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Hutchinsonit

Hutchinsonit – Entdeckt in der Grube Lengenbach

Die Entdeckung und Erstbeschreibung des Minerals Hutchinsonit ist dem britischen Mineralogen Richard Harrison Solly (1851 bis 1925) zu verdanken. Im Probenmaterial der Grube Lengenbach im schweizerischen Binntal fand er 1903 Kristalle eines Minerals, das bislang unbekannt war. Die folgenden mineralogischen Untersuchungen bestätigten die Neuentdeckung, weshalb er dem Mineral den Namen Hutchinsonit gab, um die Arbeit seines Kollegen Arthur Hutchinson (1866 bis 1937) zu ehren.


Hutchinsonit Mineral
Hutchinsonit mit typisch kirschrotem Kristall (Fundort: Grube Lengenbach / Binntal / Schweiz; Micromount)

Eigenschaften von Hutchinsonit

Tab. 1: Die Eigenschaften von Hutchinsonit
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung TlPbAs5S9
Mineralklasse Sulfide und Sulfosalze
Kristallsystem
  • orthorhombisch
  • prismatische, nadelige Kristalle
Farbe dunkles Rotschwarz, kirsch- und scharlachrot
Strichfarbe kirschrot
Glanz diamantartig bis metallisch
Transparenz durchsichtig in dünnen Splittern, undurchsichtig
Bruch muschelig-spröde
Spaltbarkeit vollkommen
Mohshärte 1,5 bis 2
Dichte 4,6 bis 4,7 g/cm³


Entstehung und Verbreitung von Hutchinsonit

Hutchinsonit entsteht durch hydrothermale Verwitterungs- und Ausfällungsprozesse in dolomitischen Gesteinen und ist dabei – je nach Fundort – unter anderem mit Auripigment, Chabournit, Edenharterit, Ernigglit, Getchellit, Hatchit, Jentschit, Pyrit, Realgar, Siderit, Sphalerit und Stalderit vergesellschaftet.

Hutchinsonit zählt zu den weltweit seltensten Mineralien. Neben der Typlokalität in der Grube Lengenbach in der Schweiz gibt es weitere Funde an 9 Standorten in Wiesloch/Deutschland, Rumänien, Russland, Iran, Japan, China und in Peru.


Bedeutung und Verwendung von Hutchinsonit

Aufgrund der Seltenheit ist Hutchinsonit wirtschaftlich unbedeutend, ist aber als Mineral für Sammlungen von Interesse, wobei wegen der Giftigkeit der Bestandteile Thallium, Arsen und Blei äußerste Vorsicht im Umgang mit den Kristallen gilt (Hände waschen nach Kontakt, Maske bei Präparieren tragen).


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Quellen:

Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 28.11.2025

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