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Steinsalz Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Steinsalz - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: rock salt | französisch: sel gemme


Steinsalz
Rotes Steinsalz

Der Name Steinsalz ist sowohl auf die Zusammensetzung als auch auf die kompakte Erscheinungsform des Gesteins zurückzuführen.


Eigenschaften von Steinsalz

Definition: Steinsalz ist ein Sedimentgestein chemischer Klassifikation, dessen Herkunft sowohl im marinen Bereich als auch in Salzseen liegt.
Die Farbe von reinem Steinsalz ist weiß. Verschiedene Beimengungen - bspw. Tonminerale, Eisenoxide, Elemente, Bitumen - oder Baufehler im Kristallgitter des aufbauenden Minerals Halit, können sich in roten, grauen, gelben, blauen oder violetten Farbtönen von Steinsalz äußern.
Steinsalz ist ein monomineralisches Gestein, dessen Zusammensetzung zum überwiegenden Teil von nur einem Mineral geprägt ist (im Vergleich dazu: polymineralische Gesteine). Der Hauptgemengteil von Steinsalz wird durch Halit repäsentiert. In geringen Mengen kann Steinsalz zudem Gips, Anhydrit oder Sylvin enthalten.
Das Gefüge von Steinsalz ist grob kristallin bis massig bei mittlerer bis grobkörniger Korngröße, bisweilen sind mit Flüssigkeiten gefüllte, kleine Hohlräume vorhanden. Beim Erhitzen entsteht deshalb ein Knistern im Gestein. Der Siedepunkt ist bei 1.413°C erreicht.
Die Dichte beläuft sich auf 2,1 bis 2,3 g/cm3.



Steinsalz
Steinsalz


Entstehung und Verbreitung von Steinsalz

Als sogenanntes Evaporit geht Steinsalz aus der Verdunstung von salzhaltigen Seen oder aus dem Meerwasser einstiger Urmeere hervor. Durch auflagernde Sedimente, wie z.B. in den mitteldeutschen Salzrevieren, kann Salz zu fließen beginnen und durch Intrusionen in höhere gelegene Schichten eindringen, zu erkennen an Salzdomen (pilzförmige Ansammlung von Steinsalz).
Silben wie Hall oder Salz im Namen von Städten geben Hinweise auf Steinsalzvorkommen einer Stadt/Region. Nennenswerte Vorkommen des Gesteins befinden sich u.a. im Zechsteingebiet Mitteldeutschlands (Mansfeld, Staßfurt, Salzgitter, Bad Salzdetfurth, Salzuflen), Bad Salzungen, Bad Friedrichshall, Bad Reichenhall (Berchtesgaden)/Deutschland; Salzburg, Salzkammergut/Österreich sowie in der Schweiz, Italien; Salzbrunn/Polen; Pakistan; Türkei und USA.


Bekannte Salzstädte

Tabelle: Städte in Deutschland und Österreich, in denen Steinsalz abgebaut wurde oder wird
Bundesland/LandStadt
Baden Württemberg
  • Bad Friedrichshall
  • Niedernhall
  • Schwäbisch Hall
Bayern
  • Bad Reichenhall
Hessen
  • Bad Salzhausen
Niedersachsen
  • Bad Salzdethfurth
  • Salzgitter
  • Salzhausen
Nordrhein-Westfalen
  • Bad Salzuflen
  • Salzkotten
Sachsen-Anhalt
  • Bad Salzelmen
  • Halle/Saale
  • Salzwedel
Thüringen
  • Bad Langensalza
  • Bad Salzungen
Österreich
  • Hall
  • Hallein
  • Hallstatt
  • Salzbergen
  • Salzburg


Steinsalz und Meersalz

Der wesentliche Unterschied zwischen Meersalz und Steinsalz ist das Alter und die Art der Gewinnung.
Während Steinsalz vor Jahrmillionen infolge der Austrockung/des Verschwindens einstiger Frühmeere entstand und untertage in Bergwerken abgebaut wird, ist Meersalz Salz, das in Salzgärten "geerntet" bzw. abgeschöpft wird. Meersalz gibt es unter verschiedenen Namen zu kaufen; das vermutlich populärste Meersalz ist Fleur de Sel oder Salzblume.


Steinsalz und Himalayasalz

Himalayasalz wird im Handel als ein besonderes Salz mit einem positiven Effekt auf die Gesundheit angepriesen, dass sogar die Heilung bestimmter Krankheiten verspricht - aufgrund der chemischen Zusammensetzung und den im Himalayasalz gespeicherten energetischen Schwingungen. Dass Himalayasalz Krankheiten heilen kann, konnte in wissenschaftlichen Studien nicht belegt werden.
Im Rahmen chemischer Analysen wurde festgestellt, dass Himalyasalz ebenfalls aus Natriumchlorid besteht, teilweise sind Spuren andere Salze wie Gips, Sylvin und Eisenoxide vorhanden. Eisenoxide wie Hämatit bewirken zudem die rosarote Farbe von Himalayasalz. Ungewöhnlich ist die Farbe nicht; gewöhnliches Steinsalz kann auch rosa gefärbt sein.
Mineralogisch betrachtet handelt es sich demnach bei Himalayasalz um Steinsalz, das in den pakistanischen Ausläufern des Himalaya und in Polen abgebaut wird.
Wesentliche Unterschiede zu Steinsalz anderer Vorkommen bestehen nicht.


Verwendung und Bedeutung von Steinsalz

Neben dem Einsatz als Speisesalz wird Steinsalz auch für industrielle Zwecke und zur Gewinnung von Natrium und Chlor genutzt.
Auch das Kunsthandwerk hat Steinsalz als Material erkannt, so dass es Steinsalz verarbeitet zu Steinsalzlampen, Steinsalzteelichthaltern oder einfach als dekorativer Stein zu kaufen gibt.


Sonstiges

Steinsalz ist auch unter dem Synonym Halitit, angeleht an das Mineral Halit, bekannt.



Siehe auch:
Kristalle züchten mit Salz
Persisches Blausalz
Speisesalz



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*

Quellen:
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg

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Letzte Aktualisierung: 8. Oktober 2019

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