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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 08.04.2024


Schneeflockenobsidian

Schneeflockenobsidian - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: snowflake obsidian | französisch: obsidienne flocon de neige


schneeflockenobsidian Foto
Bild 1: polierter Schneeflockenobsidian

Schneeflockenobsidian - Alternder Obsidian

Der Name Schneeflockenobsidian ist eine Anspielung auf das Aussehen des Gesteins, das an kleine Schneeflocken auf schwarzem Grund erinnert.


Eigenschaften von Schneeflockenobsidian

Schneeflockenobsidian ist eine Varietät von reinschwarzem Obsidian und ebenso wie dieser ist Schneeflockenobsidian ein Gestein magmatischen Ursprungs extrusiver Herkunft, das in der weiteren Einteilung des vulkanischen Gläsern zugeordnet wird.

Die Farbe von Schneeflockenobsidian ist dunkelgrau bis schwarz, durchsetzt von den charakteristischen weißen schneekristallähnlichen Zeichnungen. Der Name Schneeflockenobsidian ist allerdings erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts gängig. In historischen Mineralogiebüchern ist anstelle von Schneeflockenobsidian die Rede von Obsidian mit schneeweißen Flecken oder von Obsidian "mit gestreifter, geflammter oder gefleckter Farbenzeichnung" (Naumann, 1849) die Rede.

Die Korngröße von Schneeflockenobsidian ist sehr feinkörnig, d.h. die einzelnen Mineralbestandteile des Gesteins sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen (Mehr dazu: Die Eigenschaften von Obsidian). Die Kristallform des vulkanischen Glases ist vorwiegend amorph, durch die radialstrahligen Einschlüsse auch xenomorph. Der Bruch von Schneeflockenobsidian ist muschelig und scharfkantig, die Spaltbarkeit ist nicht vorhanden.

Die Mohshärte von Schneeflockenobsidian beträgt 5 bis 5,5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien und Gesteinen nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839), die Dichte beläuft sich auf 2,3 bis 2,6 g/cm3.


Entstehung und Verbreitung von Schneeflockenobsidian

Schneeflockenobsidian ist ein Gesteinsglas, das durch die schnelle Erkaltung vulkanischen Materials bei Eruptionen entsteht, ohne dass Kristallstrukturen erkennbar sind.
Die namensgebenden weißen Schneeflocken im Gestein sind auf Bereiche im Obsidian zurückzuführen, in denen das Glas bereits auszukristallisieren beginnt. Dass sich die weißen Zeichnungen zeigen, ist gleichzeitig ein Merkmal des Älterwerdens von Obsidianen.
Jüngerer Obsidian ist reinschwarz und mit zunehmendem Alter treten die typischen Schneeflocken hervor.

Die Vorkommen von Schneeflockenobsidian beschränken sich auf Regionen der Erde, die vom Vulkanismus geprägt sind oder waren.
Bedeutende Fundorte befinden sich z.B. in Italien; Island; Griechenland; Türkei; Kanarische Inseln/Spanien und USA.



schneeflockenobsidian_stein - Aufnahme des Minerals
Bild 2: Schneeflockenobsidian im Detail

Verwendung und Bedeutung von Schneeflockenobsidian

Wie auch der gemeine Obsidian wurde Schneeflockenobsidian in prähistorischen Zeiten wegen des scharfkantigen Bruchs als Werkzeug genutzt.
Weiterhin wird Schneeflockenobsidian zur Altersbestimmung von Vulkanausbrüchen anhand von Isotopenanalysen des Gesteins herangezogen.
Darüber hinaus wird Schneeflockenobsidian zu Schmucksteinen verarbeitet, wobei die schneeflockenähnlichen Zeichnungen am besten mittels Glattschliffen (Perlen, Cabochons) zur Wirkung kommen.


Auch interessant:


Quellen:
⇒ Naumann, C. F. (1849): Lehrbuch der Geognosie
⇒ Sinkankas, J. (1959): Gemstones of North America
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München

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