Die Redewendung „Schicht im Schacht“ gehört vielerorts zum alltäglichen Sprachgebrauch. Ursprünglich aber stammt der Spruch aus dem Bergbau des Ruhrgebiets. Ganz gleich, wo und wann „Schicht im Schacht“ verwendet ist, die Bedeutung ist dieselbe: etwas ist beendet, Feierabend, Ende der Angelegenheit.
Die Wurzeln der Redewendung „Schicht im Schacht“ liegen eindeutig im Bergbau.
Mit dem Begriff Schicht wird wie in vielen anderen Berufen auch die Zeit der Arbeit beschrieben. Das Wort Schacht hingegen stammt aus dem Wortschatz des Bergbaus und bezeichnet den vertikalen Hauptzugang zur Grube, über den die Bergleute ein- und ausfahren.

„Schicht im Schacht“ war daher im ursprünglichen Wortsinn der Moment, in dem der Arbeitstag unter Tage beendet war und die Belegschaft aus dem Bergwerk ausgefahren wurde. Die Aufsicht musste dabei sicherstellen, dass alle Kumpel rechtzeitig im Förderkorb waren. Wer zu spät kam, verpasste die Ein- bzw. Ausfahrt und blieb unter Umständen bis zum nächsten Schichtwechsel draußen oder unten im Bergwerk. Die Bergarbeiter hatten keine Gelegenheit mehr, in den Schacht ein- oder auszufahren, weil die Körbe nur zu festen Wechselzeiten fuhren.
Eine Situation, die sich später auch in volkstümlichen Redewendungen wiederfand.
Der Ausdruck „Schicht im Schacht“ ist stark mit den Regionen verbunden, in denen der industrielle Steinkohlenbergbau eine prägende Rolle spielte. Dazu zählt im Besonderen das Ruhrgebiet, dessen Bergwerkstechnik und Arbeitsorganisation mit festen Schichtwechseln, Förderkörben und zentralen Schächten der Geburtsort dieser Redewendung bildete. Der genaue Ort oder eine bestimmte Zeche lässt sich sprachlich nicht zuordnen. Man geht jedoch davon aus, dass „Schicht im Schacht“ im mittleren 20. Jahrhundert entstanden ist. In den älteren Bergbaugebieten wäre eine solche Redewendung weder notwendig noch wahrscheinlich gewesen, da der technische Ablauf dort weniger standardisiert und durchgetaktet war.
Damit lässt sich auch der zeitliche Rahmen eingrenzen. In den Wörterbüchern zum Bergmanns- und Hüttenwesen des 18. und 19. Jahrhunderts wird „Schicht im Schacht“ nirgends erwähnt. „Schicht im Schacht“ ist demnach kein altes Sprichwort. Stattdessen spricht alles dafür, dass die Redewendung erst im modernen Industriezeitalter entstand und über die Bergleute Einzug in die allgemeine Umgangssprache fand, zunächst regional, später auch deutschlandweit.
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