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Berühmte Edelsteine – Sunrise Ruby



Rubine sind nicht einfach nur rote Edelsteine. Am bekanntesten sind Rubine mit reinroter Farbe. Viele Rubine weisen aber auch einen Stich ins Braune, Violette oder Bläuliche auf. Ist die Rede vom typischen Rubinrot, ist in den meisten Fällen ein Rot mit einem Hauch Blau gemeint. In Fachkreisen und auf dem Edelsteinmarkt wird jenes blaustichige Rubinrot unter dem Namen Pigeon Blood Ruby oder Taubenblutrubin verkauft. Eine Farbe, die sich beim teuersten Rubin – dem Sunrise Ruby - der Welt wiederfindet.

Der Name Sunrise Ruby

Die Bezeichnung Sunrise Ruby (zu deutsch: Sonnenaufgang-Rubin) geht auf ein Gedicht aus dem mittleren 13. Jahrhundert zurück. Dschalal ad-Din ar-Rumi« (1207 bis 1273), seines Zeichens Dichter aus Persien, verfasste das Gedicht „The Sunrise Ruby“. Der namensgebende Rubin im Gedicht steht als Metapher für die Schönheit der Morgenröte, den Wagemut und die Härte des Lebens.
Ein Vergleich, der durchaus zutreffend ist; gelten Rubine doch mit zu den begehrtesten sowie schönsten Edelsteinen der Welt und sind zudem von außerordentlicher Härte.


Gewicht, Farbe und Schliff des Sunrise Rubys

Der Sunrise Ruby-Rubin bringt ein Gewicht von 25,59 Karat (entspricht 5,118 g)auf die Waage. Die Angabe bezieht sich auf den geschliffenen Rubin; Daten zum Gewicht des Rohsteins sind nicht überliefert. Allerdings dürfte das ursprüngliche Gewicht des Sunrise Rubins wesentlich höher gewesen sein. Mit dem Schliff des Rohkristalls gehen teilweise bis zu 40 % vom Ausgangsgewicht von Mineralien verloren.
Dennoch gilt der Sunrise Ruby als eine Ausnahmeerscheinung, denn große Rubinkristalle sind sehr selten.
Neben dem Gewicht ist die Farbe eine weitere Besonderheit des Rubins: Das begehrte Taubenblutrot (im Englischen als Pigeon Blood Ruby bezeichnet). Viele der im Handel angebotenen Rubine werden einer nachträglichen Behandlung unterzogen, um die Farbe zu korrigieren bzw. in einen bestimmten Farbton zu bringen. Einem Gutachten des renommierten Gübelin Gemmologischen Labors zufolge ist die Farbe des Sunrise Rubys natürlichen Ursprungs und nicht das Ergebnis einer Veredelung.
Für den aus Burma stammenden Rubin wurde der Kissenschliff (engl. Cushion Cut) gewählt. Der Cushion Cut zeichnet sich in der Aufsicht durch eine rechteckige Grundform mit abgerundeten Kanten aus. Der untere Teil des Steins ist ähnlich wie beim Brillantschliff (engl. Brilliant Cut) spitz zulaufend und mit einer Vielzahl von Facetten versehen. Der Kissenschliff wird vor allem bei Mineralien mit hoher Reinheit angewendet, deren Farbspiel und Brillanz unterstrichen werden soll.


Die Geschichte des Sunrise Rubys

Die Vergangenheit des Sunrise Ruby-Rubins liegt im Verborgenen.
Informationen hinsichtlich der Größe des ungeschliffenen Rubins, das Jahr der Entdeckung sowie der genaue Fundort sind unbekannt. Als sicher gilt einzig der Fakt, dass der Sunrise Ruby in Burma zutage gefördert wurde.
Die Tatsache überrascht wenig, denn die schönsten und farblich intensivsten Taubenblutrubine stammen aus Burma. Angelehnt an die Herkunft werden die dort gefundenen Rubine als Burma-Rubin, Birma-Rubin oder Myanmar-Rubin tituliert. Lange Zeit galt Burma als einzige Quelle von Taubenblutrubinen. Mittlerweile haben sich Tansania und Vietnam auch einen Namen als bedeutende Lagerstätte von Taubenblutrubinen gemacht.
Ein Highlight in der Historie des Sunrise Rubys ist der 12. Mai 2015. Im Rahmen einer Auktion wurde der Sunrise Ruby in Genf versteigert. Das Höchstgebot lag bei 30,42 Mio. US-Dollar. Eine Summe, die weitaus höher lag die vorherigen Preisschätzungen, die zwischen 12 und 18 Mio. US-Dollar lagen. Mit im Preis inbegriffen waren zwei weiße Diamanten im Pentagonschliff mit 2,47 und 2,70 Karat, die den wertvollen Rubin – angeboten als Ring – beidseitig verzierten.
Dass der Sunrise Ruby beim Verkauf einen derart hohen Betrag erreicht, ist mit der Qualität des Rubins zu erklären. Rubine in der Farbe Taubenblutrot verbunden mit einer herausragenden Reinheit und einem perfekt gearbeiteten Schliff sowie einer beachtlichen Größe sind keine Alltäglichkeit. Hinzu kommt, dass der Rubin naturbelassen ist. Es wurde weder eine Farbkorrektur vorgenommen noch wurden Unreinheiten im Kristall beseitigt, was sich im Preis des Sunrise Rubins niederschlägt. - Und damit einen Rekord aufstellt. Der Sunrise Ruby ist bis dato nicht nur der teuerste Farbedelstein der Welt, sondern auch der teuerste Rubin aller Zeiten.


Siehe auch:
Die größten Edelsteine der Welt
Rote Diamanten
Rubine, die keine sind


Quellen:
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Medenbach, O.; Sussieck-Fornefeld, C.; Steinbach, G. (1996): Steinbachs Naturführer Mineralien. 223 Artbeschreibungen, 362 Farbfotos, 250 Zeichnungen und 30 Seiten Bestimmungstabellen. Mosaik Verlag München
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München
- www.sothebys.com
- http://4cs.gia.edu

Letzte Aktualisierung: 7. November 2019




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