Die chinesische Raumsonde Chang’e-5 brachte im Dezember 2020 mehrere Gesteinsproben vom Mond zur Erde. Darunter befanden sich u.a. jüngere Basalte mit einem Alter um die 2 Milliarden Jahre, die sich dort in Mare gebildet haben. Diese jungen Basalte geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Einblick in eine spätere Phase des Vulkanismus auf dem Mond. Diese Phase war geprägt von einer Zeit, bei dem sich der Mond zum überwiegenden Teil bereits abgekühlt hat.
Laborversuche und Modellierungen der Geowissenschaftler Dian Ji und Rajdeep Dasgupta zeigten, dass in der Mantelquelle dieser Chang’e-5 Basalte Granate enthalten sind. Diese werden als Granat-Pyroxenit bezeichnet, also einem Gestein, das vorwiegend aus Granat und Klinopyroxen besteht. Diese Zusammensetzung unterscheidet sich im Verhältnis von Gesteinen im Erdmantel, die vorwiegend aus Peridotiten bestehen.
Ji und Dasgupta führten Experimente durch, die den Bedingungen des Mondmantels entsprachen und erhitzten irdische Gesteinsproben sowie künstliches Material Das Ergebnis zeigte Schmelzen, in denen Granat und Klinopyroxen zusammen mit der Schmelze im Gleichgewicht stehen und deren Zusammensetzung gut zur Chemie der Chang’e 5 Basalte passt.
Quelle: Ji, D. und Dasgupta, R. (2026): Garnet pyroxenite at mid-mantle depths as a source of young lunar magmatism. In: Earth and Planetary Science Letters, Vol. 690, doi: 10.1016/j.epsl.2026.120133
steine-und-minerale.de | 10.07.2026