Antlerit
Antlerit - ein Kupfersulfat
Antlerit ist ein sekundäres Kupfermineral, das durch seine leuchtend grünen Kristalle schnell auffällt und nicht selten mit Brochantit verwechselt wird. Es ist ein recht seltenes Mineral, das weltweit nur von recht wenigen Fundorten beschrieben wurde.
Das zu den Kupfersulfaten gehörende Mineral wurde erstmals 1889 vom US-amerikanischen Chemiker und Mineralogen William Francis Hillebrand beschrieben. Der Erstfund des grünlichen Kupferminerals stammt aus der Antler Mine, die sich in den Hualapai Mountains im US-Bundesstaat Arizona befindet. Die Antler Mine ist damit auch gleichzeitig Typlokalität. Interessanterweise beschrieb 1886 Karl August Weisbach ebenfalls den Antlerit, den er jedoch zur damaligen Zeit als Klinoklas bezeichnete (Anmerkung: Dieser hat nichts mit dem heutigen Klinoklas zu tun).
Eigenschaften von Antlerit
Antlerit ist ein typisches und basisches Kupfersulfat bzw. Kupfer-Hydroxylsulfat. Auch wenn es eher selten vorkommt, bildet es an seinen typischen Fundorten meist große Mengen.
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Chemische Zusammensetzung | Cu3(SO4)(OH)4 |
| Mineralklasse | Sulfate, Selenate, Tellurate, Chromate, Molybdate und Wolframate |
| Kristallsystem |
|
| Farbe | hellgrün, smaragdgrün, dunkelgrün bis schwarzgrün |
| Strichfarbe | blassgrün |
| Glanz | glasartig |
| Transparenz | durchscheinend bis durchsichtig |
| Bruch | uneben bis muschelig |
| Spaltbarkeit | vollkommen nach {010}, unvollkommen nach {100} |
| Mohshärte | 3 bis 3,5 |
| Dichte | 3,88 bis 3,93 g/cm³ |
Das Mineral kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und bildet meist dicktafelige Kristalle, die bis zu 2 Zentimeter groß wachsen können. Oft sind die Kristalle kurzprismatisch. Diese können allerdings auch faserig, filzig oder sogar pulverig und erdig sein.
Antlerit bildet smaragdgrüne bis dunkelgrüne Kristalle aus und zeigt eine hellgrüne Strichfarbe. Es ist transparent und hat einen ausgeprägten Glasglanz. Die Härte wird mit 3 bis 3,5 auf der Mohsskala beschrieben.
Chemische Eigenschaften
Antlerit wird in der Klasse wasserfreie Sulfate eingeordnet. Es hat außer Kupfer keine weiteren metallischen Bestandteile. Das Mineral ist in verdünnten Säuren (z.B. Schwefelsäure) löslich. Interessant ist, dass sich Antlerit bei längerer Feuchtigkeitszufuhr und nachlassender Säurekonzentration in das weniger saure und stabilere Brochantit umwandelt.
Entstehung und Vorkommen von Antlerit
Das Kupfermineral ist ein typisches Sekundärmineral und entsteht in der Verwitterungs- bzw. Oxidationszone kupferführender Erzlagerstätten. Es braucht ein sehr saures Milieu und vor allem wasserarme Bedingungen für seine Entstehung.
Bei der Entstehung selbst wird zunächst Kupfer durch die Oxidation primärer Kupfersulfide freigesetzt. Typische Kupfersulfide sind beispielsweise Chalkopyrit, Buntkupferkies (Bornit) oder Chalkosin. Das Schwefel selbst wird dabei zu Sulfat oxidiert. Sowie Hydroxidionen vorkommen, scheidet sich aus den kupferhaltigen Lösungen Antlerit ab.
In historischen Kupferschlacken wie sie z.B. häufig in Deutschland, Italien oder auch in Griechenland vorkommen, kann sich Antlerit als sekundäre Neubildung auskristallieren. Das Mineral kann daher oft in den Schlackehalden des Mannsfelder Landes sowie im Harz finden. Bekannt ist Antlerit auch aus den historischen Halden von Laurion in Griechenland.
Natürliche Vorkommen wurden u.a. aus Chile bei Antofagasta (u.a. Chuquicamata Mine), den USA (vor allem nahe Phoenix), in Australien in Queensland, aber auch in Deutschland z.B. in der Grube Clara sowie in Sachsen bei Zwickau.
Bedeutung und Verwendung
Antlerit ist lokal als Kupfererz von Bedeutung. Vor allem in der Chuquicamata-Mine, welches als eines der größten Kupferbergwerke der Welt gilt, kommen große Mengen des Kupfersulfats vor. Andere wirtschaftlich bedeutende Vorkommen von Antlerit sind nicht bekannt.
In einigen Ländern (darunter Deutschland) wird Antlerit als Lagerstättenindikator genutzt. Dort wo das Mineral vorkommt, kann auf ein saures, sulfatreiches und trockenes Verwitterungsmilieu geschlossen werden.
Bedeutung hat es vorwiegend als Sammlungsmineral. Sammler und Sammlerinnen schätzen vor allem die gut ausgebildeten und ästhetisch anspruchsvollen Kristalle. Exemplare mit Kristallen über einem Zentimeter sind äußerst selten, entsprechend begehrt und sehr teuer. Etwas häufiger ist Antlerit daher als Micromount oder Kleinstufe zu finden, bei denen gut ausgebildete Kristalle mit einer Lupe oder einem Mikroskop bestaunt werden können.
Quellen:
- Palache, C. (1939): Antlerite. IN: American Mineralogist, Vol. 24, Nr. 5, S. 293–299.
- Richmond, W. E. (1939): X-ray study of antlerite. IN: American Mineralogist, Vol. 24, Nr. 5, S. 300.
- Jarrell, O. W. (1939): Occurrence of antlerite at Chuquicamata; Note. IN: American Mineralogist, Vol. 24, Nr. 5, S. 301.
- Hawthorne, F. C., Groat, L. A. & Eby, R. K. (1989): Antlerite, Cu3SO4(OH)4, a heteropolyhedral wallpaper structure. IN: The Canadian Mineralogist, Vol. 27, S. 205–210.
- Antlerite | mindat.org

