Im März 2026 sorgten Berichte über die vermeintliche Entdeckung von Rubinen auf dem Mars erstmals für Schlagzeilen. Tatsächlich hatte der NASA-Rover Perseverance Hinweise auf ein Mineral gefunden, das auf der Erde die Grundlage für Rubine bildet. Allerdings sind die Steine der Größe wegen ausschließlich für die Wissenschaft interessant.
In der Mineralogie wird Rubin als Varietät von Korund definiert und über die chemische Formel Al2O3 beschrieben. Mit einer Mohshärte von 9 gehört das Mineral zu den härtesten Mineralien der Erde und wird nur von Diamanten übertroffen.
In der Reinform ist Korund farblos, während die blaue Varietät Saphir durch Spuren von Titan und Eisen und Rubin durch Chrom gefärbt werden.
Bei Untersuchungen auf dem Mars wurden nun neben Hinweisen auf Korund auch Chromsignaturen festgestellt, die die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass sich auf dem Mars rubinähnlicher, chromhaltiger Korund gebildet haben könnte.
Entdeckt wurde das Material vom Marsrover Perseverance im Gebiet des Jezero-Kraters. Auf dem Gebiet des etwa 45 km im Durchmesser großen Einschlagkraters befand sich von Milliarden von Jahren ein See, in den in der Vergangenheit ein Fluss mündete und ein heute noch erkennbares Delta hinterließ.
Perseverance untersuchte neben den Sedimentgesteinen des Mars´ auch die Gesteine des Kraterbodens und Kraterrands, die so einen Einblick in geologische Geschichte des Planeten ermöglichen.
Technisch möglich ist die Untersuchung direkt vor Ort dank eines Instruments mit dem Namen SuperCam. Dabei wird ein Laser auf eine winzige Stelle eines Gesteins gerichtet. Ein kleiner Teil des Materials wird dabei stark erhitzt und zu Plasma. Das im Zuge dessen ausgesandte Licht lässt sich anschließend spektroskopisch untersuchen und ermöglicht anhand der charakteristischen Spektrallinien Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung des Gesteins, ohne dass das Gestein auf der Erde untersucht werden muss.
Allerdings sind die Korundkristalle mikroskopisch klein und nicht als rote Kristalle auf den Bildern des Marsrovers zu erkennen. Die Bezeichnung Mars-Rubin ist deshalb bislang eine vereinfachte Interpretation der mineralogischen Auswertung.
Das Mineral Korund entsteht auf der Erde unter verschiedenen geologischen Bedingungen, bspw. im Zuge der hochgradigen Metamorphose oder im Zusammenhang mit magmatischen und hydrothermalen Prozessen, die teilweise mit der geologisch aktiven Erdkruste einhergehen.
Der Mars besitzt jedoch keine mit der Erde vergleichbare aktive Plattentektonik, weshalb große Meteoriteneinschläge eine potentielle Erklärung für Vorkommen der korundähnlichen Mineralien sein könnten. Bei einem solchem Impakt ist der Untergrund kurzfristig extremen Temperatur- und Druckverhältnissen ausgesetzt, bei denen das vorhandene Gestein aufgeschmolzen wird, sich chemisch verändert und als neues Mineral rekristallisiert. Da die Marsoberfläche zahllose Einschlagkrater aufweist, könnten solche Ereignisse die Voraussetzung für die Entstehung aluminiumoxidreicher Mineralien wie Korund gewesen sein.
Für die Planetenforschung sind die möglichen Funde von Mars-Rubinen weniger wegen des Wertes als Edelstein interessant als wegen der Informationen, die das Mineral über die Entstehungsgeschichte und -bedingungen des Planeten verrät.
Quellen:
Letzte Aktualisierung: 24.08.2026