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Suevit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Suevit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: suevite


Angelehnt an den ersten Fundort von Suevit im Nördlinger Ries in Schwaben wurde der aus dem Lateinischen stammende Name für Schwaben gewählt: Suevit = Schwabenstein.

Eigenschaften von Suevit

Suevit ist ein metamorphes Gestein, entstanden durch den Einschlag von Meteoriten.
Die Farbe des Gesteins variiert zwischen hell- und dunkelgrün bis rot und grünlich – abhängig von den Ausgangsgesteinen und lockeren Sedimenten, welche die Metamorphose zu Suevit erfahren haben.
Durch das Gefüge, d.h. die Anordnung der Gemengteile, erinnert Suevit optisch an Beton: deutlich hervortretende Bruchstücke von harten, kristallinen Gesteinen wie Gneis und Granit sowie Minerale, insbesondere Coesit, Riesit und Stishovit, aber auch Gesteinsgläser wie flaschengrüner Moldavit „schwimmen“ in der feinkörnigen Suevit-Matrix. Mitunter weisen die Gläser eine fließende Textur auf, die als Flädle bezeichnet wird.


Entstehung und Verbreitung von Suevit

Suevit entsteht im Zusammenhang mit Einschlägen von Meteoriten auf die Erdoberfläche. Die spezielle Form der Gesteinsmetamorphose, aus der Suevit hervorgeht, heißt Impakt- oder Stoßwellenmetamorphose. Dabei trifft ein Meteorit mit Überschallgeschwindigkeit auf die Erde. Durch den Aufprall kommt es vor Ort zu Temperaturen über mehreren tausend Grad Celsius bei Druckverhältnissen bis zu einer Million bar. In der Folge werden sämtliche Gesteine und Minerale im Impaktkrater aufgeschmolzen und/oder zertrümmert. Anschließend rekristallisieren die Schmelzen zu neuen Mineralen, Gläsern und werden zusammen mit Fragmente von Gesteinen und lockeren Sedimenten zu Suevit miteinander verkittet.
Die Vorkommen von Suevit beschränken sich nicht nur auf das Nördlinger Ries in Deutschland. In der Fachwelt hat es sich etabliert, Impaktite (= Gesteine, die durch einen Meteoriteneinschlag gebildet) wie den Namensgeber aus Schwaben als Suevit zu bezeichnen. So findet man Suevit bspw. auch auf der Halbinsel Yucatan in Mexiko, im sibirischen Popigai-Einschlagkrater und im Sudbury-Becken in Ontario/Kanada.


Bedeutung und Verwendung von Suevit

Suevit kam in der Vergangenheit für den Bau zahlreicher Bauwerke zum Einsatz. Allen voran kann man heute noch an einigen Gebäuden in Nördlingen deutlich erkennen, dass Suevit verbaut wurde, z.B. in der St- Georgs-Kirche und in Teilen der Stadtmauer.
Ferner wird Suevit pulverisiert Zementmischungen hinzugefügt, da mit dem Gestein eine besondere Feuerfestigkeit erreicht wird und das Gestein zudem durch wärmeisolierende Eigenschaften überzeugt.


Siehe auch:
- Meteoriten
- Die Entstehung metamorpher Gesteine
- Tektit

Letzte Aktualisierung: 28. Oktober 2018

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