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Auripigment Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Auripigment - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung


englisch: orpiment | französisch: orpiment


Auripigment
Auripigment

Der Name Auripigment leitet sich von der goldgelben Farbe des Minerals her, weshalb Auripigment in der Vergangenheit auch in der Malerei als Pigment eingesetzt wurde.
Alternativ wurde Auripigment um 1600 auch als Rauschgäl genannt, da das giftige Mineral einen aufputschenden Effekt hat. 1595 unterschied der Gelehrte Andreas Libavius (1555 bis 1616) Rauschgäl in rotes Rauschgelb (Realgar) und gelbes Rauschgelb (Auripigment).


Auripigment
Auripigment

Eigenschaften von Auripigment

Auripigment ist ein Mineral der Mineralklasse der Sulfide mit der Zusammensetzung As2S3.
Rauschgelb weist eine hell- bis braungelbe Farbe auf, die Strichfarbe ist blaßgelb.
Das Sulfidmineral kristallisiert im monoklinen Kristallsystem. Charakteristisch sind prismatische Kristalle von geringer Größe. Die Aggregate sind derb, schichtig, plattenförmig oder krustig. Der Bruch von Auripigment ist blättrig-uneben, die Spaltbarkeit ist vollkommen, die abgetrennten Blättchen sind elastisch biegsam.
Die Transparenz von Auripigment ist durchsichtig bis durchscheinend, der Glanz ist harzartig, die Spaltflächen zeigen mitunter auch Perlmuttglanz. Mit einer Mohshärte von 1,5 bis 2 ist Auripigment ein weiches Mineral. Das spezifische Gewicht beträgt 3,4 bis 3,5.


Auripigment
Auripigment

Entstehung und Verbreitung von Auripigment

Auripigment ist ein Mineral hydrothermalen, niedrigtemperierten Ursprungs. Die entsprechenden Fundstellen konzentrieren sich auf Erzgänge, um heiße Quellen und Fumarolen, auf erzhaltigen Gesteine und in Sedimenten. Mitunter geht das Mineral auch aus der Verwitterung von anderen arsenhaltigen Mineralen wie Realgar unter UV-Licht hervor.
Begleitende Minerale, die zusammen mit Auripigment vorkommen, sind neben Realgar auch Antimonit, Pyrit sowie Sphalerit.
Als Fundort sind unter anderem Schweden; Irland; England; Frankreich; St. Andreasberg, Ehrenfriedersdorf, Hartkoppe, Wittichen/Deutschland; Binntal/Schweiz; Dirstentritt und Ropp/Österreich; Mazedonien; Tajora/Ungarn; Tschechien; Slowakei; Rumänien; Slowenien; Ukraine; Kurdistan/Türkei; Kuban-Tal/Russland; China; Japan; Chile; Argentinien; Bolivien; Mexiko; USA und Kanada bekannt.


Bedeutung und Verwendung von Auripigment

Auripigment spielt heute eine Rolle in der Gewinnung von Arsen. In der Vergangenheit wurde aus Auripigment ein goldgelbes Pigment gewonnen, das in der Malerei verwendet wurde. Allerdings verwandelte sich die gelbe Farbe auf Gemälden mit den Jahren in ein grünliches Blau um.
Daneben war Auripigment früher in der Gerberei von wesentlicher Bedeutung, insofern das Mineral genutzt wurde, um Haare von Fellen zu entfernen.


Nachweis von Auripigment

Auripigment weist einen deutlich grüngelben Pleochroismus auf.
In der Flamme schmilzt das Mineral ohne weiteres, dabei wird der Geruch von Knoblauch freigesetzt. Wird Auripigment im offenen Röhrchen erhitzt, bildet sich eine intensiv rotschwarze Flüssigkeit, die wieder gelb wird, wenn die Flüssigkeit erkaltet. Die Löslichkeit von Auripigment ist in Salpetersäure gegeben.


Sonstiges

Auripigment ist ein hochgiftiges Mineral, das auch unter den Namen Arsenblende, Rauschgelb, Operment, Orpiment, Königsgelb und gelber Hüttenrauch bekannt ist.


Siehe auch:
Lagerung und Aufbewahrung von Mineralen
Kristallwasser
Die Reinigung von Mineralen


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
- www.mindat.org - orpiment

* = Affiliate Link

Letzte Aktualisierung: 20. November 2017

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