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Väyreynenit

Väyreynenit – Ein seltenes Phosphatmineral

Das Mineral Väyrynenit wurde erstmals im Jahr 1939 von Oleg von Knorring (1915 bis 1994), einem russischen Mineralogen, im Viitaniemi-Pegmatit bei Eräjärvi in Finnland entdeckt. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte jedoch erst 1954 durch Alex Alexis von Volborth (1924 bis 2009) und Erika Stradner.

Benannt wurde Väyrynenit zu Ehren des finnischen Geologen und Mineralogen Heikki Allan Väyrynen (1888 bis 1956), Professor an der Technischen Hochschule in Helsinki, der sich besonders um die Erforschung der finnischen Geologie verdient gemacht hatte.


Die Eigenschaften von Väyrynenit

Väyrynenit, den Alex Alexis von Volborth in seiner Erstbeschreibung noch als ein „rein rotes Mineral“ mit „hohem Mangangehalt“ charakterisierte, zeigt sich heute in einer größeren farblichen Vielfalt. Neben dem typischen Rot bis Himbeerrot können auch orangerote, braunrote oder grünliche Varianten auftreten. Diese Farbabweichungen entstehen entweder durch die Aufnahme von Fremdatomen wie Fluor oder zweiwertigem Eisen in das Kristallgitter oder durch Einschlüsse anderer Mineralien. Häufig handelt es sich dabei um Apatit, Beryllonit, Herderit, Hurlbutit oder Muskovit, die dem Mineral zusätzliche Nuancen verleihen und die farbliche Erscheinung variieren lassen.

Tab. 1: Die Eigenschaften von Väyrynenit
EigenschaftBeschreibung
Chemische Zusammensetzung BeMn2+(PO4)(OH) | Mangan-Beryllium-Phosphat
Mineralklasse Phosphate
Kristallsystem
  • monoklin
  • kurz- bis langprismatische Kristalle
  • körnige bis massige Aggregate
Farbe rot, rosa, lachsfarben, orangerot, braunrot, grüngelb, hellgrau
Strichfarbe weiß
Glanz harz- bis glasartig
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Bruch uneben, spröde
Spaltbarkeit richtungsabhängig: sehr vollkommen, gut, undeutlich
Mohshärte 5,5
Dichte 3,22 g/cm³


Entstehung und Verbreitung von Väyrynenit

Väyrynenit ist ein seltenes Phosphatmineral, das typischerweise in Lithium-Cäsium-Tantal-Pegmatiten entsteht. An der Typlokalität im Viitaniemi‑Pegmatit bei Orivesi, Finnland, ist Väyrynenit in einer späten hydrothermalen Umwandlungszone entstanden – meist aus den Mineralen Beryllonit über Hurlbutit zu Herderit – und markiert den Endpunkt dieser Serie bei besonders manganreichen, hydrothermalen Lösungen.
An anderen Standorten ist Väyrynenit als Alterationsprodukt von Beryll, Triplit oder Triphylin in Granitpegmatiten hervorgegangen.

Je nach Standort ist Väyrynenit unter anderem mit Amblygonit, Beryllonit, Eosphorit, Fluorapatit, Gilbertit/Glimmer, Herderit, Hurlbutit, Mikroklin/Feldspat, Morganit/Beryll, Quarz und Topas vergesellschaftet.

Neben der Typlokalität in Finnland gibt es auch einzelne Vorkommen in Schweden, Spanien, Portugal, Russland, Kasachstan, Pakistan, Afghanistan, China und in den USA. Im Herbst 2024 wurde zudem ein neuer Fundort in Nigeria nahe der Stadt Keffi entdeckt.


Bedeutung und Verwendung von Väyrynenit

Aufgrund der extrem seltenen Vorkommen ist Väyrynenit von keinerlei wirtschaftliche Bedeutung. Für Sammlungen wird Väyrynenit gelegentlich facettiert. Die geschliffenen Steine sind jedoch von sehr geringer Größe und überschreiten in der Regel nicht ein Karat (0,2 g). Unter den weltweit bekannten Fundorten haben sich vor allem die Kristalle aus Pakistan als schleifwürdig erwiesen. Ähnliches zeichnet sich aktuell bei den Exemplaren aus Nigeria aus, die bis zu 2,45 Karat schwer sein können.


Nachweis von Väyrynenit

Väyrynenit ist sowohl in Salzsäure wie auch in Schwefel- und Salpetersäure löslich.


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Quellen:

Autor: (steine-und-minerale.de)

Letzte Aktualisierung: 04.09.2025

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