Wurtzit
Wurtzit – Ein Zinkmineral
Die Erstbeschreibung des Minerals Wurtzit geht auf den französischen Mineralogen und Chemiker Charles Friedel (1832 bis 1899) zurück. Er benannte das in der Sao José-Mine, einem Zinnbergwerk in der Stadt Ouro/Bolivien, entdeckte Mineral zu Ehren des Arztes und Chemikers Charles Adolphe Wurtz (1817 bis 1884).
Eigenschaften von Wurtzit
Wurtzit ist sowohl ein eigenständiges Mineral als auch namensgebendes Mineral der Wurtzit-Gruppe, die die Mineralien Buseckit, Cadmoselit, Greenockit und Rambergit umfasst.
Dem Mineralogen August Frenzel (1842 bis 1902) zufolge kommt Wurtzit typischerweise "in kleinen bis sehr grossen dunkelnelkenbraunen Kugeln und Nieren" vor.
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Chemische Zusammensetzung | ZnS |
| Mineralklasse | Sulfide und Sulfosalze |
| Kristallsystem |
|
| Farbe | gelbbraun, orangebraun, rostfarben, braunrot, schwarz |
| Strichfarbe | hellbraun |
| Glanz | diamantartig |
| Transparenz | durchscheinend bis undurchsichtig |
| Bruch | uneben |
| Spaltbarkeit | vollkommen |
| Mohshärte | 3,5 bis 4 |
| Dichte | 3,98 bis 4,08 g/cm³ |
Entstehung und Verbreitung von Wurtzit
Wurtzit entsteht vor allem unter hohen Temperaturen in hydrothermalen Lagerstätten sowie in magmatisch-metamorphen Umgebungen. Dort kristallisiert das Mineral aus schwefelreichen, zinkhaltigen Lösungen aus, die durch heiße aufsteigende Fluide transportiert werden. Bei niedrigeren Temperaturen würde sich hingegen überwiegend Sphalerit, die kubische Modifikation des Zinksulfids, bilden.
Abhängig vom Fundort sind die Vorkommen von Wurtzit mit Andradit, Calcit, Galenit, Goethit, Jordanit, Pyrit, Quarz, Suredait und Sphalerit vergesellschaftet.
Auch wenn Wurtzit rund um den Globus an zahlreichen Orten gefunden wird, gilt das Zinkmineral als selten. Neben der Typlokalität in Bolivien gibt es Vorkommen in Schweden, Finnland, England, Frankreich, Belgien, Schweiz, Deutschland, Tschechien, Slowakei, Polen, Bulgarien, Ungarn, Spanien, Italien, Griechenland, Marokko, Namibia, Tansania, Südafrika, Ukraine, Russland, Rumänien, Kasachstan, Kirgistan, Afghanistan, Indien, Vietnam, China, Japan, Papua Neuguinea, Tonga, Australien, Argentinien, Peru, Mexiko, Kanada sowie in den USA, genau wie Wurtzit auf dem Mond gefunden wurde.
Bedeutung und Verwendung von Wurtzit
Auch wenn Wurtzit als Zinkmineral wirtschaftlich interessant ist, wird das Mineral aufgrund der Seltenheit nicht als Erz abgebaut.
Auch interessant:
- Zinkmineralien
- Micromounts - Mineralien im Kleinstformat
- Erz - Metallhaltige Mineralien und Gesteine
Quellen:
- Friedel, C. (1861): ) Sur le dimorphisme du sulfure de zinc. IN: Repertoire de chimie pure. Compte rendu des progres de la chimie pure en France et a l'etranger
- Frenzel, A. (1881): Mineralogisches. IN: Tschermaks mineralogische und petrographische Mitteilungen
- Naumann, F. (1885): Wurtzit. IN: Elemente der Mineralogie
- Hintze, C. A. F. und Linck, G. A. (1897): Wurtzit. IN: Handbuch der Mineralogie
- Okrusch, M. und Matthes, S. (2013): Mineralogie. Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
- www.mindat.org - Wurtzite
- www.mineralienatlas.de - Wurtzit

