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Strandsteine – Steine am Strand der Ostsee



Wer kennt es nicht? Schon in der Kindheit war Baden nicht die einzige Beschäftigung. Stundenlang wurde nach besonderen Steinen gesucht. Steine, die – noch nass vom Wasser – in der Sonne funkeln und faszinierend gemustert sind. Doch welche Steine sind typisch für den Ostseestrand?



Strandsteine bestimmen

Der Fundus der Steine, die am Ostseestrand vorkommen, ist mehr als groß. Bedingt durch die erdgeschichtliche Vergangenheit der Ostsee und der angrenzenden Länder findet man in der Ostsee Gesteine verschiedener geographischer Herkunft und Art.

Der Großteil aller Gesteine am Ostseestrand stammt aus Skandinavien und ist mehrere Millionen Jahre alt und wurden als Geröll von Norden nach Süden driftenden Gletschern transportiert. Die Ostsee hingegen ist deutlich jünger als die Gesteine am Strand. Erst zum Ende der Weichsel-Kaltzeit, der letzten Eiszeit vor 12.000 Jahren, entstand die Ostsee durch das Abschmelzen eines massiven Gletschers. In diesem als Fracht versteckt: unzählige Steine, die im Gletscher, an dessen Unterseite oder den direkten Seiten aus Norwegen, Schweden, Finnland oder Dänemark gen Süden an die Küste der deutschen Ostsee verlagert wurden.

Viele Gesteine weisen eine für den jeweiligen Standort typische Mineralkomposition auf, sodass Rückschlüsse auf die genaue Herkunft und die Art der Gesteine gezogen werden können. Gesteine werden in der Geologie der Entstehung nach in drei Gruppen unterschieden. Magmatische Gesteine als Ergebnis erkalteter Lava oder Magma. Metamorphe Gesteine sind Gesteine, die durch Druck und/oder hohe Temperaturen eine Umwandlung der gesteinsbildenden Mineralien und des Gefüges erfahren haben. Dahingegen sind Sedimentgesteine Steine, die aus der Ablagerung von Lockersedimenten oder Eindunstung von Lösungen sowie anschließender Verfestigung hervorgegangen sind.

Zur groben Bestimmung von Strandsteinen genügt ein Stein und vielleicht noch eine Lupe. Der zu bestimmende Steine sollte etwa faustgroß sein; optimal sind Steine mit frisch abgeschlagenen Bruchkanten. Bei Steinen, die schon im Salzwasser der Ostsee lagen, war die Verwitterung schon aktiv, was die Bestimmung der Strandsteine erschweren könnte.

Tab. 1: Merkmale von Gesteinen
GesteinsgruppeFarbeGefügeSonstiges
Magmatische Gesteine weiß, grau, schwarz, rosa, violett, bräunlich richtungslos, nicht sortiert einfarbig oder mehrere Farben in einem Stein
Metamorphe Gesteine weiß, rosa, grau sortiert, geschichtet oder lagenweise, sehr kompakt sehen magmatischen und Sedimentgesteinen sehr ähnlich
Sedimentgesteine hellbraun, weiß, grau, braun geschichtet oder kompakt enthalten oft Fossilien


Abgerundete Strandsteine

Ein gemeinsames Merkmal beinahe aller Strandsteine ist die Beschaffenheit der Oberfläche: glatt poliert. Ecken und Kanten sind abgerundet – mal mehr, mal weniger.
Der Grund: die Steine wurden bereits auf dem Weg von Skandinavien zum deutschen Ostseestrand vom Untergrund abgeschliffen. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Steine im Wasser dicht nebeneinander liegen und durch die Bewegung des Wassers oft und heftig gegeneinander stoßen und sich so gegenseitig abschleifen.


Welche Steine findet man an der Ostsee?

Basalt:

Bernstein: Bernstein gehört zu den Fossilien und ist das versteinerte Harz der urzeitlichen Bernsteinkiefer. Bernsteine sind von gelber, orangefarbener, brauner bis rötlicher Farbe in unterschiedlichen Intensitäten, wobei die Anzahl mit Gas gefüllter Bläschen die Farbe von Bernstein beeinflusst. Je heller der Bernstein, desto mehr gasgefüllte Bläschen sind vorhanden. Gegen das Licht gehalten sind Bernsteine durchsichtig, durchscheinend oder undurchsichtig, weshalb der Vergleich mit bräunlichem Quarz oder Feuerstein aufkommen kann. Von diesen unterscheidet sich Bernstein jedoch durch das leichtere Gewicht und den harzigen Glanz.
Vorsicht beim Sammeln von Bernstein: Bernstein und weißes Phosphor - zum Verwechseln ähnlich
Steckbrief Bernstein


Donnerkeile: Donnerkeile sind Fossilien, d.h. die versteinerten Überreste des "Ruders" von einstige Kopffüßern. Die bernsteinfarbenen Fossilien sind idealerweise spitzzulaufend wie Zigarren, sehr oft sind nur zylinderartige Bruchstücke erhalten geblieben.
Steckbrief Donnerkeil


Feuerstein: Das Sedimentgestein Feuerstein ist von dunkelgrauer bis schwarzer Farbe, kann aber auch hellgrau, hellbraun bis rotbraun oder bernsteinfarben sein, unförmig, knollig und teilweise von Löchern durchzogen. Feuerstein fällt durch den glasartigen Glanz auf und riecht bei Anschlagen gegen Metall verbrannt. Nicht selten sind Feuersteine von einer weißen Kalksteinkruste überzogen.
Feuerstein


Gneis: Gneis ist ein Metamorphit, das durch die lagen- oder schichtartige Anordnung der Gemengteile auffällt. Vor allem anhand der Streifen aus dunklem, im Wasser und in der Sonne glitzernden Glimmer, der die helleren Bereiche des Gesteins durchzieht, kann Gneis vergleichsweise bestimmt werden.
Steckbrief Gneis


Granit: Granit ist ein fein- bis mittelkörniges magmatisches Gestein, wobei die einzelnen Gemengteil richtungslos angeordnet sind - fast wie ein Mosaik. Typisch für Granit sind weiße, rosa, weiß-graue, grünliche, gelbliche, dunkelgraue oder blau-weiße Farben
Steckbrief Granit


Hühnergötter:Hühnergötter sind Feuersteine mit Löchern von unterschiedlicher Größe und Anzahl.
Hühnergötter


Kalkstein: Kalkstein ist farblich sehr vielseitig: von hellen Beigetönen bis hin zu grauen Farben, mitunter von weißen Linien aus Calcit durchzogen oder von Einschlüssen durchsetzt.
Kalkstein


Kreide: Kreidesteine sind von schneeweißer Farbe und gehören in die Gruppe der Sedimentgesteine. Sind Kreidesteine trocken, färben sie wie für Kreide typisch weiß an der Hand ab und lassen sich mit einem Messer leicht abschaben/pulverisieren.
Steckbrief Kreide


Meerglas/Seeglas: Meerglas ist kein Stein, sondern die Reste von Glasflaschen bzw. Glassscherben, deren scharfe Kanten vom Wasser geglättet wurden, gleichzeitig veränderte das Salzwasser die Oberfläche, sodass die Glasscherben eine milchig-trübe Optik erhalten haben. Typische Farben der Glassteine in der Ostsee sind braun, weiß und grün.
Meerglas - Durchsichtige Glassteine in vielen Farben


Quarzit: Quarzit ist ein helles, kompaktes Gestein von einheitlich weißer bis leicht gräulicher Farbe.
&Arr; Steckbrief Quarzit


Sandstein: Sandstein zählt zu den Sedimentgesteinen und kann sowohl hellbraun, hellgrau bis rötlich sein. Die Schichtung bzw. Sedimentierung fällt anhand der Kreise oder Linien ins Auge. Die Gemengteile sind von einheitlicher Größe und Farbe.
Steckbrief Sandstein


Versteinerter Seeigel: Ein Fossil, das im Zusammenhang mit Feuersteinkernen vorkommt. Seeigelfossilien sind anhand der sternförmigen Gestalt zu erkennen, teilweise sind "Löcher" zu sehen, in denen sich einst die Stacheln der Seeigel befanden.
Steckbrief versteinerter Seeigel


Rhyolith/Porphyr: Rhyolith ist ein magmatisches Gesteins von brauner, rotbrauner, rotvioletter bis grauer Gesteinsbasis, in der größere Einzelkristalle schwimmen, die aufgrund der Größe und Farbe hervorstehen. Eine Art von Gefüge, die in der Geologie rhyolithsch genannt wird.
⇒ Steckbrief: Rhyolith


Wallsteine: Wallsteine sind Feuersteine von perfekt abgerundeter Form, wobei die Farbe häufig sehr dunkel - grau bis schwarz, aber auch bräunlich sein kann. Die Oberfläche von Wallsteinen ist sehr eben und glatt poliert und leicht glänzend; die Form gleicht Murmeln oder Ovalen.


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Quellen:


Letzte Aktualisierung: 08.07.2024



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