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Berühmte Diamanten – Moon of Baroda



Viele der berühmtesten Diamanten der Welt wurden durch ihre Besitzer bekannt. Ein Diamant, der neben Marilyn Monroe (1926 bis 1962) im Hollywood-Klassiker „Blondinen bevorzugt“ die Hauptrolle spielte, ist der Diamant „The Moon of Baroda“.

Der Name „Moon of Baroda“

Die Bezeichnung Moon of Baroda (Mond von Baroda) ist auf die Farbe des Diamanten sowie dessen Herkunft zurückzuführen.
Der Diamant ist von mondgleicher hellgelber Farbe und wurde in Baroda entdeckt. Baroda ist eine Stadt im Westen von Indien, die heute unter dem Namen Vadodara bekannt ist.


Gewicht, Schliff, Reinheit und Farbe des The Moon of Baroda

Der Moon of Baroda ist ein 24,04 Karat (4,808 g) schwerer Diamant, der ungeschliffen ein Gewicht von 25,95 Karat auf die Feinwaage brachte.
Dass die Differenz zwischen dem geschliffenen Stein und dem Rohstein derart gering ist, ist ungewöhnlich. Mit dem Schleifen von Mineralien gehen oftmals viele Karat verloren, was dennoch in Kauf genommen wird, insofern mit dem perfekt gearbeiteten Schliff der Stein erheblich an Wert gewinnt.

Für den Rohdiamanten wurde ein Pear Cut (deutsch: Birnenschliff) ausgewählt – ein tropfenförmiger Schliff, der vor allem bei farblosen und farbigen Edelsteinen mit durchsichtiger Transparenz Anwendung findet, um die Reinheit sowie die Farbe der Steine zu betonen.

Die Reinheit des Moon of Baroda wird mit der Abkürzung VS2 (very slight inclusions/äußerst geringfügige angegeben und entspricht nach den von der GIA (Gemological Institute of America) gültigen Standards dem Prädikat augenrein.
Im Unterschied zu lupenreinen Diamanten, bei denen unter 10-facher Vergrößerung mit der Lupe keine Makel am oder im Stein festzustellen sind, lassen sich bei augenreinen Diamanten mit dem bloßen Auge keine Schrammen auf der Oberfläche oder Einschlüsse von Gasen, Flüssigkeiten oder anderen Mineralien im Stein feststellen (Näheres siehe: Lupen- und augenreine Diamanten).

Die Farbe des Moon of Baroda wird als Canary Yellow/Fancy Yellow bezeichnet und ähnelt dem hellen Gelb von gelben Kanarienvögeln.


Werbung; gelber Diamant im Tropfenschliff*



Gelbe Diamanten

Gelbe, braune, rote, orangefarbene, rosa/pinke, violette, blaue, grüne und schwarze Diamanten werden unter dem Begriff Fancy Diamanten zusammengefasst.
Die Farben einschließlich der Intensität/Sättigung der Farbe und möglicher Obertöne, die die Grund- bzw. Primärfarbe beeinflussen, sind eindeutig definiert und können anhand von normierten Farbskalen voneinander unterschieden werden.
Dass eine solche Unterscheidung von weißen und farbigen Diamanten notwendig ist, wird aufgrund der Farbvielfalt von weißen Diamanten deutlich. Weiße Diamanten sind nicht nur reinweiß, sondern können ebenso einen mehr oder minder ausgeprägten Stich ins Blaue oder Gelbliche aufweisen, sodass die Grenze von bspw. Blau- oder gelbstichigen weißen Diamanten zu zartblauen oder hellgelben Diamanten verschwimmt – vor allem für Nichtexperten.
Gelbe und braune Diamanten sind unter allen Farbdiamanten die am häufigsten vorkommenden Farben. Lediglich 0,01 Prozent der globalen Diamantfördermenge ist farbig, und dieser Anteil wiederum wird zu 80 Prozent von gelben und braunen Diamanten dominiert.
Die Ursache der Entstehung der Farbe von Fancy Diamanten natürlichen Ursprungs variiert. Aufgrund der hohen Nachfrage werden weiße, gelbe und braune Diamanten ein- bzw. umgefärbt.



Farbe Ursache
gelb Stickstoff-Einlagerung im Kristallgitter
orange Stickstoff-Einlagerung im Kristallgitter
rot Kristallgitterdefekt
pink/rosa Wachstumsunregelmäßigkeiten bei der Entstehung
violett Wasserstoff-Einlagerung im Kristallgitter
blau Bor-Einlagerung im Kristallgitter, tw. Auch Wasserstoff
grün radioaktive Strahlung
braun Wachstumsunregelmäßigkeiten
schwarz Einlagerung von Eisen, Graphit, Hämatit und Pyrit


Die Geschichte des Moon of Baroda

Der Zeitpunkt, wann der Moon of Baroda entdeckt wurde, ist ungewiss. Schätzungen zufolge wurde der gelbe Diamant im 15 bis 17. Jahrhundert zur Blütezeit der indischen Diamantminen um Golkonda gefunden.
Golkonda galt in der Vergangenheit als die Schatzkammer besonders großer Diamanten und die reichhaltigen Vorkommen an Fancy Diamanten machten die Minen um Golkonda weltberühmt. Zu den bekanntesten Diamanten aus Golkonda zählen unter anderem folgende Diamanten:

  • Daria-i-Noor: rosa Diamant
  • Dresden grüner Diamant: grüner Diamant
  • Großmogul: grünblauer Diamant
  • Hope Diamant: blaugrauer Diamant
  • Koh-i-Noor: weißer Diamant

Lange Zeit war der Moon of Baroda im Besitz der Maharadschas von Baroda, bis der Diamant im 18. Jahrhundert nach Österreich ging. Die neue Besitzerin des wertvollen Diamanten war Maria Theresia (1717 bis 1780), Erzherzogin von Österreich sowie Königin von Ungarn und Böhmen. 1860 wechselte der gelbe Edelstein erneut den Besitzer und ging zurück nach Indien. Allerdings nicht lange, denn in den 1920er Jahren wurde der Moon of Baroda an einen anonymen Käufer abgegeben. 1943 tauchte der Diamant abermals im Weltgeschehen auf, als der Diamant an Samuel H. Deutsch (1892 bis 1958), einen Juwelier aus den USA, überging. Dieser veräußerte den Diamanten 1953 an den US-amerikanischen Juwelier Meyer Rosenbaum. Im selben Jahr erregte der gelbe Diamant zusätzlich großes Aufsehen, als Marilyn Monroe mit dem Moon of Baroda als Kette getragen im Song „Diamonds are a girl´s best friend“ brillierte.
1990 wurde der gelbe Diamant im Rahmen einer Auktion präsentiert und für 297.000 US-Dollar versteigert. Am 27. November 2018 wird der Moon of Baroda erneut bei einer Auktion angeboten. Den Schätzungen zufolge könnte sich der Preis des Moon of Baroda im Rahmen zwischen 512.700 bis 769.050 US-Dollar bewegen.
Update 27. November 2018: Der Moon of Baroda-Diamant wurde für 1.31 Mio. US-Dollar ersteigert.


Siehe auch:
4C – Qualitätskriterien zur Bewertung von Diamanten
Die teuersten Edelsteine der Welt
Zirkonia – Eine Diamantimitation


Quellen:
Bank, H. (1992): Diamanten. Pinguin-Verlag Innsbruck*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.christies.com - The legendary Moon of Baroda Diamond

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Letzte Aktualisierung: 27. November 2018

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