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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 11.10.2023


Howlith

Howlith - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: howlite | französisch: howlite


howlith Foto
Bild 1; Türkis eingefärbter Howlith


Howlith und Silicoborocalcit

Namenspate des Minerals Howlith ist Henry How (1828 bis 1879), seines Zeichens Geologe und Mineraloge aus Kanada. Ihm zu Ehren gab der US-amerikanische Geologe und Mineraloge James Dwight Dana (1813 bis 1895) dem 1868 in Brookville/Windsor in der ostkanadischen Provinz Nova Scotia entdeckten Mineral den Namen Howlith, wobei How seinen Fund 1868 unter dem Titel "Contributions to the Mineralogy of Nova Scotia" veröffentlichte und das neue Mineral zunächst Silicoborocalcit nannte.


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Eigenschaften von Howlith

Howlith ist mit der chemischen Zusammensetzung Ca2B5SiO9(OH)5 ein Vertreter der Mineralklasse der Borate.

Die eigentliche Farbe von Howlith ist weiß, teilweise ist Howlith auch mit von feinen braunen oder schwarzen Adern durchzogen, die dem Mineral ein marmoriertes Aussehen verleihen. Daneben kann Howlith auch von einheitlich hellbrauner Farbe sein.
Die Strichfarbe von Howlith ist weiß, d.h., wenn das Mineral über ein unglasiertes Porzellantäfelchen gestrichen wird, erscheint ein weißer, pulverisierter Abrieb.

Howlith kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und bildet flachtafelige Kristalle. Die Aggregate sind nierig, massig oder knollenförmig, oder wie Penfield und Sperry 1888 schreiben: "kreideähnliche Knollen (...), manchmal von Handgrösse und bestehen aus feinschuppige, seidenartigen Krystallen".

Der Glanz von Howlith ist matt bis glasartig, erinnert fast an Kreide. Die Transparenz durchsichtig bis durchscheinend. Der Bruch ist uneben, die Spaltbarkeit ist gut.

Die Mohshärte von Howlith beträgt 3,5 bis 4 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs. Howlith erfüllt der geringen Härte wegen nicht das Kriterium der Edelsteinhärte (siehe: Definition Edelstein). Bis vor wenigen Jahren wurden Mineralien mit geringer Härte als Halbedelsteine bezeichnet, doch der Name wurde zugunsten des Begriffs Schmuckstein abgelöst. bei einer Dichte von 2,5 g/cm3.



Entstehung und Verbreitung von Howlith

Howlith entsteht hydrothermal in borathaltigen Lagerstätten, kommt dabei zusammen mit weiteren Mineralen sedimentären Ursprungs wie Anhydrit, Colemanit, Borax, Gips und Ulexit vor.

Howlith zählt zu den seltenen Mineralien der Welt, weshalb sich die Vorkommen auf wenige Fundorte wie zum Beispiel Nordhausen und Diepholz/Deutschland; Slowakei; Serbien; Türkei; Mexiko; Kanada und in den USA beschränken.



Verwendung und Bedeutung von Howlith

Aufgrund der wenigen Vorkommen wird Howlith allenfalls als Schmuckstein für Ketten, Armbänder, Ohrringe, Anhänger und Ringe verarbeitet, wobei das Mineral aufgrund der geringen Härte sehr empfindlich ist. Mit einer Mohshärte von 3,5 bis 4 ist Howlith ein weiches Mineral, das mit Wachsen oder Harzen überzogen wird, um dem Mineral eine höhere Härte und Eignung als Schmuckstein zu verleihen.


Türkis und Howlith

Mitunter wird Howlith blaugrün eingefärbt, neben verschieden bunten Farben ist die häufigste Farbe, die Anwendung findet, türkis.
Dass Howlith eingefärbt werden kann, wird mit dem hochporösen Charakter des Minerals begründet, weshalb farbgebende Flüssigkeiten förmlich aufgesaugt werden. Neben Magnesit ist Howlith das Mineral, das am häufigsten für Türkis-Imitationen verwendet wird. Türkis-farben eingefärbt und bedingt durch die geäderte Marmorierung beider Mineralien fällt kaum ein optischer Unterschied zu echten Türkisen auf. Der Preis von Howlith, der eingefärbt wurde, ist geringer als der Wert von Türkis.
Um sowohl die natürliche wie auch künstlich erzeugte Farbe einschließlich der Marmorierung zu betonen, werden Howlithe vor allem in Glattschliffen gehalten, wie z.B. zu einem Cabochon verarbeitet.


Howlith und Magnesit - Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Magnesit und Howlith sind diejenigen Mineralien, die am häufigsten zur Imitation von Türkisen verwendet werden. Beide Steine sind porös und nehmen die grüne, blaue oder türkise Farbe von Türkisen sehr gut an.

Die Unterscheidung von Magnesit und Howlith ist auf den ersten Blick schwierig. Naturbelassener Howlith und Magnesit sind durch die gleichen Farben und eine feine Äderung bzw. Marmorierung gekennzeichnet. Eingefärbt ist zudem der Unterschied zu echtem Türkis nur schwer auszumachen.
Das Mineral Howlith ist mit einer Mohshärte von 3 bis 3,5 geringfügig weicher als Magnesit mit 3,5 bis 4.

Gewissheit, um welches Mineral es sich handelt, liefert der Test in Salzsäure. Während Howlith sich unter der Säure in ein Gel verwandelt, schäumt Magnesit unter Gasbildung auf.


Nachweis von Howlith

Wird Howlith mit Salzsäure in Kontakt gebracht, verwandelt sich das Mineral zu einer gelartigen Masse.


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