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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 13.03.2020


Perlite

Perlite - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: perlite | französisch: perlite

Perlit

Perlite - Vulkanische Gläser

Der Name Perlit (Plural Perlite) ist dem französischen Mineralogen François Sulpice Beudant (1787 bis 1850) zu verdanken. Im Rahmen seiner Aufzeichnungen zum Thema „Voyage mineralogique et géologique en Hongrie“ entstand 1822 der Name Perlit, da ihn der perlenartige Glanz und das Aussehen von geblähtem Perlit an „echte“ Perlen erinnerte.


Eigenschaften von Perliten

Perlite werden in der Geologie als magmatische Gesteine definiert, die an der Erdoberfläche entstanden sind (Extrusiva, extrusive Gesteine).
In der weiteren Unterteilung werden Perlite den vulkanischen Gläsern zugeordnet, genau wie bspw.

Im Gegensatz zu anderen Gesteinen wie Travertin, Granit, Gneis, Marmor, Sandstein oder Kalkstein erkennt man bei Perlit und anderen Vulkangläsern keine einzelnen Mineralien, auch nicht unter mikroskopischer Vergrößerung. Der Grund: die gesteinsbildenden Mineralien liegen in amorpher Form vor, eine Kristallstruktur wurde nicht ausgebildet. Lediglich im Zuge der fortschreitenden Entglasung sind Kristalle von Quarz, Feldspat und Cristobalit zu sehen.

Perlite weisen einen silikatischen Chemismus auf und enthalten bis zu 2 Prozent Kristallwasser.



Entstehung und Verbreitung von Perlit

Perlite sind das Resultat der Verwitterung von vulkanischen Gläsern, bei der das Gestein, bspw. Obsidian oder Pechstein, zunächst an Kristallwasser verliert, sodass erste Spannungsrisse auftreten. Im Laufe der Zeit und anhaltender Verwitterung wird das Gestein förmlich auseinander gesprengt, sodass kleine Scherben, Kugel oder Perlen entstehen, deren Größe kaum die einer Erbse übersteigt.

Perlite werden vor allem in Griechenland, der Türkei, in Japan und in den USA abgebaut.


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Verwendung von Perlit

Perlite werden im Handel vorzugsweise in der geblähten Version angeboten. Dazu werden Perlite schlagartig auf 900 °C erhitzt – einhergehend mit der Entwässerung des Gesteins und der Zunahme des Volumens gegenüber dem Ausgangsmaterial um bis zu 20 Prozent.

Die Einsatzmöglichkeiten von Perliten sind vielseitig und vielgesichtig:

  • Dämmstoff, Isolierung und Wärmedämmung beim Hausbau, ist feuerfest
  • feuchtigkeitsresistenter Zuschlagstoff in Lacken, Farben und Putz
  • Putzkörper in Zahnpasta (unter Ingredients als Perlite zu finden)
  • Inhaltsstoff von Deo (teilweise unter dem Begriff Mineralit), das den Schweiß aufsaugt

Anzuchtsubstrat mit Perlit

Perlite haben sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Anzuchtsubstrat gemacht, das eine gute Drainage ermöglicht und das nicht zum Schimmeln neigt.


Perlite als Bodenverbesserer

Gepoppte Perlite finden auch immer mehr Verwendung als Zuschlagstoff in Erden, die sowohl im Garten wie in der Topfkultur Verwendung findet. Perlite im Boden fördern die Durchlüftung des Bodens, verhindern aufgrund der Fähigkeit der Wasseraufnahme Staunässe und dienen gleichzeitig als Wasserspeicher.


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Quellen:
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
duenger-und-erde.de - Zuschlagstoff Perlit
- www.mii.org

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