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In, auf und aus Gestein gebaut - Burg Stolpen



Inmitten der westlichen Ausläufer der Oberlausitz in Sachsen erhebt sich in Stolpen die gleichnamige Burg – errichtet auf einem Sockel aus Basalt. Dass Basalt für Stolpen seit jeher von Bedeutung war, lässt sich anhand des altslawischen Namensursprungs entnehmen, demnach Stolpen als Ort auf Säulen übersetzt wird.

Der Basalt der Burg Stolpen

Der zum Naturdenkmal erklärte Basaltberg von Stolpen ist Zeugnis des Vulkanismus in Sachsen vor über 25 Millionen Jahren (Tertiär). Bereits vor etwa 40 Millionen Jahren setzte sich in weiten Teilen Europas die Erde in Bewegung. Durch tektonische Vorgänge, bedingt durch das Subduzieren der Afrikanischen Platte unter die Eurasische Platte, kam es zu vielen Rissen in der Erdkruste im Bereich des heutigen Mitteldeutschlands. Das Abbild bzw. Zeugnis historischer und zum Teil heute noch aktiver vulkanischer Tätigkeiten in Deutschland ist die sogenannte Straße der Vulkane - im Osten in der Lausitz beginnend über Erzgebirge und Vogtland westwärts folgend in Richtung Rhön, Vogelsberg, Siebengebirge und Eifel.


Bild 1: Burg Stolpen auf Basaltsockel (Quelle: Bildpixel / pixelio.de)


Als vor 25 Millionen Jahren aus dem Erdinneren der heutigen Lausitz aufdringendes, flüssiges Magma an die Erdoberfläche gelangte und erstarrte, formten sich die für Basalt typischen Säulen aus.
Die Basaltsäulen von Stolpen erreichen einige Meter Länge bei Durchmessern von 15 bis 45 cm. Der Basalt ist in dieser Gegend selten; das vorherrschende Gestein der Lausitz ist Granodiorit, ein Gestein ebenfalls magmatischen Ursprungs, jedoch im Erdinneren entstanden (Plutonit). Der dem Granit hinsichtlich der Zusammensetzung ähnliche Granodiorit wird auf ein Alter von 1000 bis 542 Mio. Jahren (Neoproterozoikum) datiert.


Bild 2: Blick auf die Burg Stolpen (Quelle: Claudia Rosjat / pixelio.de)

Die Geschichte der Burg Stolpen

Die ersten Bauaktivitäten der Burganlage auf dem Basalt von Stolpen - deren bekannteste Bewohnerin Gräfin Constantia von Cosel (1680 bis 1765) war, die von August dem Starken wegen Landesverrat in der Burg inhaftiert wurde - gehen auf das Jahr 1100 zurück.
Da bereits in der Vergangenheit festgestellt wurde, dass Basalt ein verwitterungsresistentes und stabiles Baumaterial ist, wurde der Basalt von Stolpen auch in der Burg verarbeitet. Insgesamt weist die Basaltburg eine Ost-West-Ausdehnung von 350 m sowie Nord-Süd-Ausdehnung von 220 m auf, unterteile in jeweils zwei Vorburgen und zweit Hauptburgen. Die Wasserversorgung der Burg wurde direkt auf dem Burggelände 1608 mit der Errichtung eines 84,39 m tiefen Basaltbrunnen gewährleistet, der im Jahr 1632 fertiggestellt wurde. Der Grund für die lange Dauer der Bauarbeiten am Brunnen ist die hohe Dichte des Basalts, infolge derer die Bohrungen nach Grundwasser erschwert wurden.


Siehe auch:
- In, auf und aus Gestein gebaut - Felsengänge Nürnberg
- Steinerne Zeugen - Giant´s Causeway
- Findlinge



Quellen:
- http://www.burg-stolpen.org/
Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach*
Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH*
Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München*
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart*
Murawski, H., Meyer, W. (2017): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart, 12. Auflage*
Schumann, W. (1994): Steine und Mineralien sammeln; finden, präparieren, bestimmen. BLV Verlag München*

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Letzte Aktualisierung: 8. Februar 2019

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