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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 02.09.2021


Theumaer Schiefer

Theumaer Schiefer - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

Der Fruchtschiefer von Theuma

Bei genauerer Betrachtung von Fruchtschiefer fallen viele kleinere dunklere Zeichnungen auf, die aufgrund der Form und Größe an Getreide- oder Reiskörner erinnern, die sog. Früchte jener Pflanzen, - daher im Zusammenspiel mit dem schiefrigen Gefüge der Name Fruchtschiefer.


Eigenschaften von Theumaer Fruchtschiefer

Definition: Der Fruchtschiefer von Theuma ist ein Schiefer, der zur Gruppe der metamorphen Gesteine zählt und in Theuma im Vogtland/Sachsen abgebaut wird.

Der Fruchtschiefer von Theuma besteht genau wie andere Fruchtschiefer auch hauptsächlich mit einem Anteil von bis zu 65 Prozent aus den Glimmermineralien Serizit, Biotit und Muskovit, denen wiederum auch der schimmernde Charakter des Fruchtschiefers zuzuschreiben ist.

Zudem enthält Fruchtschiefer bis zu 20 Prozent die Mineralien Cordierit, Quarz, Hornblende und Feldspat.

Das für den Namen ausschlaggebende Mineral im Fruchtschiefer von Theuma ist Coriderit, das sich im Schiefer in Form von dunkelgrauen bis blaugrauen, reiskorngroßen Kristallen zeigt.

Die Farbe vom Theumaer Fruchtschiefer ist dunkel und reicht von grau, blaugrün bis grünlich-grau.

Das Gefüge von Fruchtschiefer ist schiefrig, d.h., das Gestein ist plattenartig aufgebaut und lässt sich in feine Platten zerlegen. Die Gemengteile – die gesteinsaufbauenden Mineralien – sind eingeregelt, lediglich der Cordierit ist wahllos angeordnet vorhanden.

Die Dichte von Fruchtschiefer beträgt 2,74 g/cm3.


Entstehung vom Fruchtschiefer von Theuma

Der Theuamer Fruchtschiefer entstand im Oberkarbon vor etwa 300 Millionen Jahren im Zuge der Kontaktmetamorphose.

Das Ausgangsgestein von Fruchtschiefer sind Tonsteine, die durch den Kontakt mit aus dem Erdinneren aufdringenden Magmen im Mineralbestand und Gefüge sichtbar verändert wurden.

Die Druck- und Temperaturverhältnisse (ca. 500 °C) waren zum Zeitpunkt der Entstehung vergleichsweise niedriggradig (siehe: Die Entstehung von Gesteinen).

Das Zeugnis der Metamorphose sind neu entstandene Mineralien metamorphosen Ursprungs, allen voran diverse Glimmer und Cordierit, sowie der schieferige Charakter von Fruchtschiefer.


Bedeutung und Verwendung von Fruchtschiefer

Fruchtschiefer zeichnet sich durch eine hohe Verwitterungsstabilität und Farbbeständigkeit aus. Deshalb wird das Gestein für die Gestaltung von Fassaden wie auch als Gestein für Bodenplatten, Arbeitsplatten, Säulen, Mauerstein und Treppenstufen verwendet.


Auch interessant:

Quellen:
⇒ Naumann, C. F. (1850): Thonschiefer - Fleckschiefer. IN: Lehrbuch der Geognosie. 1. Band
⇒ Reuß, F. A. (1802): Gattung Thonschiefer. IN: Lehrbuch der Mineralogie, Zweiten Theiles zweiter Band
⇒ Gutbier, C. A. (1834): Geognostische Beschreibung des Zwickauer Schwarzkohlengebirges und seiner Umgebungen
⇒ Kersten, K. M. (1844): Chemische Untersuchung der Substanz der schwärzlich-braunen Concretionen im Fruchtschiefer. IN: Journal für praktische Chemie, herausgegeben von Otto Linné Erdmann und Richard Felix Marchand, 31. Band
⇒ Murawski, H. (2017): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München

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