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Sterlingsilber - 925er Silber



Wenn bei Besteck oder Schmuck die Rede von echtem Silber ist, handelt es sich in den meisten Fällen tatsächlich nicht zu 100 Prozent um das Edelmetall Silber. Vielmehr wird bei Alltagsgegenständen auf eine Legierung zurückgegriffen, die zum Großteil aus Silber besteht: Sterlingsilber.



Inhaltsverzeichnis Sterlingsilber - 925er Silber


Definition Sterlingsilber

Sterlingsilber (englisch: sterling silver) ist eine spezielle Legierung, die zu 92,5 Prozent aus Silber und 7,5 Prozent aus anderen Metallen besteht.

Der Name Legierung kommt aus dem lateinischen Sprachschatz und wird mit „zusammenbinden“ übersetzt – ein Hinweis auf die Herstellung und Zusammensetzung von Sterlingsilber.

Eine Legierung wiederum wird als eine Mischung bzw. Verbindung verschiedener Metalle definiert, die nicht nur auf Sterlingsilber beschränkt ist. Auch Weißgold, Gelbgold, Rotgold, Roségold und anderer Varianten von Farbgold sind Legierungen.

Für die Herstellung von Sterlingsilber wird Kupfer als weiteres Metall eingesetzt. In der Vergangenheit kam auch Nickel zum Einsatz.
Aufgrund der Tatsache, dass viele Menschen gegen Nickel bei Hautkontakt, wie es bei Schmuck möglich ist, mit einer Allergie reagieren, wurde zunehmend auf das Metall Nickel verzichtet. Stattdessen wird Kupfer oder auch Titan verwendet; letzteres schlägt sich entsprechend im Preis wieder. Der Preis pro Gramm Sterlingsilber ist bei titanhaltigen Legierungen deutlich höher als bei solchen, die auf Kupfer setzen.


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Der Name Sterlingsilber

Hinsichtlich der Bedeutung des Namens Sterling existieren verschiedene Erklärungen.

Eine Deutung übersetzt Sterling mit „aus dem Osten kommend“ - Easterlings, da laut dem The Scots Magazine aus dem Jahr 1790 im östlichen Teil Deutschlands Münzen und Schließen von Kleidung, aber auch Anstecknadeln auf beständige Silberlegierungen setzten.
Weiter heißt es in der Zeitschrift, dass das Wort Sterling ebenso von der lateinischen Vokabel für Stern - Stella abgeleitet wurden sein kann - in Anspielung auf den strahlenden Glanz des Metalls, der andere Metalle in den Schatten stellt ("superior brightness and white lustre (...) that has silber over other metals).


Der Silberanteil im Sterlingsilber

Sterlingsilber besteht zu 92,5 % aus Silber. Den Silbergehalt am Sterlingsilber kann man einfach anhand des Prägestempels erkennen, der bei Schmuck wie z.B. Ringen, Ketten, Ohrringen, Armreifen und Küchenutensilien wie Besteck oder Silbergeschirr unauffällig eingestanzt ist. Allerdings wird hierbei auf das Kürzel 925 zurückgegriffen.
Die Abkürzung gibt den Feingehalt von Metallen in Schmuck oder Gegenständen wieder, der am höchsten vertreten ist. Mit dem Inkrafttreten des "Gesetzes über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren“ in der Fassung vom 1. Januar 1888 wurde festgelegt, dass der Feingehalt laut § 2 in „Tausendteilen (…) angegeben werden“ muss bzw. „Schmucksachen von Gold und Silber dürfen in jedem Feingehalt gestempelt werden und ist in diesem Fall der letztere in Tausendteilen anzugeben“ (§ 5).

Angegeben wird der Wert in Promille, d.h. Tausendstel. Das bedeutet: 925er Silber weist einen Anteil von 925 Teilen Silber von 1000 Teilen insgesamt auf.

Noch höher ist der Silberwert nur noch bei Feinsilber mit der entsprechenden Punzierung 950, 980 oder 999.


Sterlingsilber versus reines Silber

Dass Silber bei Schmuck und Gebrauchsgegenständen Anwendung in Form einer Legierung findet, ist mit den Eigenschaften des Edelmetalls zu erklären.

Silber (Ag) wird in der Mineralogie der Mineralklasse der Elementen zugeordnet. Das metallisch glänzende Mineral ist von grauweißer bis bläulicher Farbe und von äußerst geringer Härte.
Auf der Mohsskala – eine 10-stufige Skala, die Mineralien der Härte nach von Härtegrad 1 (sehr weich, zum Beispiel Talk) bis Härtegrad 10 (sehr hart, zum Beispiel Diamant) unterscheidet, erreicht Silber eine Härte von 2,5 bis 3. Silber ist so weich, dass es sich mit dem Fingernagel oder einem Messer zerkratzen lässt.

Eine weitere Eigenschaft, die Silber auszeichnet, und nicht zuletzt zu einem dankbaren Material in für die Herstellung von Silberprodukten macht, ist die geringe Tenazität: Silber ist sehr dehnbar und lässt sich zu hauchdünnen Plättchen schlagen (Blattsilber), ohne zu zerreißen.

Im Laufe der Zeit verändert sich jedoch die Farbe von Silber. Das einst glänzende Metall läuft schwarzgrau an. Das Anlaufen von Silber wird mit der Entstehung von Schwefelverbindungen auf der Oberfläche des Metalls erklärt. Schwefel gelangt aufgrund von Umweltverschmutzungen in den Atmosphäre, ist deshalb allgegenwärtig und reagiert mit Silber.

Durch die Zugabe von Kupfer, Zink oder Platin läuft Sterlingsilber nicht so schnell an und gewinnt zusätzlich an Härte.
Pures Silber wäre im Alltag ungünstig, zu schnell würden Abdrücke eingeschlagen oder das Silberprodukt läuft Gefahr, verformt werden.


Sterlingsilber reinigen

Im Handel, sowohl in großen Supermärkten wie auch Drogerien, gibt es Silberreinigungstücher zu kaufen. Mit Wasser und einem normalen Haushaltstuch oder Schwamm lassen sich die schwarzen Beläge nur schwer bzw. gar nicht entfernen. Mit einem Silberreinigungstuch verschwinden die unschönen Beläge schnell und das Sterlingsilber erstrahlt in neuem Glanz.


Auch interessant:

Quellen:
The Scots Magazine (1790): Definition and Elucidation of the word Sterling
⇒ Thieme, F. A. (1837): Von den Metallverbindungen, die in den Künsten angwendet werden. IN: Magazin der neuesten Erfindungen, Entdeckungen und Verbesserungen, der Engländer, Frazosen, Italiener, Amerikaner und Deutschen, in der gesammten Gewerbkunde: Hefte I.-XII
⇒ Hager, H. (1885): Silberlegierungen. IN: Hagers Untersuchungen. Ein Handbuch der Untersuchung, Prüfung und Wertbestimmung aller Handelswaren, Natur- und Kunsterzeugnisse, Gifte, Lebensmittel, Geheimmittel etc · Band 1
⇒ Bush, H. (1886): Über die Legierungen des gesetzlich vorgeschriebenen Feingehalts der Gold- und Silberwaaren. IN: Deutsche Uhrmacher-Zeitung. Bände 10 – 11
⇒ Erdmann, O. L., König, C. R. und Hanausek, E. (1895): Silber. IN: Erdmann-König's Grundriss der allgemeinen Warenkunde unter Berücksichtigung der Technologie : für Handels- und Gewerbeschulen sowie zum Selbstunterrichte

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Letzte Aktualisierung: 5. Juli 2022




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