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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 07.04.2022


Ilmenit

Ilmenit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: ilmenite | französisch: ilménite


Menakanit und Ilmenit

Bis 1827 war das Mineral Ilmenit in der Fachwelt unter dem Namen Menakanit bekannt, wobei der Name auf den Mineralogen William Gregor (1761 bis 1817) zurückgeht, der das Mineral nach dem Fundort benannte - Menaccan in Cornwall/England; zu finden in seinen Ausführungen "Beobachtungen und Versuche über den Menakanite, einen in Cornwall gefundenen Sand".

1827 erfolgte die Umbenennung in Ilmenit durch Adolph Theodor Kupffer (Mineraloge; 1795 bis 1865) - angelehnt an das Probenmaterial, das er im Zuge seiner Untersuchung und Beschreibung vom "Ilmenit, ein neues Fossil (sammt neuen Spielarten des Zirkon und Gadolinit aus Sibirien" vom "Ilmensee am Fuße des Ilmengebirges" in Russland erhalten hatte.


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Eigenschaften von Ilmenit

Ilmenit wird der chemischen Zusammensetzung (FeTiO3) wegen alternativ auch Titaneisenerz genannt und damit der Mineralklasse der Oxide zugeordnet.

Die Farbe von Ilmenit reicht von dunkelbraun, stahlgrau bis nahezu schwarz. Gregor zog seinerzeit deshalb den Vergleich bzw. die "Aehnlichkeit mit Schießpulver", während Kupffer das Mineral "anfangs für Titanit" hielt.
Die Strichfarbe von Ilmenit ist ein dunkles Rotbraun.

Ilmenit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem. Die Kristalle sind dick und tafelig; die Aggregate können massig, kompakt, körnig oder lamellenförmig angeordnet sein.

Der Glanz von Ilmenit ist matt bis metallisch bei undurchsichtiger Transparenz. Der Bruch ist uneben bis muschelig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden. Ausnahme sind zu Zwillingen miteinander verwachsene Ilmenitkristalle, die entlang der Verwachsungslinien trennbar sind.

Mit einer Mohshärte von 5 bis 6 zählt Ilmenit zu den harten Mineralen, das spezifische Gewicht beträgt 4,72.


Entstehung und Verbreitung von Ilmenit

Ilmenit ist ein Mineral magmatischen Ursprungs, kann aber auch Bestandteil metamorpher Gesteine sein.
Entsprechend häufig ist das Mineral im Zusammenhang mit Kimberlit, Granit, Gneis und Gabbro zu finden, ist zudem mit Rutil, Pyrrhotin, Magnetit, Hämatit, Titanit, Kornerupin und Apatit als Mineralen assoziiert.

Bedeutende Ilmenit-Vorkommen befinden sich unter anderem in Grönland; Skandinavien; Britische Inseln; Frankreich; Oberlausitz, Ehrenfriedersdorf, Fichtelgebirge, Eschwege, Vogelsberg, Siebengebirge, Eifel, Odenwald, Aschaffenburg, Oberwolfach, Haslach/Deutschland; Wallis, Tessin und Graubünden/Schweiz; Hohe Tauern, Saalfelden, Klagenfurt, Saualpe, Graz, Weiz, Bad Radkersburg, Fischbacher Alpen, Pauliberg, Wachau und Waldviertel/Österreich; Spanien; Italien; Tschechien; Slowakei; Slowenien; Ungarn; Serbien; Rumänien; Bulgarien; Ukraine; Russland; Ägypten; Libyen; Burkina Faso; Guinea; Ghana; Uganda; Kongo; Angola; Tansania; Namibia; Kenia; Simbabwe; Botswana; Südafrika; Madagaskar; Oman; Iran; Afghanistan; Indien; Nepal; China; Japan; Australien; Neuseeland; Süd- und Nordamerika. Auch in Gesteinen vom Mond wurde Ilmenit nachgewiesen.


Bedeutung und Verwendung von Ilmenit

Ilmenit ist ein wichtiger Rohstoff in der Herstellung von Papier, Keramik und Emaille, wird aber auch in Farben und Lacken eingesetzt. Bedingt durch die Tatsache, dass Ilmenit zu 52 % aus Titandioxid und 48 % Eisen(II)-Dioxid besteht, wird Ilmenit zur Gewinnung von Titan und Eisen abgebaut.


Nachweis von Ilmenit

Ilmenit ist leicht magnetisch und in konzentrierter Salzsäure löslich.


Siehe auch:


Quellen:
⇒ Gregor, W. (1791): Beobachtungen und Versuche über den Menakanite, einen in Cornwall gefundenen magnetischen Sand. IN: Chemische Annalen für die Freunde der Naturlehre, Arzneygelahrtheit, Haushaltungskunst und Manufacturen. Erster Band
⇒ Kupffer, A. T. (1827): Ilmenit, ein neues Fossil (sammt neuen Spielarten des Zirkon und Gadolinit aus Sibirien. IN: Archiv für die gesammte Naturlehre, X. Band
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
www.mindat.org

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