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Die Entstehung magmatischer Gesteine



Magmatische Gesteine sind das Ergebnis der Erstarrung von Magma und Lava. Bezogen auf den Entstehungsort werden Magmatite in intrusive und extrusive Gesteine untergliedert.

Vulkanite und Plutonite

Während intrusive Gesteine (Plutonite) unter der Erdoberfläche auskristallisieren, werden extrusive Gesteine (Vulkanite) an der Erdoberfläche gebildet.


Vulkanite (Beispiele): Rhyolith, vulkanische Gläser, Dazit, Pechstein, Bims, Ignimbrit, Basalt, Trachyt und Andesit.


Plutonite (Beispiele): Granit, Quarzporphyr, Pegmatit, Granodiorit, Anorthosit, Norit, Dunit, Gabbro, Peridotit, Syenit, Diorit

Lavabrocken aus Island

Gesteine aus Magma und Lava

Die Bildung der Minerale, aus denen ein Gestein besteht (sog. Haupt- und Nebengemengteile), aus der flüssigen Gesteinsschmelze (Magma) vollzieht sich in mehreren Phasen, in denen sich die Stammmagma durch Änderungen der chemischen Zusammensetzung in Teilmagmen aufspaltet.


Zunächst kristallisieren in der orthomagmatischen Phase die Minerale mit dem höchsten Schmelzpunkt (700 bis 1200°C) aus, gefolgt von den Mineralen der pneumatolytischen und hydrothermalen Phase.
Mit den Auskristallisationsabfolgen haben sich bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Geologen Karl Harry Friedrich Rosenbusch und Norman Levi Bowen befasst. Die Rosenbusch-Bowen-Reihe beschreibt, dass die ersten gesteinsbildenden Minerale aus der Gesteinsschmelze dunkle, mafische (d.h. magnesium- und eisenreiche) Minerale sind. Danach erstarren helle, calciumreiche Minerale, gefolgt von natriumreichen Plagioklasen, weiteren Feldspäten und Quarzen.


Rhyolith aus Finsterbergen/Thüringen

Lokal kann die Zusammensetzung der Gesteine erheblich schwanken. Grund dafür ist die Zusammensetzung des Magmas.
Unterschieden wird zwischen hellen, sauren Gesteinen mit einem Siliciumdioxidanteil von mehr als 65%, intermediären Gesteine mit 55 bis 65% Siliciumdioxid, basischen Gesteinen mit hohen Gehalten an Eisen und Magnesium bei 45 bis 55% Siliciumdioxid sowie ultrabasischen Gesteinen, deren Siliciumgehalt unter 45% liegt. Magmatite der sogenannten pazifischen Sippe bedingen vor allem saure, calciumreiche Gesteine wie Granit und Rhyolith. Die Gesteine der atlantischen Sippe sind basisch und natriumreich, z.B. Basalt und Gabbro.


Anhand der Kristallform und –größe sind Rückschlüsse auf die Entstehungsbedingungen möglich.


Intrusivgesteine (auch Plutonite, Tiefengesteine oder abyssische Gesteine genannt) sind grobkörnig mit hypidiomorphen, richtungslos angeordneten Mineralen, da die Minerale aufgrund der langsamen Erkaltung des Magmas im Erdinneren in Tiefen von 1 bis über 10 km unter der Erdoberfläche gut auskristallisieren konnten. Aufliegende Gesteinsschichten verhinderten durch die Wirkung von Druck Hohlräume und Poren im Gestein. Die Gesteine sind aus diesem Grund außerordentlich kompakt.


Extrusivgesteine (alternativ Ergußgesteine, Vulkanite oder Effusiva) sind feinkörnig, teilweise auch glasig. Die Kristalle sind xenomorph ausgebildet. Mitunter weisen Vulkanite Hohlräume als Zeichen der Entgasung der Lava auf. Teilweise sind diese oval oder langgezogen, zeigen damit die Fließrichtung der Gesteinsschmelze an.


Der Unterschied zwischen Lava und Magma


Basalt aus der Rhön/Deutschland


Siehe auch:
Schwarzer Granit
Das älteste Gestein der Welt
Kreislauf der Gesteine


Quellen:
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
⇒ Jassamanow, N.A. (1991): Kleines Spektrum der Wissenschaften - Geologie: Exkursion zur Erde
⇒ Georgi, K.-H. (1983): Kreislauf der Gesteine - Eine Einführung in die Geologie
⇒ Zepp, H. (2011): Grundriß Allgemeine Geographie: Geomorphologie
⇒ Ahnert, F. (2009): Einführung in die Geomorphologie

Letzte Aktualisierung: 20. Mai 2019

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