Montebrasit
Das Phosphatmineral der Montebras Mine
Namenspate des Minerals Montebrasit ist die gleichnamige Montebras Mine bei Boussac in Zentralfrankreich.
Im Jahr 1871 untersuchte der französische Mineraloge Alfred Des Cloizeaux (1817 bis 1897) das Probenmaterial der Typlokalität und stellte Montebrasit als Neuentdeckung in seiner Abhandlung unter dem Titel "Note sur la montebrasite" vor.
Eigenschaften von Montebrasit
Montebrasit ist mit der chemischen Zusammensetzung LiAl(PO4)(OH) ein Vertreter der kristallwasserhaltigen Phosphatmineralien.
Das lithiumhaltige Mineral kann von hellgelber, grünlicher, pastellvioletter bis hellblauer Farbe oder farblos sein. Die Strichfarbe ist immer weiß.
Montebrasit kristallisiert dem triklinen Kristallsystem folgend und bildet tafelige und kurzprismatische Kristalle sowie blättrige Aggregate.
Montebrasit weist einen matten bis glasartigen Glanz bei durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz auf. Der Bruch ist muschelig bis uneben.
Die Mohshärte von Montebrasit beträgt 5,5 bis 6 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839), die Dichte wird mit 2,98 bis 3,1 g/cm³ angegeben.
Entstehung und Verbreitung von Montebrasit
Montebrasit ist ein Mineral magmatischen Ursprungs, das während des hydrothermalen Stadiums bei Temperaturen unterhalb von 400 °C auskristallisiert.
Die Vorkommen von Montebrasit sind entstehungsbedingt an Granit und granitische Pegmatite gebunden und auf zahlreiche Fundorte weltweit, z.B. Schweden, Finnland, England, Frankreich, Österreich, Tschechien, Spanien, Portugal, Namibia, Angola, Madagaskar, Myanmar, Japan, Brasilien, Argentinien, USA und Kanada verteilt.
Je nach Fundort ist Montebrasit u.a. mit Albit und Cleavelandit/Feldspat, Bavenit, Elbait/Turmalin, Eosphorit, Fluorapatit, Fluorit, Kosnarit, Muskovit/Glimmer, Quarz und Spodumen vergesellschaftet.
Verwendung und Bedeutung von Montebrasit
Trotz der vielen Montebrasit-Vorkommen gilt das Mineral als vergleichsweise selten, sodass ein kommerzieller Abbau zwecks Lithium-Gewinnung nicht lohnenswert ist. Vielmehr ist das Mineral für Sammler und als Stein für Schmuck von Interesse.
Auch interessant:
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Quellen:
- Descloizeaux, A. (1871): Note sur la montebrasite. IN: Comptes Rendus Hebdomadaires des Séances de l’Académie des Sciences
- Kobell, F. (1873): Ueber den neueren Montebrasit von Descloizeaux (Hebronit). IN: Journal für praktische Chemie. Band 7
- Korbel, P.; Novak, M. und W. Horwath (2002): Mineralien Enzyklopädie, Dörfler Verlag
- Schumann, W. (2017): Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten. 1900 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.mindat.org - Montebrasite

