Logo steine-und-minerale.de

Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021


Pyknit

Pyknit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: pyknite


Pyknit Foto
Pyknit

Pyknit alias Stengeltopas

Der Name Pyknit findet sich in der mineralogischen Literatur zuerst im Jahr 1806. Der französische Mineraloge René-Just Haüy (1743 bis 1822) übersetzt den aus dem Griechischen stammenden Namen mit „ein dichtes, compactes Fossil“ - wobei Fossil damals sowohl für Fossilien im Sinne von Versteinerungen als auch Mineralien, Gesteine oder Pflanzen(teile) stand, ganz der Übersetzung der lateinischen Vokabel für ausgraben folgend.

In seinen Ausführungen nimmt Haüy Stellung zu anderen Namen, unter denen das Mineral bereits vorab bekannt war: bspw. „Schörlartiger Beryll“ oder „Schorl blanc prismatique“ (weißer, prismatischer Schörl). Haüy erkannte Pyknik als eigenständiges Mineral, dessen Eigenschaften und chemische Zusammensetzung von Schörl und Beryll abweichen, sodass das Mineral den eigenständigen Namen Pyknit erhielt.

Ein weiterer Name, unter dem Pyknit bei Haüys Kollegen bereits gelistet wurde, war Stangenstein. Dietrich Ludwig Gustav Karsten (1768 bis 1810, Mineraloge) beschreibt 1789 Pyknik als Vertreter der „Art Silex Beryllus“; im Speziellen als „geblich-weißer Stangenstein“ von Altenberg, da er sich mit der von Abraham Gottlob Werner (1749 bis 1817, Mineraloge) geprägten Bezeichnung „Stangenschörl“ aus chemischer Warte nicht identifizieren konnte.


Eigenschaften von Pyknit

Pyknit ist eine Varietät von Topas.
Das Silikatmineral besteht aus Al2SiO4(F,OH)2.

Die Farbe von Pyknit ist gelb, gelbgrün, gelbbraun oder grün, oder wie der wie der Mineraloge Ludwig Emmerling (1765 bis 1841) 1799 unter der Überschrift "Stangenstein" schreibt: "eine gelblich- oder grünlichweiße Farbe, welche letztere sich bald dem Spargelgrün, bald dem Schwefelgelben nähert. Zuweilen geht er durchs Röthlichweiße ins Blaßfleischrothe und zieht sich auch manchmal mehr oder weniger ins Perlgraue".
Die Strichfarbe von Pyknit ist weiß - d.h., wenn Pyknit über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird, die Strichtafel, erscheint ein weißer, pulverisierter Abrieb.

Pyknit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem. Die Aggregate sind parallel ausgerichtet und stengelig, deshalb auch gelegentlich die Bezeichnung Stengeltopas.

Der Glanz von Pyknit ist glasartig, die Transparenz ist durchscheinend bis durchsichtig. Pyknit weist einen muscheligen Bruch auf, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen.

Mit einer Mohshärte von 8 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) ist das Mineral sehr hart und erfüllt das Kriterium der Edelsteinhärte. Die Dichte beträgt 3,5 g/cm³.


pyknite - Mineral und Kristalle
Stengeltopas

Entstehung und Verbreitung von Pyknit

Pyknit ist ein Mineral magmatischen Ursprungs. Im pneumatolytischen Stadium reagieren aluminiumhaltige Minerale oder Gesteine mit fluorreichen, wässrigen Lösungen.

Die Vorkommen von Pyknit sind neben Quarz und Muskovit auch mit Kassiterit und Wolframit sowie Zinnwaldit vergesellschaftet.

Als Fundort von Pyknit sind das Erzgebirge/Deutschland; Schweden; Norwegen; Schweiz; Tschechien; Afghanistan; Pakistan; Japan; Sri Lanka; Myanmar; Algerien; Mexiko; USA und Japan bekannt.


Pyknita - Aufnahme des Minerals
Topasvarietät Pyknit

Verwendung und Bedeutung von Pyknit

Aufgrund der Seltenheit und des spröden Charakters ist Pyknit nicht von wirtschaftlichem Interesse, findet vielmehr Einsatz in der Schmuckverarbeitung und als Sammelobjekt.


Nachweis von Pyknit

Pyknit weist eine deutliche Fluoreszenz auf. Unter langwelligem UV-Licht zeigt sich das Mineral hell- bis weißgelb, unter kurzwelligem UV-Licht leuchtet Pyknit goldgelb auf.
Pyknit ist sowohl gegen Säure als auch Hitze resistent.


Siehe auch:
Sächsische Diamanten oder Der Topas vom Schneckenstein
Topasfarben - Natürliche und künstlichen Farben von Topas
Diamanten, die keine sind


Quellen:
⇒ Haüy, R.-J. (1806): Pyknit. IN: Lehrbuch der Mineralogie, Dritter Theil
⇒ Emmerling, L. A. (1799): Stangenstein. IN: Lehrbuch der Mineralogie, Ersten Theils erster Band
⇒ Karsten, D. L. G. (1789): Silex Beryllus, Stangenstein. IN: Des Herrn Nathanaël Gottfried Leske hinterlassenes Mineralienkabinet systematisch geordnet und beschrieben
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
www.mindat.org/min-11121.html

Steine schleifen mit Profimaschinen

Börsenkalender

Mineralienboersen Kalender
Hier gelangen Sie direkt zum Börsenkalender

Unsere Buchmpfehlung

Der neue Kosmos-Mineralienführer: 700 Mineralien, Edelsteine und Gesteine

Kosmos Mineralienführer

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Mineralien-Steckbriefe