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Salt and Pepper-Diamanten



Was bei weißen und farbigen Diamanten als störend und die Reinheit beeinträchtigend angesehen wird, gilt als das Merkmal besonderer Diamanten: Salt-and-Pepper-Diamanten.



Die Reinheit von Diamanten

Einer der wichtigsten Faktoren zur Bewertung der Qualität von Diamanten ist die Reinheit, die zusammen mit der Farbe, dem Gewicht und dem Schliff die Größen sind, die zu den 4 C (Color-Farbe, Carat-Karat/Gewicht, Cut-Schliff, Clarity-Reinheit) zählen.

Die Reinheit beschreibt die Sichtbarkeit von Einschlüssen im Kristall. Diese können in Form von fremden Mineralien, Wachstumslinien, Gas- oder Flüssigkeitseinschlüssen auftreten und sind ein natürlicher Bestandteil der Diamantentstehung.

Entscheidend für die Einstufung sind Anzahl, Größe, Lage und Art dieser Einschlüsse. Lupenreine Diamanten stellen die höchste Reinheitsstufe dar.
Einschlüsse jedweder Art sind bei lupenreinen Steinen unter 10-facher Vergrößerung kaum oder gar nicht erkennbar. Augenreine Diamanten hingegen weisen Einschlüsse auf, die bereits mit bloßem Auge sichtbar sind.

Die Bewertung der Reinheit von Diamanten erfolgt nach international gültigen, objektiven Standards. Maßgeblich sind die Kriterien des Gemological Institute of America (GIA), die im 20. Jahrhundert entwickelt wurden, um Diamanten weltweit vergleichbar einstufen zu können.


Was ist ein Salt-and-Pepper-Diamant?

Salt-and-Pepper-Diamanten – auch als Salz-und-Pfeffer- oder Dalmatiner-Diamanten bezeichnet – zeichnen sich durch feinste weiße und/oder schwarze Einschlüsse aus. Diese verleihen dem Edelstein seine charakteristische, körnige Optik, die an Salz und Pfeffer erinnert.


Salt-and-Pepper-Diamanten und graue Diamanten

Der Salz-und-Pfeffer-Effekt kann grundsätzlich bei allen Diamanten auftreten, sowohl bei weißen als auch bei farbigen (Fancy) Diamanten. Besonders eindrucksvoll wirkt der Salt-and-Pepper-Effekt jedoch bei weißen Steinen, da der Kontrast der Einschlüsse hier am stärksten hervortritt.

Dass farblose bzw. weiße Salt-and-Pepper-Diamanten vergleichsweise häufiger vorkommen, liegt an der generellen Häufigkeit weißer Diamanten in der globalen Förderung. Farbige Salt-and-Pepper-Varianten in Orange, Braun, Rosa, Grün, Blau, Violett oder Gelb sind äußerst selten, da Fancy Diamanten insgesamt nur etwa 0,01 % der weltweiten Diamantproduktion ausmachen.

Die Einschlüsse in Salt-and-Pepper-Diamanten können sehr unterschiedlich in puncto Gestalt, Größe und Ursprung sein, wie etwa Inklusionen von Kohlenstoff, Graphit oder mikroskopisch feine Risse.

Als Ideal gelten körnchenartige Einschlüsse, die wie Salz und Pfeffer aussehen. Daneben sind flöckchen- und wolken- bzw. federartige Einschlüsse üblich.

Mitunter können Salt-and-Pepper-Diamanten mit klaren Quarzen verwechselt werden, die schwarze Rutil-Einschlüsse enthalten.

Oberflächlich betrachtet besteht eine Ähnlichkeit mit grauen Diamanten. Im direkten Vergleich wird jedoch deutlich, dass die Farbe bei grauen Diamanten einheitlich grau ist, während die Salz- und Pfefferkörnchen in Salt-and-Pepper-Diamanten eindeutig als Erkennungsmerkmal auszumachen sind.


Der Preis von Salt-and-Pepper-Diamanten

Salt-and-Pepper-Diamanten sind auf dem internationalen Markt noch vergleichsweise wenig verbreitet. Da Einschlüsse traditionell als wertmindernd gelten, gelangt nur ein geringer Teil dieser Steine in den Edelsteinhandel.

In den USA jedoch haben sich Salt-and-Pepper-Diamanten bereits als Trendstein etabliert, insbesondere als Solitär in modernen Verlobungsringen. Es bleibt abzuwarten, bis Salt-and-Pepper-Diamanten in Deutschland en vogue werden.

Da lupenreine Diamanten nach wie vor den klassischen Idealvorstellungen entsprechen, liegt der Preis von Salt-and-Pepper-Diamanten meist unter dem von weißen oder Fancy Diamanten. Der tatsächliche Wert hängt jedoch stark von der Gesamtästhetik, der Farbqualität, der Struktur der Einschlüsse und dem Schliff ab.

Preislich bewegen sich Salt-and-Pepper-Diamanten ab etwa 400 Euro pro Karat aufwärts, mit deutlicher Varianz je nach individueller Ausprägung.


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Quellen:

  • Bank, H. (1992): Diamanten. Pinguin-Verlag Innsbruck
  • Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
  • Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
  • Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
  • Stone-Sundberg; J. and Chen, S. A. (2023): Misfit Diamonds: Beauty in the Imperfect. IN. Gems & Gemology, Spring 2023
Letzte Aktualisierung:07.01.2026



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