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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 09.03.2022


Ferrosilit

Ferrosilit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: ferrosilite | französisch: ferrosilite


Ferrosilit = Eisen-Magnesium-Pyroxen

Der Name Ferrosilit leitet sich von der Zusammensetzung des Minerals ab: die Silbe ferro steht für die Eisengehalte (engl. ferrous) und sili bezeichnet die Silicium-Anteile (engl. silicon) in Ferrosilit.

Die Beschreibung der ersten Ferrosilit-Funde aus Vittinki/Finnand geht 1925 auf den finnischen Mineralogen Martti Saxen (1898 bis 1977) zurück. Der Name Ferrosilit wiederum wurden im Jahr 1932 in die mineralogischen Literatur eingeführt und ist Henry Stephens Washington (1867 bis 1934; Mineraloge und Geologe) zu verdanken.


Eigenschaften von Ferrosilit

Ferrosilit ist ein Mineral bestehend aus (Fe2+,Mg)2Si2O6 – so genannter Eisen-Magnesium-Pyroxen, das der Mineralklasse der Silikate und im Speziellen den Orthopyroxenen zugeordnet wird.

Ferrosilit ist farblos, kann aber auch von grüner, oliv-brauner bis schwarzer Farbe sein.
Die Strichfarbe ist ein helles Graubraun.

Das eisenhaltige Silikatmineral kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem. Die Kristalle sind prismatisch und länglich, die Aggregate sind körnig.

Ferrosilit ist von durchscheinender bis durchsichtiger Transparenz bei glasartigem Glanz. Der Bruch ist uneben bis spröde, die Spaltbarkeit ist vollkommen.

Die Mohshärte beträgt 5 bis 6, die Dichte wird mit 3,88 bis 4,02 g/cm³ angegeben.


Entstehung und Verbreitung von Ferrosilit

Ferrosilit entsteht vor allem in Magmatiten mit basischem bis ultrabasischem Chemismus in der unteren Erdkruste (ca. 30 km unter der Erdoberfläche); Ferrosilit kann aber auch Bestandteil eisenhaltiger metamorpher Gesteine sein, die unter mittel- bis hochgradiger Metamorphose gebildet wurden.

Begleitminerale von Ferrosilit sind weitere eisenhaltige Minerale wie beispielsweise Magnetit, Hämatit und die Granatvarietät Almandin, aber auch Quarz und Diopsid können mit Ferrosilit assoziiert sein.

Nennenswerte Vorkommen von Ferrosilit befinden sich unter anderem in Schweden; Flekkefjord/Norwegen; im Norden Schottlands; Eifel/Deutschland; Bad Radkersburg/Österreich; um Banská Bystrica/Slowakei; Ural und Sibirien/Russland; Indien; Honshu/Japan; Algerien; Kamerun; Angola; Nordinsel von Neuseeland; im Südosten Kanadas und in einigen Staaten der USA.


Verwendung und Bedeutung von Ferrosilit

Ferrosilit ist ein vergleichsweise seltenes Mineral, das vorrangig von wissenschaftlichem Interesse ist.


Nachweis von Ferrosilit

Ferrosilit weist einen schwachen Pleochroismus auf, der in hell- bis grünbraunen Farbtönen erscheint.


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Auch interessant:


Quellen:
⇒ Saxen, M. (1925): Bulletin de la Société Geographique de Finlande
⇒ Washington, H. S. (1932): The Use of "Ferrosilite" as a Name for the Normative Molecule FeSiO3. IN: Mineralogische und petrographische Mittheilungen
⇒ Altaba, M. F. und G. Tanelli (1995): Wissen heute auf einen Blick - Mineralogie. Neuer Kaiser Verlag GmbH, Klagenfurt
www.mindat.org
www.handbookofmineralogy.org

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