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Edelsteine - Übersicht und Merkmale von Edelsteinen



Edelsteine, Halbedelsteine und Schmucksteine sind drei Begriffe, die im Zusammenhang mit Mineralien immer wieder erwähnt werden – und umgangssprachlich häufig gleichgesetzt werden. Den Status Edelstein erhält ein Mineral jedoch nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.

Inhaltsverzeichnis

Definition Edelstein

Ein Edelstein ist ein Mineral, das sich durch folgende Eigenschaften auszeichnet:

Alle übrigen Steine, die diese Merkmale nicht aufweisen, werden als Schmuckstein bezeichnet. In der Vergangenheit wurden Nicht-Edelstein unter dem Namen Halbedelstein geführt. Angesichts des wertmindernden Images von bspw. Gold, Silber, Calcit, Lapislazuli, Rhodochrosit, Orthoklas, Opal, Charoit oder Türkis wurde für Mineralien mit einer geringeren Hörte der Begriff Schmuckstein etabliert. Ein Umstand, der eventuell Verwirrung stiftet, insofern Edelsteine, die als Schmuck getragen werden, ebenfalls Schmucksteine sind.


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Die Härte von Edelsteinen

Von allen Kriterien, über die Edelsteine definiert werden, ist die Härte das bedeutendste Merkmal von Edelsteinen.
In der Mineralogie wird die Härte aller Mineralien auf der im Jahr 1817 von Carl Friedrich Christian Mohs (1773 bis 1839, Geologe aus Deutschland) entwickelten Mohs-Skala eingeordnet.
Die Skala unterscheidet zehn verschiedene Stufen – beginnend mit sehr weichen Mineralien wie Talk bis hin zu Diamanten, den härtesten Mineralien der Welt mit einer Mohshärte von 10.
Dass ausschließlich harte und sehr harte Mineralien als Edelsteine gelten, hängt mit der Beständigkeit der Steine zusammen. Mineralien mit einer Mohshärte höher als 7 lassen sich nicht mit Messern oder Klingen bearbeiten, neigen im Alltag nicht zum Zerkratzen und sind robust. Für die Bearbeitung von Edelsteinen wird auf siliciumcarbid- oder diamantbesetzte Schleifwerkzeuge gesetzt, da lediglich Mineralien mit einer höheren Härte als das zu bearbeitende Mineral in der Lage sind, den Stein zu schleifen oder polieren.


Seltene Edelsteine

Die Seltenheit von Edelsteinen ist genau wie die Mohshärte eine objektiv nachvollziehbare Größe. Die Anzahl der Vorkommen bzw. Standorte, wo ein Mineral zu finden ist, lässt sich nachzählen. Ebenso können die abbauwürdigen Ressourcen vor Ort eingeschätzt werden.
Einige Edelsteine und Schmucksteine sind derart selten, dass nur ein Fundort bekannt ist oder sich die Vorkommen auf eine Handvoll Orte weltweit konzentrieren.
So wird beispielsweise der himmelblaue, von weißen Flöckchen und Wölkchen durchzogene Larimar nur in der Dominikanischen Republik gefunden. Der violette, schwarz gemaserte Charoit kommt nur im Murunskii-Massiv in Sibirien/Russland vor und den blauvioletten Tansanit hat man bislang ausschließlich in den Merelani Hills in Tansania entdeckt.
Zu den derzeit seltensten Edelsteinen der Welt zählen neben Tansaniten auch Alexandrit, Musgravit/Taaffeit, Grandidierit, Kaschmir-Saphir, Jeremejewit, Serendibit sowie Painit.


Die Schönheit von Edelsteinen

Ob ein Edelstein als schön empfunden wird, liegt im Auge des Betrachters. Um die Schönheit von Edelsteinen zwecks Vergleichbarkeit der Steine untereinander und hinsichtlich der Preisbildung bewerten zu können, wird neben der Farbe die Reinheit herangezogen.
Der Glanz ist weniger von Bedeutung, da der Glanz von Mineral zu Mineral variiert und den intensivsten Glanz – Diamantglanz – nur die wenigsten Mineralien aufweisen, ein Saphir mit glasartigem Glanz nicht weniger wertvoll ist.
Bei der Bewertung der Qualität der Farbe kommen mehrere Fragen auf, die die Preis von Edelsteinen beeinflussen: gleichmäßige Farbverteilung oder fleckig wirkende Farbe

  • helle Farbe oder intensive und kräftige Farbe
  • naturbelassen, unbehandelt oder gefärbt, behandelt
  • Im Hinblick auf die Reinheit von Edelsteinen fallen Begriffe wie lupenrein, augenrein oder Einschlüsse. Unreinheiten oder Einlagerungen von anderen Mineralien, Gasen oder Flüssigkeiten werden ungern gesehen, da diese nicht nur die Transparenz mindern, sondern auch das auf den Stein auftreffende Licht abgelenkt und nicht optimal reflektiert wird. Das Spiel der steineigenen Farbe bzw. Nuancen wird geschwächt.
    Bei einigen Mineralien sind Einschlüsse sogar erwünscht, da diese von optischem Mehrwert sind. Haarfeine, nadelartige Kristalle des Minerals Rutil in Saphiren und Rubinen, die sich kreuzweise überlagern, erzeugen im Stein einen vier- oder sechsstrahligen Stern und werden als exklusive Sternrubine und Sternsaphire gehandelt.


    Die Farbe von Edelsteinen

    Edelsteine gibt es in allen erdenklichen Farben, wobei farbige Edelsteine mitunter Farbedelsteine genannt werden.

    Tabelle: Die Farben von Edelsteinen (Liste ist nicht vollständig)
    FarbeEdelstein
    farblos
    gelb
    orange
    rot
    rosa/pink
    violett/lila
    blau
    grün
    braun
    schwarz


    Diamanten, die man größtenteils als klare, weiße Steine kennt, sind ebenfalls in vielen Farben erhältlich. Damit Farbdiamanten von weißen Diamanten eindeutig unterschieden werden und um trotzdem die Zugehörigkeit zu den Diamanten zu verdeutlichen, werden gelbe, rote, braune, rosa- und orangefarbene, violette, grüne, blaue, graue und schwarze Diamanten als Fancy Diamanten tituliert.
    Die Ursache der Farbvielfalt von Edelsteinen ist ebenso vielfältig wie die Bandbreite der Farbe: im Kristallgitter eingelagerte Elemente, Störungen im Kristallgitterbau oder radioaktive Strahlung sind nur einige Beispiele.


    Die wertvollsten Edelsteine der Welt

    Die Liste der wertvollsten Edelsteine der Welt deckt sich annähernd mit den seltensten Edelsteinen. Daneben rangieren Rubin, Saphir, Diamant, Smaragd, Aquamarin, Topas, Spinell und Zirkon auf den obersten Plätzen der teuersten Edelsteine.


    Der Preis von Edelsteinen

    Allgemeine Angaben, wie viel ein Edelstein kostet, sind schwer festzulegen. Der Preis eines Edelsteins ist eine Einzelfallbetrachtung und wird über das Zusammenspiel von Reinheit, Farbe, Schliff und Gewicht (in Karat) bemessen.
    Unreine Steine sind von geringerem Wert als lupenreine Exemplare. Hellblaue Saphire kosten weniger als dunkelblaue Saphire wie aus dem Lehrbuch. Geschliffene Edelsteine, bei denen Facetten für den jeweiligen Schliff angedachte Anzahl an Facetten fehlen oder zu viel sind, sich überschneiden, unharmonisch angelegt, unsauber gearbeitet sind oder die Proportionen nicht stimmen, erhalten Abzüge in der Qualität des Schliffs. Hinzu kommt das Gewicht von Edelsteinen. Je größer ein Stein, desto höher der Welt bei vergleichbarer Qualität mit einem leichteren Stein. Daneben wird betrachtet, ob der Stein naturbelassen ist. Auf dem Edelsteinmarkt ist es gang und gäbe, die Reinheit und/oder Farbe von unreinen und farbschwachen Steinen zu korrigieren, die Farbe zu intensivieren oder gänzlich umzufärben. Ob ein Edelstein einer Reinheits- und/oder Farbkorrektur unterzogen wurde, erfährt er Käufer auf dem Zertifikat in Form von Hinweisen wie gebrannt, farbveredelt, erhitzt, gewachst oder geölt – angelehnt an die üblichen Verfahren wie Brennen, Bestrahlen, Bedampfen, Diffusionsverfahren oder Ummanteln/Beschichten.


    Edelsteine und Karat

    Das Gewicht von Edelsteinen und Mineralien wird in Karat (Abkürzung K, ct.) angegeben. Die Einheit Karat ist international gültig, 1 Karat entspricht 0,2 Gramm. Lange Zeit existierten unterschiedliche Vorstellungen, wie viel Gramm dem Gewicht von einem Karat entsprechen.
    Auch wenn die einstigen Wert dem heutigen Karat nahe kamen, fielen die minimalen Gewichtsabweichungen wortwörtlich ins Gewicht. Das Florenzer Karat wurde mit 0,1972 g angegeben, während das Leipziger Karat 0,20544 g und das Pariser Karat 0,2055 g wogen. So mancher Händler fühlte sich sicherlich betrogen, wenn er in Frankreich einen Edelstein mit 10 Karat kaufte, der in Italien weniger Gewicht auf die Karatwaage brachte. 1907 wurde sich unter der Federführung des Comité International des Poids et Mesures (CIPM – Internationales Komitee für Maß und Gewicht) darauf verständigt, dass ein Karat 0,2 g wiegt.


    Diamanten und Edelsteine

    Diamanten sind die unangefochtenen Edelsteine, was nicht zuletzt an der Härte, dem einzigartigen Glanz und der einhergehenden Brillanz liegt.
    Nicht alle Diamanten, die weltweit zutage gefördert werden, gelangen als Edelstein auf den Markt. Lediglich 30 Prozent aller Diamanten weisen die notwendige Reinheit und Farbe von Edelsteinen auf. Diamanten, deren Farbe nicht den Wünschen der Verbraucher entsprechen oder bei denen zu viele Einschlüsse und Unreinheiten die Brillanz mindern, werden als Industriediamanten verwertet.
    Innerhalb der Diamanten gibt es erhebliche Preisunterschiede. Fancy Diamanten, d.h. Farbige Diamanten sind aufgrund der Seltenheit besonders exquisite Edelsteine. 0,01 Prozent aller Diamanten sind farbig. Braune und gelbe Diamanten dominieren dabei mit einem Anteil von 80 Prozent. Rote, rosafarbene, violette, blaue und grüne Diamanten sind die seltensten Farbdiamanten und entsprechend kostbar.
    Auf international stattfindenden Auktionen werden regelmäßig hochkarätige Farbdiamanten versteigert, wie bspw. Der blaue Diamant Blue Moon of Josephine (12,03 Karat = 2,406 g), der für 48,5 Mio. US-Dollar versteigert wurde, oder Pink Star Diamant (59,60 Karat = 11,92 g) für 71,2 Mio. US-Dollar.


    Zirkonia und Edelsteine

    Zirkonias sind keine natürlichen Edelsteinen.
    Eine Eigenschaft, die Mineralien und damit auch Edelsteine, auszeichnet, ist die Entstehung, die natürlichen Ursprungs ist (Siehe: Die Entstehung von Mineralien).
    Zirkonias hingegen sind Kristalle, die im Labor gezüchtet werden.
    Die Anfänge der Zirkonia-Herstellung liegen in Russland, wo 1973 vom Lebedew Institut für Physik an der Russischen Akademie für Wissenschaften in Moskau der erste Zirkonia präsentiert wurde.
    Hinter der Entdeckung des Verfahrens der Zirkonia-Herstellung stand die Intention, Kristalle zu entwickeln, die für technische Zwecke eingesetzt werden. Mit den Jahren etablierten sich Zirkonias als perfekte Imitation für Edelsteine und immer mehr Zirkonia-Edelsteine kamen in den Handel. Zirkonias bestehen im Wesentlichen aus Calcium- oder Yttriumoxid, die mit farbgebenden Metalloxiden zusammengeschmolzen werden und in sog. Schmelzbirnen aushärten. Abhängig von der gewünschten Farbe kann jedweder Edelstein in allen Größen produziert werden. Neben der dauerhaften Verfügbarkeit und der Mohshärte 8,5 ist ein weiterer Vorteil von Zirkonia der Preis, der weit unter dem echter Edelsteine liegt.
    Zirkonia-Edelsteine erkennt man am Namen. Entweder wird der Namenszusatz Zirkonia angehängt, z.B. Tansanit-Zirkonia oder Cubic Zirconia Tansanit, während farblose Diamantimitationen aus Zirkonia oftmals den Handelsnamen Phianit oder Fianit (engl. Für Lebedew Institut für Physik: Physical Institute of Sciences), Diamonique oder Dejvalit (nach Hrand Djevahirdjian, 1880 bis 1947, befasste sich mit Synthese von Kristallen) tragen.


    Siehe auch:
    Edelsteine und Mineralien als Wertanlage
    Der Schliff von Edelsteinen
    Gefälschte Edelsteine und Synthesen


    Quellen:
    Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
    Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
    Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag*
    Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
    Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
    Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*

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    Letzte Aktualisierung: 6. Januar 2019

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