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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 23.12.2023


Waylandit

Waylandit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

english: waylandite

Im Jahr 1962 wurde Waylandit erstmals von Mrose und von Knorring in einem wissenschaftlichen Artikel erwähnt [1]. Benannt wurde das Mineral nach Edward James Wayland, dem ersten Direktor des Geological Surveys in Uganda.

Waylandit mit gelben Kristallen
Waylandit mit gelben Kristallen (Fundort: Schneeberg / Erzgebirge)

Eigenschaften von Waylandit

Waylandit ist ein anerkanntes Mineral der Alunit-Supergruppe und wird zusammen mit anderen Mineralien wie Crandalit, Gorceixit und Plumbogummit in die untergeordnete Plumbogummit-Gruppe mit -1c eingeordnet. Es gehört zu den Wismutmineralien und hat die chemische Formel BiAl3(PO4) 2 (OH) 6. Chemisch besteht es nahezu aus gleichen Anteilen aus Sauerstoff und Wismut, untergeordnet aus Aluminium und Phosphor und in sehr kleinen Anteilen aus Wasserstoff.

Es wurden bereits auch Waylanditkristalle gefunden, die statt Wismut Calcium oder Phosphor enthalten.

Nach mehreren Beobachtungen stellt man fest, dass Waylandit nur kleine Kristalle mit höchstens 0,5 mm Höhe und Breite bildet. Sie sind daher immer nur mit der Lupe oder einem Mikroskop zu beobachten. Dort sind die Kristalle meist als ründliche, kugelähnliche Formen wahrzunehmen. Es ist jedoch auch möglich, dass das Bismutmineral lediglich feinkörniges Pulver bildet und daher als derbe Masse wahrgenommen wird.

Waylandit kugelig
kugeliger Waylandit (Fundort: Schneeberg / Erzgebirge)

Waylandit kristallisiert im trigonalen Kristallsystem, ist selbst aber zumeist pseudokubisch oder pseudohexagonal. Die Kristalle sind oft farblos, können aber auch eine weiße, bräunliche, gelbe oder gelbgrünliche Farbe aufweisen. Bei einer spezifischen Dichte von etwa 4 weist es eine Mohshärte zwischen 4 und 5 auf. Glanz: Die Kristalle sind meist matt oder zeigen einen Glasglanz.

Entstehung von Waylandit

Waylandit ist ein Sekundärmineral und entsteht durch die Umwandlung primärer Wismutminerale wie Bismutit oder Kettnerit. Meist entsteht es in Drusen von Pegmatiten oder Quarziten. In Pegmatiten findet man es fast ausschließlich als feinkristallines Pulver, während es in Quarziten in seiner typisch kugeligen Kristallform zu finden ist.

Es ist auch möglich, Waylandit synthetisch herzustellen. Dafür werden hydrothermale Bedingungen bei Temperaturen von etwa 200 °C und Drücke von etwa 7 MPa benötigt.

Vorkommen und Fundorte

Das Mineral Waylandit kommt relativ selten vor. Bekannte Fundorte gibt es in Uganda und Kongo, aber auch in Deutschland, den USA, Brasilien, Japan und Australien. In Deutschland sind die Lagerstätten um den Schneeberg im Erzgebirge berühmte Fundstellen, wo vor allem grünliche oder bräunliche Waylanditkristalle gefunden werden.

Weiterführende Literatur:

  • von Knorring, O., Mrose M.E. (1962): Westgrenite and waylandite, two new bismuth minerals from Uganda. In: Geological Society of America, Abstracts Annual Meetings, S. 156A-157A.

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