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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 06.12.2023


Crandallit

Crandallit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: crandallite


Kalkwavellit und Crandallit

Die ersten Funde des Minerals Crandallit stammen aus dem Jahr 1869, wobei das Mineral in der Brookly-Mine in Utah/USA entdeckt wurde und anfangs noch unter dem Namen Kalkwavellit in der Literatur geführt wurde. Erst 1917 erfolgte die Umbenennung in Crandallit durch Waldemar Schaller (Mineraloge, 1882 bis 1967) und Gerald Francis Loughlin (Geologe, 1880 bis 1946), wobei als Pate für den Namen der in Utah tätig gewesene Bergbauingenieur Milan Lucian Crandall (1856 bis 1940) steht .


Crandallit Kristalle
Mineral Crandallit: mehrere weißliche Kristalle (80-fache Vergrößerung; Fundort: Grube Clara)

Eigenschaften von Crandallit

Crandallit, bestehend aus CaAl3(PO4)(PO3OH)(OH)6 ist Vertreter der Mineralklasse der Phosphate, Arsenate und Vanadate, spezieller: kristallwasserhaltige Phosphate.

Die Farbe von Crandallit variiert zwischen weiß, gelb, hellrot oder grau. Die Strichfarbe ist weiß.

Crandallit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem – die Kristalle sind prismatisch, pseudokubisch und von geringer Größe. Die Aggregate erscheinen körnig, krustenartig, radialstrahlig angeordnet oder massig.

Der Glanz des Phosphatminerals ist matt bis glasartig, die Transparenz ist durchsichtig bis durchscheinend. Crandallit weist eine vollkommene Spaltbarkeit auf.

Die Mohshärte von Crandallit beträgt 4 bis 5 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien nach dem Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) bei einer Dichte von 2,78 bis 2,92 g/cm³.


Entstehung und Verbreitung von Crandallit

Als Sekundärmineral ist die Entstehung von Crandallit auf die Verwitterung von aluminium- und phosphathaltigen Sedimentgesteinen bzw. Sedimenten zurückzuführen. Das Mineral wurde aber auch in Pegmatiten gefunden.

Mit Crandallit sind z.B. die Mineralien Apatit, Quarze und Hydroxylherderit vergesellschaftet.

Nennenswerte Crandallit-Vorkommen befinden sich unter anderem in Limerick/Irland; Cornwall/England; Wales; Auvergne/Frankreich; Sauerland, Calw, Oberwolfach (Grube Clara), Klingenthal (Erzgebirge)/Deutschland; Böhmen/Tschechien; Steiermark, Kärnten/Österreich; Ungarn; Rumänien; Italien; Katalonien/Spanien; Russland; Südafrika; Nigeria; Kongo; Japan; Victoria, West- und Südaustralien/Australien; Mexiko; Minas Gerais/Brasilien; Puerto Rico; New Hampshire, Connecticut, New Mexico, Georgia, Arizona, Wisconsin, Virginia, Arkansas, Nevada, Kalifornien, Utah/USA.


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Auch interessant:


Quellen:
⇒ Schaller, W. und Loughlin, G. F. (1917): Crandallite, a new mineral. IN: The American Journal of Science, Vol. 193
⇒ Hochleitner, R. (2019): Crandallit. IN: Der neue Kosmos-Mineralienführer. 700 Mineralien, Edelsteine und Gesteine
www.handbookofmineralogy.com - crandallite
www.mindat.org - crandallite

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