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Alltägliches - Zahnpasta



Fein pulverisiert finden viele Mineralien und Gesteine Einsatz in alltäglichen Gebrauchsgegenständen und Pflegemitteln – u.a. auch in Zahnpasta.

Mineralien in Zahnpasta

Zahnpasta ist ein Pflegemittel pastöser Konsistenz, das in der Mundhygiene eingesetzt wird.
Zu den Bestandteilen von Zahnpasta zählen Tenside, Feuchthaltemittel, Aromen natürlichen (v.a. Kräuter wie Pfefferminze, Salbei und Thymian) oder künstlichen Ursprungs, schmerzstillende und entzündungshemmende Zusatzstoffe sowie mineralische Putzkörper. Erkennbar sind diese in der Auflistung der Inhaltsstoffe (INCI) unter dem lateinischen oder englischen Fachbegriff als

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Den in Zahnpasta enthaltenen Mineralien ist die Hauptleistung der Reinigung zu verdanken. Die fein zerkleinerten Putzkörper funktionieren in der Paste als Poliermittel, das anhaftende Zahnbeläge (Plaque) oder anderweitige Verschmutzungen entfernt. Zahnpasta ist ein mechanisch arbeitendes Reinigungsmittel.
Dass der Zahnschmelz dennoch nicht durch das Schmirgeln abtragen wird bzw. beschädigt wird, liegt an der Härte der Putzkörper und den Zähnen selbst. Zähne bestehen aus dem Mineral Hydroxylapatit. Das calciumhaltige Phosphatmineral hat auf der Mohs´schen Härteskala eine Härte von 5.
Salz, Kreide oder andere calciumkarbonathaltige Minerale weisen eine geringere Härte auf, sind physikalisch nicht in der Lage, härtere Minerale zu bearbeiten. Silikatische Minerale weisen eine Mohshärte von 5 bis 6 auf, sind in diesem Zusammenhang intensiver in der Reinigungsleistung.
Diesem Umstand bedienen sich einige Weißmacher- bzw. aufhellende Zahncremes. Hier werden vor allem härtere und mengenmäßig mehr Putzkörper eingesetzt, die den Zahn polieren.
Erkennbar ist die Leistung des Abriebs (Abrasion) anhand des RDA (Radioactive Dentine Abrasion). Um den Zahnschmelz nicht nachhaltig zu beeinträchtigen, sind Zahnpasten mit RDA-Werten von 40 bis 70 empfehlenswert.

Zusätzlich wird Zahncremes mitunter Fluorid zugesetzt. Fluorid wird aus fluoridhaltigen Mineralen wie Kryolith oder Fluorit gewonnen und dient der Härtung von Zahnschmelz. Beim Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta wird Fluorid in den Zahn eingelagert. Apatit, das zahnbildende Mineral, kann gewisse Mengen von wasserlöslichen Mineralen aufgrund der mineraleigenen Durchlässigkeit in das Kristallgitter einbauen.

Geschichte der Zahnpasta

Bereits in der Antike wurde Mundpflege mit Zahnpasta betrieben.
Überlieferungen von Plinius dem Älteren (23 bis 79 n.Chr.) belegen, dass die im ersten Jahrhundert n.Chr. verwendete Zahnpasta aus einem Zahnpulver bestand. Hauptinhaltsstoff des sogenannten Dentifricium waren neben Bims und Marmor auch kalkhaltige Schalen und Knochen sowie Kräuter mit antiseptischen Wirkungen. Das fein gemörserte Zahnpulver wurde mit Wasser zu einer Paste vermischt und mit den Fingern oder Bürstchen aufgetragen. Mit der Zeit etablierte sich ebenfalls Salz in der Zahnpflege. Das Mineral löst Verunreinigungen, regt als Solezahnpasta den Speichelfluss an und damit auch die Selbstreinigung der Zähne.

Zahnpulver war noch weit bis ins 19. Jahrhundert in der Mundhygiene gängig. 1824 kam die erste Zahnsseife auf den Markt, bei der dem Zahnpulver seifenbildende Stoffe zugesetzt wurden, dass ein hartes Stück Seife hergestellt werden konnte. Mittels Zahnbürste wurde die Zahnseife aufgeschäumt und verwendet.

Der hygienische und praktische Durchbruch in der Herstellung von Zahnpasta gelang 1887 Carl Sarg (1832 bis 1895). Der Wiener Unternehmer versetzte reinigende Substanzen mit Glyzerin, weshalb die Masse eine cremige Konsistenz bekam und erstmals in Tuben unter dem Markenname Kalodont abgefüllt werden konnte. 20 Jahre später erschien 1907 das deutsche Pendant Chlorodont. Das deutsche Konkurrenzprodukt wurde vom Dresdener Apotheker Ottomar Heinsius von Mayenburg (1865 bis 1932) hergestellt, der Bims, Calciumcarbonat und Seife mit Glyzerin, Kaliumchlorit und Minze zu Zahnpasta zusammenrührte.


Siehe auch:
Bimsstein
Speisesalz
Deo aus Alaun und Mineralit


Quellen:
www.gesundheit.de
www.zahnwissen.de
www.zahnaerzte.de

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Letzte Aktualisierung: 8. Oktober 2019




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