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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 08.05.2020


Blauer Bernstein

Blauer Bernstein - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: blue amber | französisch: ambre bleu


Blauer Bernstein = Dominikanischer Bernstein

Hinter dem Namen Blauer Bernstein stehen Bernsteine, die von blauer bis blaugrauer Farbe sind und die erstmals in der Dominikanischen Republik entdeckt wurden.


Blauer Bernstein – Die Eigenschaften

Blauer Bernstein wird als biogenes Sediment definiert, d.h. Blauer Bernstein ist ein Ablagerungsprodukt natürlichen Ursprungs.

Im Vergleich zum Bernstein, der in der Ostsee gefunden wird, ist das Harz, aus dem Blaue Bernsteine hervorgingen, ein anderes. Das Harz des Blauen Bernsteins stammt von einem Baum namens Hymenaea protera, der zur Familie der Johannisbrotgewächse zählt.

Blaue Bernsteine zeichnen sich durch eine geringe Dichte und einen harz- bis glasartigen Glanz aus. Die Transparenz variiert zwischen durchsichtig bis durchscheinend.

Blaue Bernsteine weisen eine ausgeprägte Fluoreszenz aus, sodass die Steine unter UV-Licht in einem leuchtenden Blau erstrahlen.


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Die Farbe von Blauem Bernstein

Blauer Bernstein ist von blauer Farbe in verschiedenen Helligkeitsstufen, sodass aufgrund der Farbe die Verwechslung anderen blauen Mineralien und Gesteinen wie blauem Opal, Opalith, Chalcedon, Lapislazuli oder blau eingefärbtem Achat nahe liegt.

Die Farbe blau ist eine ausgesprochene Rarität unter Bernsteinen, die für gewöhnlich gelb, gelb-braun, braun bis rotbraun sind.

In Untersuchungen zur Ursache der Entstehung der Farbe von Blauem Bernstein konnte Perylen, eine chemische Verbindung der polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) als Farbgeber identifiziert werden.


Entstehung und Verbreitung von Blauem Bernstein

Die Entstehung von Blauem Bernstein setzt vor ca. 25 bis 40 Mio. Jahren mit der Absonderung von Harztropfen des Baumes Hymenaea protera ein. Dabei schon vorhanden: das farbgebende Perylen als natürlicher Bestandteil des Harzes.

Die Harztropfen fielen auf Sand und wurden von weiteren Sandschichten überlagert. Unter dem daraus resultierenden Sauerstoffabschluss wurde das Harz nicht zersetzt, sondern vielmehr unter der Auflast der Sedimente verfestigt – was die natürlichen Vorkommen des Blauen Bernsteins erklärt.
Blauer Bernstein wird in mächtigen Sandsteinformationen abgebaut und schwimmt nicht im Meer oder wird an Land gespült, wie bei Ostseebernstein üblich.

Die bedeutendsten Vorkommen von Blauem Bernstein befinden sich in der Region um Puerto Plata, Santiago und Bayaguana/Dominikanische Republik, aber auch Haiti und in Indonesien sind Vorkommen des fossilen Harzes bekannt.

Bedeutung und Verwendung von Blauem Bernstein

Blauer Bernstein wird hauptsächlich zu Schmuck verarbeitet, wobei Glattschliffe wie bspw. der Cabochonschliff im Vordergrund stehen, mit dem die Farbe des Steine betont wird.

Allerdings sind dem Handel mit Blauen Bernsteinen seitens der Dominikanischen Republik Grenzen gesetzt. 1987 wurde in einem Abkommen geregelt, dass Blaue Bernsteine nur nach vorheriger Erlaubnis des Nationalmuseums für Naturgeschichte außer Landes gebracht werden dürfen.

Auch lesenswert:
Larimar - Blauer Petalit
Amber, Ambra, Bernstein und Parfüm
Kopal - Junger Bernstein


Quellen:
www.gia.edu - Liu, Y., Shi, G. and Wang, S.: Color Phenomena of Blue Amber. IN: Gems & Gemology, Summer 2014, Vol. 50, No. 2
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Reinicke, R. (2007): Steine am Ostseestrand. Demmler Verlag Schwerin
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München

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