Logo

Perlit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 




Perlit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: perlite | französisch: perlite

Perlit
Bild 1: geblähter Perlit


Erstmals erwähnt wurde das Gestein Perlit im Jahr 1822 von François Sulpice Beudant (1787 bis 1850) in seinen Aufzeichnungen zur „Voyage mineralogique et géologique en Hongrie“. Aufgrund des perlenartigen Glanzes und der optischen Ähnlichkeit von geblähtem Perlit mit Perlen wählte der französische Mineraloge den Namen Perlit für das Gestein.

Eigenschaften von Perliten

Definition: Perlit ist ein magmatisches Gestein extrusiver Herkunft und ein Vertreter der vulkanischen Gläser.
Die Farbe von Perlit kann braun, grau, rot oder graublau sein, wobei dunklere Farben auf ein höheres Alter der Perlite hinweisen bzw. die Umwandlung aus vulkanischen Gläsern weiter fortgeschritten ist. Gepoppter, industriell aufbereiteter Perlit ist weiß und gleicht optisch Styropor.
Die Zusammensetzung von Perlit ist silikatisch, Wasser ist bis zu zwei Prozent am Aufbau des Gesteins beteiligt.

Perlit
Bild 2: Perlite


Entstehung und Verbreitung von Perlit

Perlite entstehen, wenn vulkanische Gläser wie beispielsweise Obsidian verwittern. Das Gestein entwässert infolge der Verwitterung zunehmend. Zunächst kommt es zu Spannungsrissen auf der Gesteinsoberfläche. Bei fortschreitender Verwitterung platzt das Vulkanglas auseinander und bildet kleine Scherben und Perlen bzw. Kugeln, die kaum größer sind als eine Erbse.
Die Hauptabbauländer von Perliten sind Griechenland, die USA, Japan und die Türkei. Im Jahr 2010 wurden weltweit 1.7 Mio. t Rohperlit abgebaut, denen ein Wert von 19.6 Mio. US-Dollar entspricht (Quelle: http://minerals.usgs.gov).

Bedeutung und Verwendung von Perliten

Perlite zeichnen sich durch eine Nutzungsvielfalt aus. Im Handel gibt es Perlite meistens als gepoppte Version zu kaufen; teilweise unter dem Handelsnamen Perligran. Um gepoppten bzw. geblähten Perlit herzustellen, wird naturbelassener Perlit - ebenso wie aufgeblähter Vermiculit - schlagartig auf etwa 900 °C erhitzt. Damit einhergehend erfolgt eine Entwässerung und Volumenzunahme des Ausgangsmaterials um bis zu 20 %. Das Ergebnis sind kleine, weiße Kügelchen von geringem Gewicht.
Als Bodenverbesserer mit Erde vermischt, wirkt sich Perlit positiv auf den Boden, sowohl im Garten wie auch bei Pflanzen in Topfkultur, aus – indem sowohl die Bodendurchlüftung gefördert und der bodeneigene Wasserhaushalt unterstützt wird, Staunässe wird durch das hohe Wasserspeichervermögen der Perlite verhindert. Perlit hat sich aber auch ohne Erde als Anzuchtsubstrat für Pflanzen und Sprossen wie Kresse bewährt.
Weiterhin wird Perlit zur Isolierung und Wärmedämmung beim Hausbau eingesetzt; hervorzuheben ist bei dieser Nutzung die Feuerfestigkeit von Perlit. Teilweise wird Perlit zu diesem Zweck oberflächlich mit Silikonen, Wachsen oder Harzen behandelt – so genannte Hydrophobierung, die Perlite wasserabweisend machen. Der positive Nebeneffekt: Perlit ist gegen Feuchtigkeit beständig und bietet Schädlingen keinen Lebensraum. Daneben wird Perlit als Filter und Zuschlagstoff in Lacken, Farben und Putz verwendet.
In letzter Zeit erlangte Perlit als Inhaltsstoff von Deos unter dem Kunstnamen Mineralit an Bekanntheit. Eingesetzt wird hier ebenfalls aufgeblähter, unbehandelter Perlit, dessen Fähigkeit, Wasser bzw. Feuchtigkeit aufzunehmen, sich bedient wird. Aber auch in einigen Zahncremes ist Perlit zu finden. Unter den Inhaltsstoffen (Ingredients) von Zahnpasta ist das Gestein unter dem Namen Perlite enthalten und erfüllt die Funktion eines Putzkörpers.


Werbung: Perlite kaufen

*

Siehe auch:
- Alltägliches - Deos aus Mineralit und Alaun
- Industriemineralien
- Alltägliches - Mineralische Kakteenerde

Quellen:
Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
duenger-und-erde.de - Zuschlagstoff Perlit
- www.mii.org

* = Affiliate Link, d.h. beispielhafte Links, die zum Partnerprogramm von Amazon führen und bei erfolgreichem Verkauf mit einer Provision vergütet werden, ohne dass für Sie Mehrkosten entstehen.

Letzte Aktualisierung: 2. November 2018

Unsere Mineralien-Empfehlungen

Grüner Fluorit Oktaeder

Fluorit Oktaeder in grüner Farbe

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Börsenkalender

Mineralienboersen Kalender
Hier gelangen Sie direkt zum Börsenkalender

Unsere Buchmpfehlung

Der neue Kosmos-Mineralienführer: 700 Mineralien, Edelsteine und Gesteine

Kosmos Mineralienführer

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Mineralien-Steckbriefe