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Schlacke



Schlacke - ein Begriff mit vielfältiger Bedeutung. Im Zusammenhang mit Vulkanen werden unter Schlacken erkaltete Lavafetzen verstanden. Doch Schlacke kann auch unter dem Zutun des Menschen entstehen; dann handelt es sich um ein Restprodukt der Metallverarbeitung.

Inhaltsverzeichnis


Definition Schlacke

Schlacken (englisch: slag) sind Nebenprodukte, die bei der Verarbeitung und Gewinnung von Metallen aus verschiedenen erzhaltigen Gesteinen und Mineralien hervorgehen.
Der aus der Metallurgie abgeleitete Name Schlacke entstand im Zusammenhang mit der Bildung von Schlacke. Schlacke ist der taube Teil, d.h. „wertlose“, weil nahezu frei von wirtschaftlich bedeutendem Metall, der bei der Trennung von Metallen aus dem Gestein während des Schmelzprozesses entsteht, und vom metallhaltigen Teil „abgeschlacken“, also abgeschlagen werden muss.


Bild 1: Schlacke mit intensiv glänzender Oberfläche


Entstehung von Schlacke

Schlacke ist das Ergebnis, wenn aus erzhaltigen Gesteinen Metall gewonnen wurde. Bei der Verhüttung von Erzen werden Gesteine, die zum Beispiel Eisen, Kupfer, Aluminium oder Mangan aufweisen, in Hochöfen bei Temperaturen von bis zu 1.800 °C zusammen mit kalkhaltigen Gesteinen wie Dolomit und Kalkstein erhitzt und geschmolzen, um das Metall vom Gestein zu lösen.


Die Unterschiede in der Dichte sind es letztendlich, die zu einer Abtrennung der schwereren metallischen Komponenten und der leichteren Schlacken in der Schmelze führen. Die Schlacke wird im Zuge der Aufbereitung später – und in noch flüssiger Form – in sogenannten Beeten deckenartig aufgefangen. Hier kühlt die heiße, flüssige Schlacke ab.

Bild 2: Kupferschlacke


Verwendung und Nutzung von Schlacke

Aufgrund der Tatsache, dass Schlacke ein robustes Material ist, ist das das Schmelzprodukt von vielerlei Verwendung. So ist Schlacke beispielsweise im Straßenbau als langlebiger Pflasterstein von Bedeutung, oder wird als Hüttenstein beim Hausbau verwendet. Dazu wird die flüssige Schlacke in entsprechende Formen gegossen und härtet dort aus. Aber auch als Dämmmaterial hat sich Schlacke in Form von Hüttenwolle – vergleichbar mit faseriger Mineralwolle – etabliert, findet aber auch unter dem Namen Hüttensand als Bestandteil von Zementmischungen oder als Streusplitt Verwendung.



Bild 3: oben links: Bodeachat; unten rechts: porenreiche Schlacke im Detail


Eigenschaften von Schlacke

Charakteristisch für Schlacke ist die Beschaffenheit der Oberfläche. Entweder ist die Schlackenoberfläche porös wie Bimsstein oder Schlacken erscheinen als glasige Körper. Einige Schlacken sind aber auch matt wie im Fall von Bodeachaten. Bodeachate sind Kupferschlacken aus dem Harz, die vom Wasser des Flusses Bode abgeschmirgelt und poliert wurden.


Die Zusammensetzung von Schlacke

Die chemische Beschaffenheit von Schlacke variiert mit den Ausgangsgesteinen, mit denen als Zuschlagstoff das Metall extrahiert wird. Im Wesentlichen sind es Oxide von Calcium, Aluminium, Mangan, Eisen und Kupfer, die die chemischen Bausteine von Schlacken darstellen, und die Grundlage dafür schaffen, dass auf Schlacken Schlackenmineralien entstehen. Diese Sekundärmineralien bilden sich unter dem Einfluß atmosphärischer Gase und Flüssigkeiten im Zusammenspiel mit den Elementen, aus denen Schlacken aufgebaut sind. Schlackenmineralien werden allerdings laut International Mineralogical Association (IMA) seit dem Jahr 1995 offiziell nicht als Mineral angesehen, sofern Schlackenmineralien unter anthropogenem Einfluß entstanden sind.



Siehe auch:
Plastiglomerat
Heilsteine
Gefälschte Edelsteine und Mineralien



Letzte Aktualisierung: 29. November 2018

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