Logo steine-und-minerale.de

Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 02.06.2024


Lévyn

Chemische Formel
Ca3(Si12Al6)O36·18H2O
Bestandteile
Wasserstoff Sauerstoff Aluminium Silizium Calcium
Systematik nach Strunz (2024)
Klassifikation: 9.GD.15
Klasse: Silikate und Germanate
Unterklasse: Gerüstsilikate (Tektosilikate) mit zeolithischem H2O; Familie der Zeolithe
Familie: Unklassifizierte Zeolithe

Lévyn - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: levyne


Lévyn ist ein eher seltenes Zeolithmineral, das ausschließlich in drusenreichem Basaltgestein vorkommt. Das durchsichtige bis selten weiße Mineral kommt in zwei Varianten vor: einer Natrium- und einer Calciumform. Von Bedeutung ist Lévyn vor allem für Mineraliensammlungen bzw. Zeolithsammler.

Mineral Levyn
Das Zeolithmineral Lévyn (Micromount, Bildbreite: 2 mm)

Lévyn - Ein Zeolithmineral

Das Mineral Lévyn – 1824 von David Brewster (schottischer Physiker, 1781 bis 1868) benannt nach dem französischen Mineralogen Armand Lévy (1794 bis 1841) – wurde zweimal entdeckt. Der Grund dafür ist, dass es sich bei Lévyn um eine Serie, bestehend aus zwei Mineralen, handelt. Die Variante mit Calcium-Vormacht wurde 1825 erstmals auf Sandoy, einer Insel der Färöer-Inseln gefunden, während natrium-dominierender Lévyn 1997 in Chojabaru im Süden Japans entdeckt wurde.


Eigenschaften von Lévyn

Die Lévyn-Serie wird durch die beiden Minerale

  • Lévyn-Ca – (Ca,Na2,K2)[Al2Si4O12]·6H2O
  • Lévyn-Na – (Na2,Ca,K2)[Al2Si4O12]·6H2O

beschrieben.
Aufgrund der chemischen Zusammensetzung ist Lévyn ein Vertreter der Silikatminerale, ferner wird das Mineral den Zeolithen, genauer den Würfelzeolithen zugeordnet.

Lévyn kann sowohl farblos wie auch weiß oder weiß mit einem Stich ins Gelbe, Graue, Grüne oder Rote sein.
Die Strichfarbe ist weiß.

Levyn aus Graulai
Lévyn bildet meist viele Täfelchen neben- oder hintereinander (Fundort: Graulai, Bildbreite: 2mm)

Lévyn kristallisiert im trigonalen (Ca-Lévyn) und im hexagonalen (Na-Lévyn) Kristallsystem und bilden tafelförmige Kristalle mit hexagonalem bzw. sechseckigem Umriss, häufig auch zu Durchdringungszwillingen miteinander verwachsen sowie zu blättrigen, schuppigen Aggregaten angeordnet.

Der Glanz von Lévyn ist glasartig, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Lévyn weist eine undeutliche Spaltbarkeit auf, der Bruch ist spröde bis muschelig.

Die Mohshärte des Zeolith-Minerals beträgt 4 bis 4,5 bei einer Dichte von 2,09 bis 2,1 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Lévyn

Lévyn kristallisiert vornehmlich in Blasenhohlräumen von Basalten, ist dort insbesondere mit den Zeolithen Gismondin, Erionit, Willhendersonit und Offretit vergesellschaftet.

Nennenswerte Vorkommen von Lévyn befinden sich neben den Typlokalitäten auf den Färöer-Inseln und in Japan auch in Island, Irland, Deutschland, Italien, Rumänien, Australien und in den USA, wobei die Fundorte von Lévyn-Na weit seltener sind als die von Lévyn-Ca. In Deutschland findet man das Zeolithmineral vor allem in der Region rund um die Eifel (z.B. Ettringer Bellerberg, Graulai, Üdersdorf) sowie in den reichen Basaltvorkommen bei Friedberg in Hessen.


Levyn mit Willhendersonit
Lévyn in Vergesellschaftung mit Willhendersonit (Fundort: Graulai, Bildbreite: 2,5 mm)

Nachweis von Lévyn

Wie andere Zeolithe auch, färbt Lévyn in die Flamme gehalten selbige wegen der Natriumgehalte gelb und beginnt in der Flamme unter Abgabe von Kristallwasser zu sprudeln.


Auch interessant:


Quellen:

Mineralien-Steckbriefe