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Pigeonit

Das Pyroxenmineral der Halbinsel Pigeon

Namenspate des Minerals Pigeonit ist die US-amerikanische Halbinsel Pigeon, die sich im Oberen See (Lake Superior) im Bundesstaat Minnesota/USA befindet. Hier wurde das Mineral im Jahr 1900 entdeckt.


Eigenschaften von Pigeonit

Pigeonit ist mit der chemischen Zusammensetzung (Mg,Fe,Ca)2[Si2O6] ein Vertreter der Mineralklasse der Silikate und innerhalb derer den Pyroxenen zugehörig; ferner ist Pigeonit ein Klinopyroxen – genau wie Diopsid und Augit.

Die Farbe von Pigeonit ist dunkel und variiert zwischen grünbraun, graubraun, braun und schwarz. Die Strichfarbe ist ein gräuliches Weiß.

Das Pyroxenmineral Pigeonit kristallisiert dem monoklinen Kristallsystem folgend und bildet prismatische Kristalle.

Der Glanz von Pigeonit ist glasartig, die Transparenz ist durchscheinend. Der Bruch des Minerals ist uneben, die Spaltbarkeit ist gut. Die Mohshärte beträgt 6 bei einer Dichte von 3,17 bis 3,46 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Pigeonit

Pigeonit entsteht unter magmatischen Bedingungen und tritt insbesondere im Zusammenhang mit mafischen, dunklen Gesteinen (= magnesium- und eisenhaltig) wie Basalt auf und zählt zu den Mineralen, die während der Abkühlung basaltischer Lava als erstes auskristallisiert. Pigeonit konnte aber auch in einigen Meteoriten nachgewiesen werden.

Optisch ist Pigeonit anderen Pyroxenen sehr ähnlich; die Verwechslung liegt besonders nahe im Vergleich mit Hypersthen und Augit. Eine eindeutige Unterscheidung ist anhand der physikalischen Merkmale (Härte, Dichte, Spaltbarkeit und Bruch) schwer, weshalb zur Bestimmung röntgenographische Methoden angewendet werden, welche die chemische Zusammensetzung ähnlicher Minerale identifizieren.

Bedeutende Vorkommen von Pigeonit befinden sich in Teilen von Island, Deutschland, Ungarn, Slowakei, Indien, Südkorea, Australien sowie in den USA, wobei das Mineral abhängig vom Fundort unter anderem mit Anorthit, Augit, Brucit, Chromit, Magnetit, Maskelynit und Plagioklas vergesellschaftet ist.


Auch interessant:


Quellen:

  • Winchell, A. N. (1900): Mineralogical and petrographic study of the gabbroid rocks of Minnesota, and more particularly, of the plagioclasytes. IN: The American Geologist
  • Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
  • Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
  • Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
  • Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
  • Okrusch, M. und Matthes, S. (2013): Mineralogie. Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg

Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 30.06.2025

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