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Steinkohle Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

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Steinkohle - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: bituminous coal/black coal | französisch: houille


Der Name Steinkohle bezieht sich auf Kohle, die sich hinsichtlich der Härte, dem Kohlenstoff- und Wassergehalt von Braunkohle unterscheidet und den Charakter eines Steins aufkommen lässt.


Eigenschaften von Steinkohle

Definition Steinkohle: Steinkohle ist ein Sedimentgestein organischen Ursprungs, wobei die organischen Bestandteile von Steinkohle von fossilen, heute nicht mehr existenten Pflanzen wie Baumfarne, fossile Schachtelhalme und Schuppenbäume repräsentiert werden.
Die Farbe von Steinkohle ist dunkelgrau bis schwarz (daher der Alternativname Schwarzkohle), was mit dem hohen Kohlenstoffgehalt von Steinkohle begründet wird. Während Torf zu 55 bis 64 % aus Kohlenstoff besteht, und Braunkohle einen Kohlenstoffgehalt von 60 bis 75 % aufweist, sind es bei Steinkohle 78 bis 90 % Kohlenstoff in der Masse.
Die Strichfarbe von Steinkohle ist schwarz, was ein Unterscheidungsmerkmal zu Braunkohle darstellt. Braunkohle mit dunkelbrauner Farbe ist Steinkohle sehr ähnlich, jedoch ist die Strichfarbe – die Farbe, die entsteht, wenn Braun-/Steinkohle über eine unglasierte Porzellantafel gerieben wird – braun.
Der Glanz von Steinkohle variiert zwischen matt und glasartig bis fettig; aufgrund des lagenartigen Charakters von Steinkohle wechseln sich matte und fettig/glasartig glänzende Schichten ab. Das Gefüge von Steinkohle ist gleichmäßig, die Korngröße ist fein bis mittel. Fossilien sind in seltenen Fällen vorhanden.


Entstehung und Verbreitung von Steinkohle

Steinkohle ist ein Gestein, das über Jahrmillionen hinweg aus Torf entstanden ist.
Die Entstehung der heutigen Steinkohle setzt vor etwa 280 bis 345 Mio. Jahren ein. In der Geologie ist dieses Erdzeitalter als Karbon bzw. Steinkohlezeitalter bekannt, da zu dieser Zeit die Bildung der weltweiten Steinkohlelagerstätten einsetzte.
Die Vegetation des Karbons war vielfältig. In den damaligen Urwäldern wuchsen Farne, Schachtelhalme und Schuppenbäume. Nachdem diese Pflanzen abstarben, erfolgte die Ablagerung in Sümpfen oder Seen/Gewässern, die verlandeten. Es entstanden die ersten Torfe, auf denen sich nach und nach Gesteins- bzw. Sedimentschichten ablagerten – immer wieder und im Wechsel Torf-Sediment. Unter der Auflast kam es zum Sauerstoffabschluss, sodass die Pflanzen nicht zersetzt wurden und gleichzeitig aufgrund der Masse Wasser aus den Schichten herausgepresst wurde. Damit einhergehend kam es zur Erhöhung der Temperatur in den Torfen, sodass als erstes Produkt Braunkohle hervorging. Aufgrund des Gewichts der Sediment wurde die Braunkohle immer tiefer in den Untergrund gedrückt, mit der Folge, dass sowohl die Druck- wie auch Temperaturverhältnisse stetig zunahmen und aus Braunkohle Steinkohle wurde.
Im direkten Vergleich ist der Grad der Inkohlung, d.h. Kohlenstoffanteil, von Steinkohle gegenüber Braunkohle höher.
Die reichhaltigsten Steinkohle-Vorkommen der Welt befinden sich in den USA, in Russland, Tschechien, Polen, der Ukraine, Kasachstan, Indien, China, Australien, Kolumbien und Deutschland, wobei sich das Ruhrgebiet in der Vergangenheit einen Namen als Steinkohlerevier gemacht hat.


Bedeutung und Verwendung von Steinkohle

Steinkohle ist ein wichtiger Energieträger in Erzeugung von Strom und Wärme.
Auch wenn Deutschland über abbauwürdige Mengen an Steinkohle verfügt, wird auf Exporte aus dem Ausland, vor allem aus China, zurückgegriffen. Schätzungen zufolge reichen die deutschen Steinkohlelagerstätten noch über 1000 Jahre. Allerdings liegen die wirtschaftlich interessanten und leicht abbauwürdigen Mengen in bis zu 1000 m tiefen Schichten, die einen Abbau unrentabel machen, sodass der Abbau von Steinkohle in Deutschland kostenintensiver ist als die Einfuhr aus dem Ausland.


Nachweis von Steinkohle

Nimmt man Steinkohle in die Hände, verfärben sich diese schwarz. Selbiges gilt, wenn man Steinkohle auf Papier „schreibt“.



Siehe auch:
Shungit-Kohle
Warum wird Sandstein mit der Zeit schwarz?
Gestein des Jahres


Quellen:
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München

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Letzte Aktualisierung: 20. November 2018

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