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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 19.12.2023


Diaboleit

Diaboleit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: diaboleite


Diaboleit und Boleit

Auch wenn das Mineral Diaboleit farblich eine gewisse Ähnlichkeit zu Boleit aufweist, sind beide Minerale sehr verschieden - sowohl in der Zusammensetzung als auch hinsichtlich der Kristalle.

Um auf diese Beziehung und gleichzeitig Unterschiede hinzuweisen, wurde die griechische Silbe dia vorgeschalten, die mit getrennt übersetzt wird. Als Typlokalität von Diaboleit gilt Priddy in der südwestenglischen Grafschaft Somerset, wo das Mineral 1923 erstmals von dem englischen Geologen Leonard James Spencer (1870 bis 1959) entdeckt wurde, und das ihn aufgrund der strahlend blauen Farbe an Azurit und Linarit erinnerte ("it closely resembles linarite or azurite in appearance").


Eigenschaften von Diaboleit

Diaboleit ist mit der Zusammensetzung Pb2CuCl2(OH)4 ein Vertreter der Mineralklasse der Halide.

Die Farbe von Diaboleit reicht ebenso wie bei Boleit von hellem Himmelblau bis zum strahlenden Mittelblau.
Die Strichfarbe ist hellblau.

Diaboleit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem. Die kleinen Kristalle sind prismatisch, tafelig oder quadratisch im Umriss. Die Aggregate von Diaboleit sind körnig oder massig.

Boleit ist von Diamantglanz, auf frischen Spaltflächen auch perlmuttartig stets bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz. Der Bruch ist muschelig, die Spaltbarkeit ist sehr vollkommen.

Diaboleit ist ein weiches Mineral: Mohshärte 2,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839). Die Dichte beträgt 5,41 bis 5,43 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Diaboleit

Diaboleit ist ein Sekundärmineral, das entsteht, wenn chlorhaltige Fluide auf Kupfer- und Bleierze treffen und infolge der Reaktion dessen verwittern.

Begleitminerale von Diaboleit sind unter anderem Boleit, Cerussit, Leadhillit, Atacamit sowie Caledonit.

Auch wenn Diaboleit ein sehr seltenes Mineral ist, befinden sich einige Vorkommen bspw. in England; Frankreich; Goslar, Essen und Süss/Deutschland; Hüttenberg/Österreich; Italien; Griechenland; Südafrika; Iran; Australien; Chile und in den USA.

Verwendung und Bedeutung von Diaboleit

Der wenigen Fundmöglichkeiten wegen ist Diaboleit ein begehrtes Sammlermineral.


Nachweis von Diaboleit

Diaboleit ist in Salpetersäure löslich – wie auch Boleit. Um jedoch Verwechslungen mit Diaboleit sicher auszuschließen, bedarf es genauer chemischer Analysen. Im Gegensatz zu Boleit weist Diaboleit beispielsweise kein Silber auf.


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Quellen:
⇒ Spencer, L. J. (1923): New lead-copper minerals from Mendip Hills (Somerset). IN: The Mineralogical Magazin and Journal of the Mineralogical Society. No. 102, Vol. 20
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Hochleitner, R. (2019): Diaboleit. IN: Der neue Kosmos-Mineralienführer. 700 Mineralien, Edelsteine und Gesteine
www.mindat.org - diaboleite

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