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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 13.11.2020


Pinolith

Pinolith - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

Pinolith, oder der Eisblumenstein

Eine der ältesten Beschreibungen von Pinolith geht auf den österreichischen Mineralogen und Geologen Johann Rumpf (1841 bis 1923) zurück. In seinen Ausführungen „Der Pinolith aus dem Sunk und von Wald in Steiermark und vom Semmering in Nieder-Österreich“ befasst sich Rumpf 1874 ausführlich mit dem Aussehen, der Zusammensetzung und den Vorkommen von Pinolith.

Rumpf war seinerzeit der Meinung, dass Pinolith ein Gemenge von Magnesit in einer Tonschiefermatrix ist. Dem aktuellen Forschungsstand zufolge handelt es sich bei Pinolith um Magnesit eingebettet in graphithaltigen Dolomit.

Der Name Pinolith steht in direktem Zusammenhang mit dem Aussehen des Gesteins. Die weißen, deutlich aus der dunkleren Matrix hervorstechenden Magnesitkristalle erinnern entfernt an Pinienkerne. Abgeleitet von der botanischen Bezeichnung Pinus pinea wird Pinolith wortwörtlich mit Pinienstein übersetzt.

Alternativ wird Pinolith im Handel auch als Eisblumenstein oder Eisblumenmagnesit verkauft. Die Anordnung der Magnesitkristalle ist derart mannigfaltig, dass diese ebenso den Eindruck erwecken, auf der dunklen Gesteinsmasse würden angefrostete Eisblumen wachsen.


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1. Pinolith-Scheibenstein, 2. Pinolith als Rohstein

Eigenschaften von Pinolith

Pinolith wird als ein Gemenge des Minerals Magnesit und des Sedimentgesteins Dolomit, das graphithaltig ist, definiert.

Die Grundfarbe von Pinolith ist dunkel: grau bis schwarz und auf die graphithaltige Zusammensetzung zurückzuführen – durchsetzt von weißen Mineralausbildungen, die der Form von Reiskörnern oder Pinienkernen gleichen, aber auch von blütenartiger Struktur, runder oder ovaler Gestalt sein können und Pinolith ein marmoriertes Aussehen verleihen, oder wie Rumpf 1874 schreibt: „Magnesitkrystalle erscheinen stets als flache, meist schwach sattelförmig gebogene Linsen, und finden sich nicht zerstreut, sondern einander vielseitig berührend, oder fächer-, bündel-, staudenförmig gruppirt und verwachsen“.

Die Mohshärte von Pinolith beträgt 3,5 bis 4 auf der 10-stufigen Skala der Härte von Mineralien und Gesteinen nach dem deutschen Mineralogen Friedrich Mohs (1773 bis 1839) und gilt damit als mittelhartes Gestein.


Verbreitung und Entstehung von Pinolith

Pinolith ist ein Gestein sedimentären Ursprungs. Die chemischen Bestandteile von Dolomit lagen zunächst gelöst im Meerwasser vor. Im Zuge der Verdunstung kam es zur Ausfällung des gleichnamigen Minerals Dolomit und später – unter der Auflast weiterer Sedimente – zur Verdichtung als Dolomit-Gestein.
In der Regel ist Dolomit von heller Farbe, durch „Verunreinigungen“ mit Bitumen oder anderen Mineralien, hier: Graphit, kann die Farbe variieren.

Das Magnesium des enthaltenen Magnesits wiederum wurde vom Meerwasser geliefert. Die Formenvielfalt der Magnesitkristalle im Pinolith spricht für ein ungehindertes Kristallwachstum, d.h. Störende oder das Wachstum der Kristalle begrenzende Einflüsse waren zum Zeitpunkt der Entstehung nicht gegeben.

Eines der weltweit bekanntesten Pinolith-Vorkommen befindet sich in der Steiermark/Österreich. Weitere Vorkommen wurden in Skandinavien, Russland, Italien, Griechenland und China dokumentiert.


Bedeutung und Verwendung von Pinolith

Pinolith ist seit jeher ein begehrter Naturstein, der aufgrund der dekorativen Zeichnungen zu Arbeitsplatten, Bodenfliesen oder Treppen verarbeitet wird.
In der Schmuckbranche findet sich Pinolith ebenfalls wieder, wobei hier auf Glattschliffe (z.B. Trommelsteine, Donuts, Cabochons) gesetzt wird, um die grau-schwarz-weiße Musterung von Pinolith hervorzuheben.
Die Alternativheilkunde hat Pinolith auch für sich entdeckt und bietet Pinolith als Heilstein an, ohne dass in wissenschaftlichen Untersuchungen die Heilwirkung von Pinolith bestätigt werden konnte.


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Quellen:
⇒ Rumpf, J, (1874): Der Pinolit aus dem Sunk und von Wald in Steiermark und vom Semmering in Nieder-Österreich. IN: Mineralogische Mittheilungen. Gesammelt von Gustav Tschermak. Jahrgang 1874

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