Logo

Vitriole Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 




Vitriole - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: vitriol | französisch: vitriol


Definition Vitriol

Vitriole sind Mineralien der Mineralklasse der Sulfate, deren Zusammensetzung von unterschiedlichen zweiwertigen Metallen und Kristallwasser bestimmt ist.
Metallhaltige Sulfatmineralien, die kein Kristallwasser aufweisen, werden mitunter als Halbvitriole bezeichnet. Zu den Halbvitriolen gehören zum Beispiel Pyrit und Lanarkit.


Chalkanthit
Vitriol Chalkanthit

Der Name Vitriol

Der Begriff Vitriol stammt aus dem Lateinischen und wird mit „gläsern“ übersetzt – angelehnt an das glasartige Aussehen der Kristalle von Vitriolen.
Erstmals erwähnt wurden Vitriole bei dem Gelehrten Albertus Magnus (1200 bis 1280) in seinem Werk „De Mineralibus“. Magnus geht dabei auf den Verwendungszweck von Vitriolen ein, die in der Vergangenheit vorrangig zum Einfärben von Leder, sog. Lederschwärzen, verwendet wurden. Neben der Bezeichnung Vitriol werden Vitriol-Mineralien auch unter dem Namen Galitzenstein geführt. Die Bedeutung Galitzenstein geht auf die Herkunft der Mineralien zurück, insofern der Großteil der Vitriole im Mittelalter in Galicien/Spanien abgebaut wurde.


Entstehung und Verbreitung von Vitriolen

Die Mineralien der Vitriol-Gruppe sind Sekundärmineralien, d.h. Mineralien, die aus der Verwitterung bzw. Zersetzung anderer Sulfatmineralien wie Pyrit, Markasit und Chalcopyrit in der Oxidationszone hervorgehen.
Die Vorkommen von Vitriolen erstrecken sich auf Fundorte weltweit. In Deutschland hatten hinsichtlich der wirtschaftlich bedeutenden Gewinnung insbesondere Standorte im Bayerischen Wald, die Gegend um Sondershausen und Schmiedefeld in Thüringen sowie Goslar im Harz einen hohen Stellenwert.


Unterscheidung von Vitriolen

Vitriole werden vor allem in Anlehnung an die enthaltenen Metalle unterschieden. Das Metall kann einzeln oder in Kombination mit anderen Mineralien in Form von Doppel- oder Mehrfachvitriolen vorkommen.
Anhand veralteter Bezeichnungen bestimmter Mineralien lässt sich die Zugehörigkeit zu den Vitriolen erkennen. Bei einigen – heute teilweise nicht mehr gebräuchlichen – Namen wird auch die Farbe des Minerals deutlich.


Element Mineralien
Blei (Pb) Linarit (Cu, Pb)
Eisen (Fe) Melanerit, Botryogen, Glockerit, Rozenit
Kobalt (Co) Bieberit
Kupfer (Cu) Chalkanthit, Linarit, Johannit, Kupfermelanerit
Magnesium (Mg) Leonhardit, Epsomit
Mangan (Mn) Ilesit (Mn, Zn, Fe), Aplowit (Co, Mn, Ni)
Nickel (Ni) Morenosit
Zink (Zn) Goslarit

Tabelle 1: Vitriole nach Elementen

Verwendung und Bedeutung von Vitriolen

Vitriole spielen seit jeher eine bedeutende Rolle im Alltag des Menschen. Neben der Verwendung zum Beizen werden Vitriole auch zum Einfärben von Stoffen und Leder genutzt, genau wie Vitriole in der Gewinnung von Farbstoffen und Pigmenten, als Desinfektionsmittel sowie Pestizide von Bedeutung sind.


Vitriole und Alchemie

Die Vertreter der Alchemie sahen hinter Vitriolen mehr als nur Mineralien.
Für die Alchemisten sind Vitriole der äußere Stein der Weisen, d.h. mittels Vitriolen ist demnach die Umwandlung scheinbar wertloser Steine in Edelmetalle wie Gold und Silber möglich.
Dass ausgerechnet Vitriole diejenigen Mineralien sind, um andere Mineralien in wertvolle Metalle umzuwandeln, sog. Materielle Transmutation, begründet die Alchemie mit den Anfangsbuchstaben, hinter denen sich der Leitsatz der Alchemie verbirgt und aneinander gereiht das Wort Vitriol ergeben (Akronym): Visita interiora terrae, rectificando invenies occultum lapidem – Suche unter der Erde, vervollkommene es und Du wirst den verborgenen Stein finden.
Trotz der Annahmen der Alchemisten ist es dennoch nicht möglich, Gold und Silber aus Vitriolen herzustellen.


Siehe auch:
Kristallwasser
Erz
Hildegard von Bingen und die Heilsteine


Quellen:
Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München*
www.mineralienatlas.de - Vitriol

* = Affiliate Link, d.h. beispielhafte Links, die zum Partnerprogramm von Amazon führen und bei erfolgreichem Verkauf mit einer Provision vergütet werden, ohne dass für Sie Mehrkosten entstehen.

Letzte Aktualisierung: 17. Januar 2019

Unsere Mineralien-Empfehlungen

Grüner Fluorit Oktaeder

Fluorit Oktaeder in grüner Farbe

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Börsenkalender

Mineralienboersen Kalender
Hier gelangen Sie direkt zum Börsenkalender

Unsere Buchmpfehlung

Der neue Kosmos-Mineralienführer: 700 Mineralien, Edelsteine und Gesteine

Kosmos Mineralienführer

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Mineralien-Steckbriefe