Erinit
Erinit alias Cornwallit oder synthetischer grüner Spinell
Der Name Erinit wird in der mineralogischen Literatur in zwei unterschiedlichen Bedeutungszusammenhängen verwendet.
Zum einen handelt es sich um eine historische Bezeichnung für das Mineral Cornwallit. Der österreichische Mineraloge Wilhelm von Haidinger (1795 bis 1871) führte den Namen 1828 ein, nachdem er ein entsprechendes Mineral aus der irischen Grafschaft Limerick beschrieben hatte. Die Namensgebung leitete er von Erin, der irischen Bezeichnung für Irland, ab. In der systematischen Mineralogie setzte sich jedoch ab etwa 1848 der heute gebräuchliche Name Cornwallit durch.
Haidinger beschrieb die Farbe von Erinit als „schön smaragdgrün, ins Grasgrüne neigend“, während die Strichfarbe als „apfelgrün“ angegeben wurde.
Von vergleichbarer Farbe ist Erinit-Spinell. Ob diese Bezeichnung bewusst in Anlehnung an die Ähnlichkeit zum Cornwallit gewählt wurde, ist nicht eindeutig belegt. Sicher ist jedoch, dass die intensive Grünfärbung des Spinells auf Fluoreszenzeffekte im Tageslicht zurückzuführen ist. Der überwiegende Teil der unter dem Namen Erinit im Handel angebotenen Steine ist synthetischen Ursprungs und wird über das Verneuil-Verfahren hergestellt.
Vereinzelt wurden jedoch auch natürliche Spinelle beschrieben, die im Tageslicht von gelbgrüne Farbe sind, unter kurzwelligem UV-Licht jedoch in ein intensives Gras- bis Apfelgrün wechseln.
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Quellen:
- Haidinger, W. (1828): Der Erinit, eine neue Mineralspecies. IN: Annalen der Physik und Chemie. Band 14.
- Sehgal, A. und Girma, D. (2016): Unusual Yellowish Green Spinel . IN: Gems & Gemology, Summer 2016
- www.mineralienatlas.de - Synthetischer Spinell, Erinit

