ihre ungewöhnliche Form steht im Vordergrund: Barockperlen kommen als Solitär in Ringen, als Anhänger oder Ohrhänger am besten zur Geltung. Daneben werden Colliers angeboten, bei denen viele Barockperlen aufgefädelt wurde oder Cocktailringe mit opulenten Barockperlen als Eyecatcher designt, die teilweise mit Edelsteinen wie Diamanten verziert werden. Nicht zuletzt haben sich Barockperlen als Material für Schmuck für Broschen etabliert.


Die Pflege von Barockperlen

Barockperlen sind empfindlich und neigen mit den Jahren dazu, an Glanz zu verlieren. Die richtige Pflege und der sorgfältige Umgang mit Barockperlen kann dazu betragen, dass die Perlen lange von intensivem Lüster sind.
Zudem sind Barockperlen vergleichsweise weich. Wenn Perlen nicht getragen werden, sollten diese in einem Schmuckkästchen aufbewahrt werden, der mit weichem Stoff ausgekleidet ist. Um zu vermeiden, dass Kratzer oder Schrammen Perlen oberflächlich beschädigen, wird empfohlen, Perlen getrennt von anderem Schmuck aufzubewahren. Ein weiterer Vorteil der lichtgeschützten Aufbewahrung in Schatullen oder Kästchen ist, dass verhindert wird, dass Perlen Hitze ausgesetzt werden. Wenn Perlen an Glanz verlieren, rissig oder stumpf werden, wird das dem Austrocknen des muscheleigenen Proteins Conchin begründet.
Unter dem Einfluss von Schweiß, aggressiven Reinigungsmittelns, Duschgel, Shampoo, Seife, Parfüm oder Haarspray können Perlen ebenso an Glanz verlieren – genau wie sich der Kontakt mit Salz- und Chlorwasser negativ auf den Glanz von Perlen auswirkt.
Zur Reinigung von Perlen genügt ein leicht angefeuchtetes, weiches Tuch (kein Mikrofasertuch), um oberflächliche Verschmutzungen zu entfernen.


Siehe auch:
Höhlenperlen
Grandeln
Amethyst-Schmuck


Quellen:
- Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- Hall, C. (1999): Edelsteine. Das neue kompakte Bestimmungsbuch, Könemann Verlag
- www.museen.uni-hamburg.de
- www.uni-goettingen.de
- www.geowiss.uni.mainz.de

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Letzte Aktualisierung: 4. April 2019

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