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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 21.05.2024


Glessit

Glessit - Entstehung und Herkunft

englisch: glessite


Bernstein von der Küste und dem Binnenland

Der Name Glessit ist dem Naturforscher Otto Helm (1826 bis 1902) zu verdanken, der im Jahr 1881 seine Forschungsergebnisse unter dem Titel "Glessit, ein neues in Gemeinschaft von Bernstein vorkommendes fossiles Harz" veröffentlichte.

Den Namen Glessit wiederum leitete Helm von dem Wort "glessum" ab - ein für Bernstein gängiger Begriff aus dem Vokabular der Aestyer, einem historischen Volk im Baltikum.


Eigenschaften von Glessit

Glessit ist ein rotbrauner, brauner, graubrauner bis schwarzer Bernstein von glasartigem bis fettigem Glanz. Die Farbe kann aber auch deutlich heller sein, in diesem Fall handelt es sich allerdings um eine Verwitterungskruste.
Die Transparenz von Glessit variiert zwischen durchscheinend und undurchsichtig; je dunkler die Farbe, desto weniger lichtdurchlässig sind die Steine.
Im Vergleich zum Baltischen Bernstein, Succinit, ist Glessit mit einer Mohshärte von 2 etwas weicher. Als wesentliches Merkmal zur Unterscheidung von Succinit beschreibt Helm aber eine Eigenart, die sich unter dem Mikroskop zeigt: "zahlreiche kugelrunde, zellenartige Gebilde".


Entstehung und Verbreitung von Glessit

Glessit ist ein Jahrmillionen altes fossiles Harz. Helm ging seinerzeit davon aus, dass Myrrhe das ursprüngliche Harz lieferte. Mittlerweile wird auch über Balsambaum- und Birkengewächse diskutiert.

Helms Untersuchungen stützten sich ausschließlich auf Glessit von der Ostseeküste. 1986 wurden auch im Bitterfelder Bernsteinvorkommen in Sachsen-Anhalt sowie in der Lausitz Glessit-Vorkommen entdeckt. Glessit gilt aufgrund der wenigen Fundorte dennoch als selten.


Glessit erkennen

Die für Glessit typischen mikroskopischen Strukturen erleichtern die Bestimmung. Helm stellte zudem fest, dass Glessit sich bei Erwärmung verfärbt: anfänglich wird Glessit "gelbroth, tiefroth", bis es in braun übergeht und bei 200 °C anfängt zu schmelzen.


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Quellen:

Mineralien-Steckbriefe