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Fruchtschiefer Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Fruchtschiefer - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: Fruchtschiefer


Der Name des Gesteins Fruchtschiefer ist sowohl auf das schiefrige Gefüge als auch auf die mineralischen Einschlüsse zurückzuführen, deren Größe den Früchten von Getreide (Samenfrucht/Getreidekörner) gleicht.


Eigenschaften von Fruchtschiefer

Definition: Fruchtschiefer ist ein Schiefer, der unter niedrigmetamorphen Bedingungen gebildet wurde.
Fruchtschiefer besteht zur Hauptsache aus den Glimmermineralien Serizit, Biotit sowie Muskovit, die mit einem Anteil von bis zu 65 % die Hauptgemengteile im Fruchtschiefer repräsentieren.
Untergeordnet und mit einem Gehalt von bis zu 20 % weist Fruchtschiefer Cordierit sowie in noch geringeren Mengen Quarz, Hornblende und Feldspat auf. Der blaugraue, dunklere Cordierit ist in der Gesteinsmatrix aufgrund der Farbe und Größe deutlich auszumachen, wobei die Form der Cordierit-Kristalle an Getreide- oder Reiskörner erinnert, die ca. 2 bis 5 mm lang sind. Die Gesteinsmatrix von Fruchtschiefer hingegen ist feinkörnig.
Die Farbe von Fruchtschiefer ist in der Gesamtheit dunkel, wobei die Farbgebung von grau, blaugrün bis grünlich-grau reicht. Auffällig ist der seidig-schimmernde Glanz der Gesteinsoberfläche, der mit den im Fruchtschiefer enthaltenen Glimmer zu begründen ist.
Das Gefüge von Fruchtschiefer ist schiefrig, d.h., das Gestein ist plattenartig aufgebaut und lässt sich in feine Platten zerlegen. Die Gemengteile – die gesteinsaufbauenden Mineralien – sind eingeregelt, lediglich der Cordierit ist wahllos angeordnet vorhanden.
Die Dichte von Fruchtschiefer beträgt 2,74 g/cm3.


Entstehung und Verbreitung von Fruchtschiefer

Fruchtschiefer ist ein kontaktmetamorphoses Gestein, das im Oberkarbon vor ca. 300 Mio. Jahren gebildet wurde.
Das Ausgangsgestein von Fruchtschiefer sind Tonsteine, die durch den Kontakt mit aus dem Erdinneren aufdringenden Magmen im Mineralbestand und Gefüge sichtbar verändert wurden. Die Druck- und Temperaturverhältnisse (ca. 500 °C) waren zum Zeitpunkt der Entstehung vergleichsweise niedriggradig (siehe: Die Entstehung von Gesteinen) . Das Zeugnis der Metamorphose sind neu entstandene Mineralien metamorphosen Ursprungs, allen voran diverse Glimmer und Cordierit, sowie der schieferige Charakter von Fruchtschiefer.
Die bedeutendsten Vorkommen von Fruchtschiefer befinden sich im Odenwald, Harz, Vogtland und Erzgebirge.


Der Fruchtschiefer von Theuma

Ein Fruchtschiefer, der sich deutschlandweit einen Namen gemacht hat, ist der Fruchtschiefer von Theuma.
Das Gestein aus dem Vogtland/Sachsen nahe Plauen wurde bereits im Mittelalter abgebaut und wird auch heute noch aus Steinbrüchen gewonnen.


Bedeutung und Verwendung von Fruchtschiefer

Fruchtschiefer zeichnet sich durch eine hohe Verwitterungsstabilität und Farbbeständigkeit aus. Deshalb wird das Gestein für die Gestaltung von Fassaden wie auch als Gestein für Bodenplatten, Arbeitsplatten, Säulen, Mauerstein und Treppenstufen verwendet.


Siehe auch:
Verwitterung von Gesteinen
Kreislauf der Gesteine
Glimmerschiefer und Tonschiefer unterscheiden

Knotenschiefer
Garbenschiefer
Fleckenschiefer


Quellen:
Murawski, H. (2017): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
http://natursteinwerk-theuma.de

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Letzte Aktualisierung: 10. September 2018

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