Annabergit
| Klassifikation: | 8.CE.40 |
| Klasse: | Phosphate, Arsenate und Vanadate |
| Unterklasse: | Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; mit H2O |
| Familie: | Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen; RO4 : H2O ≤ 1 : 2,5 |

Annabergit - Ein Nickelmineral
Namenspate des Minerals Annabergit ist Stadt Annaberg-Buchholz im Erzgebirge. Hier wurde das Mineral erstmals im Schacht Malwine im Annaberger Stadtteil Frohnau gefunden und 1852 von den englischen Mineralogen William Hallowes Miller (1801 bis 1880) sowie Henry James Brooke (1771 bis 1857) beschrieben.
In den Jahren zuvor war das Mineral unter den Einträgen Nickelocker, Nickelblüte oder Nickelblume in den Mineralogiebüchern zu finden, wobei der Begriff Nickelblüte bzw "fleurs de Nickel" auf den schwedischen Chemiker Johan Gottschalk Wallerius (1709 bis 1785) zurückzuführen ist.
Eigenschaften von Annabergit
Annabergit ist mit der Zusammensetzung Ni3(AsO4)2·8H2O ein Vertreter der Mineralklasse der kristallwasserhaltigen Phosphate, Arsenate und Vanadate.
Die Farbe des Nickelminerals ist weiß oder grün; auch ins Gelbgrüne, Graugrüne oder Blaugrüne gehend, wobei blaugrüner Annabergit auf Beimengungen von Kobalt zurückzuführen ist. Der Chemiker Joseph Redemt Zappe beschrieb die Farbe von Annabergit 1804 als "grünlichweiß, apfel- und grasgrün".
Die Strichfarbe von Annabergit ist ein helles Grün.

Annabergit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und bildet prismatische, nadelige Kristalle mit geriefter Oberfläche. Die Aggregate sind erdig bis pulverig oder krustenartig, lassen sich teilweise laut Zappe zerreiben und erinnern mitunter an Ausblühungen, die die historische Bezeichnung Nickelblüte tragen.
Annabergit weist Perlmutt- bis Diamantglanz auf bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Der Bruch des Arsenats ist uneben, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen. Die Mohshärte beträgt 1,5 bis 2,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839). Damit zählt Annabergit zu den weichen Mineralen, die Dichte wird mit 3,07 g/cm3 angegeben.
Entstehung und Verbreitung von Annabergit
Annabergit entsteht als Sekundärmineral in der Verwitterungszone nickelhaltiger Erzlagerstätten. Bei der Oxidation primärer Nickelminerale werden Nickelionen freigesetzt, die mit arsenathaltigen Lösungen reagieren. Unter geeigneten Bedingungen kristallisiert daraus das wasserhaltige Nickelarsenat Annabergit.
Das Mineral tritt daher häufig als Überzug, krustige Auskleidung oder feinkristalliner Belag auf Klüften und Hohlräumen auf.
Die Vorkommen des seltenen Minerals werden unter anderem von Calcit, Dolomit, Erythrin, Gersdorffit, Quarz, Siderit, gediegen Silber, Smithsonit, Nickelin sowie Skutterudit begleitet.
Bedeutende Annabergit-Vorkommen befinden sich bspw. in Schweden; auf den Britischen Inseln; in Frankreich; im Erzgebirge, in Kamsdorf, Sauerland, Siegerland, Eifel, Oden- und Schwarzwald/Deutschland; Wallis und Graubünden/Schweiz; Brixlegg und Fischbacher Alpen/Österreich; Spanien; Tschechien; Slowakei; Marokko; Oman; Russland; China; Australien und in den USA.

Bedeutung und Verwendung von Annabergit
Auch wenn Annabergit der Nickelgehalte wegen als Rohstoff sicherlich interessant ist, kommt dem Mineral keine wirtschaftliche Bedeutung zu, da die Lagerstätten zu selten sind.
Nachweis von Annabergit
Wie andere Arsenminerale auch, entwickelt sich bei Erhitzung von Annabergit ein knoblauchartiger Geruch. Zeitgleich schmilzt das Mineral zu einer grauen Kugel zusammen. Außerdem ist Annabergit in Säuren löslich.
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Quellen:
- Wallerius, J. G. (1778): Niccolum colore viridi efflorescens. IN: Systema mineralogicum, quo corpora mineralia
- Zappe, J. R. (1804): Nickelocker. IN: Mineralogisches Handlexikon, Oder Alphabetische Aufstellung und Beschreibung aller bisher bekannten Fossilien
- Brooke, H. J. und Miller, W. H. (1852): Annabergite. IN: An Elementary Introduction to Mineralogy
- Kurr, J. G. (1858): Nickelocker. IN: Das Mineralreich in Bildern. Naturhistorisch-technische Beschreibung und Abbildung der wichtigsten Mineralien
- Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
- Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
- Okrusch, M. und Matthes, S. (2013): Mineralogie. Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
- www.mindat.org - Annabergite

