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Pentlandit

Pentlandit und Eisennickelkies

Die Erstbeschreibung des Minerals Pentlandit stammt aus dem Jahr 1856 und ist dem französischen Mineralogen und Geologen Armand Dufrénoy (1792 bis 1857) zu verdanken, der das in Inveraray/Schottland entdeckte und nach seinem Finder Joseph Barclay Pentland (1797 bis 1873; Naturforscher aus Irland) benannte.


Eigenschaften von Pentlandit

Die Zusammensetzung von Pentlandit – (FeNi)9S8 - wurde 1856 bestimmt und wird der Systematik der Minerale zufolge in die Mineralklasse der Sulfide eingeordnet.
In Anspielung auf die chemischen Bestandteile von Pentlandit ist auch die Bezeichnung Eisennickelkies gebräuchlich.

Pentlandit ist von bronzegelber bis brauner Farbe, oder wie Dufrénoy meinte: "de couleur bronze, plus claire que cette de la pyrite"" (bronzefarben, heller als Pyrit), teilweise auch rötlichbraun bzw. "tombackbraun" nach dem Mineralogen Franz von Kobell (1803 bis 1882). Die Strichfarbe ist dunkelbraun.

Pentlandit kristallisiert kubischen Kristallsystem folgend, wobei gut ausgebildete Kristalle eine Seltenheit sind, vielmehr tritt Pentlandit in Form körniger und massiger Aggregate auf.

Der metallischen Bestandteile Eisen und Nickel wegen ist der Glanz von Pentlandit metallisch bei undurchsichtiger Transparenz. Der Bruch ist muschelig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden.

Die Mohshärte beträgt 3,5 bis 4, die Dichte wird mit 4,6 bis 5,0 g/cm³ angegeben.


Entstehung und Verbreitung von Pentlandit

Pentlandit ist ein Mineral magmatischen Ursprungs und entsteht als eines der ersten Minerale im so genannten liquidmagmatischen Stadium bei ca. 700 bis 1000 °C (nähere Informationen dazu und Entmischungen von Magmen: Entstehung von Mineralen). Pentlandit wird ebenfalls in der Umgebung von Black Smokern am Meeresgrund gebildet und kann in Meteoriten enthalten sein.

Pentlandit ist als mineralischer Bestandteil in einigen magmatischen Gesteinen wie Gabbro und Norit enthalten.
Minerale, die mit Pentlandit vergesellschaftet sind, sind beispielsweise Altait, Chalkopyrit, Cubait, Ilmenit, Galenit, Magnetit, Pyrrhotin, Millerit, Nickelin, Sperrylith und Pyrit.

Pentlandit ist weltweit häufig verbreitet; bedeutende Vorkommen existieren unter anderem in Grönland; Norwegen; Schweden; Finnland; Frankreich; England; Harz, Eifel, Erzgebirge, Oberlausitz, Schwarzwald, Fichtelgebirge/Deutschland; Hüttenberg, Hohe Tauern, Leogang, Fischbacher Alpen, Leoben, Niedere Tauern, Tirol/Österreich; Davos, Tessin und Zermatt/Schweiz; Tschechien; Slowakei; Polen; Russland; Rumänien; Ungarn; Griechenland; Italien; Spanien; Portugal; Türkei; Kasachstan; Pakistan; Afghanistan; Indien; China; Japan; Vietnam; Botswana; Südafrika; Tansania; Kongo; Namibia; Madagaskar; Australien; Argentinien; Brasilien; Mexiko; Kanada und in den USA.


Verwendung und Bedeutung von Pentlandit

Aufgrund der hohen Nickelgehalte ist Pentlandit ein bedeutendes Mineral zu Gewinnung von Nickel.


Nachweis von Pentlandit

Um beispielsweise Verwechslungen mit Pyrrhotin auszuschließen, bietet sich der Test auf Magnetismus an. Während Pyrrhotin nach dem Erhitzen magnetisch wird, ist es Pentlandit nicht.
In die offene Flamme gehalten, schmilzt Pentlandit zudem sehr einfach, gleichzeitig verformt sich das Mineral und bildet eine blaugraue Kugel. Weiterhin ist Pentlandit in Salpetersäure löslich.


Auch interessant:


Quellen:

  • Dufrénoy, A. (1856): Pentlandite. IN: Traité de minéralogie, Band 2
  • Kobell, F. v. (1869): Pentlandit. IN Tafeln zur Bestimmung der Mineralien mittelst einfacher chemischer Versuche auf trockenem und nassem Wege
  • Gmelin, L. (1875): Schwefeleisennickel. IN: Handbuch der anorganischen Chemie
  • Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
  • Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
  • Okrusch, M. und Matthes, S. (2013): Mineralogie. Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
  • www.mindat.org - Pentlandite

Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 02.06.2025

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