Logo

Peridotit Mineralien-Steckbrief

In unserer Gesteins- und Mineraliendatenbank erhalten Sie Informationen zu den wichtigsten Exemplaren. Die Steckbriefe sind thematisch und alphabetisch kategorisiert. Wir sind bestrebt die Anzahl der Einträge zu erweitern und nehmen gern Vorschläge von unseren Lesern entgegen.

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 




Peridotit - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: peridotite | französisch: péridotite


Der Name Peridotit wurde 1887 von Karl Heinrich Ferdinand Rosenbusch (1836 bis 1914), seines Zeichens Geologe aus Deutschland, geprägt. Er benannte das Gestein nach dem im Gestein vorherrschenden Olivinmineral Peridot Peridotit.


Eigenschaften von Peridotit

Definition Peridotit: Peridotit ist der Name einer Reihe von intrusiven, magmatischen Gesteinen mit ultrabasischer bis basischer Klassifikation, die über bestimmte Gehalte an Olivin und Pyroxenen definiert werden.
Die Farbe von Peridotiten variiert zwischen hell-, mittel- bis dunkelgrün und schwarz. Durch Verwitterung der eisenhaltigen Bestandteile können Peridotite auch bräunlich sein.
Ausschlaggebend für die Farbe von Peridotit sind die mafischen Minerale des Gesteins. Als Hauptgemengteile sind Klino- und Orthopyroxene wie Diopsid, Enstatit, Bronzit und Hypersthen und Olivine, insbesondere Forsterit, enthalten. Der Anteil an Olivinmineralen im Peridotit kann bis zu 100 % betragen, die Pyroxen-Anteile schwanken von 40 bis 60 %. Nebengemengteile sind neben Amphibolen und Glimmer, hier speziell Phlogopit, auch Chromit, Magnetit, Serpentin und Granat.
Entsprechend des Verhältnisses von Olivin zu Pyroxenen werden folgende Varietäten unterschieden: Lherzolith, Harzburgit, Dunit und Wehrlit.
Die Korngröße von Peridotit ist mittel- bis grobkörnig, erinnert bisweilen an Zuckerkörner. Das Gestein tritt massig mit richtungslosen Gemengteilen auf, kann aber auch eine leicht schiefrige Textur aufweisen, deren aufbauenden Minerale eingeregelt sind.
Die Dichte beträgt 3,3 bis 3,5 g/cm3.


Entstehung und Verbreitung von Peridotit

Peridotit ist ein Gestein, das sich als Plutonit im Erdmantel bildet und anteilmäßig das häufigste Gestein in selbigem ist.
Infolge von metamorphen Vorgängen kann sich die Farbe des Gesteins ändern – während frische Peridotite von grüner Farbe sind, nehmen metamorphisierte Peridotite eine dunklere bis schwarze Farbe an. Grund dafür ist der Vorgang der Serpentinisierung, bei der Olivine unter Wasserzufuhr bei Temperaturen zwischen 500 und 600°C in dunklere Serpentine umgewandelt werden.
Als Tiefengestein gelangen Peridotite schließlich durch tektonische und/oder vulkanische Prozesse an die Erdoberfläche, sind dann z.B. als Xenolith in magmatischen Gesteinen wie Basalt enthalten.
Die Vorkommen von Peridotit erstrecken sich über weite Teile der Erde. Angefangen von Norwegen, Schweden und Finnland über Eifel, Schwarzwald, Harz, Odenwald/Deutschland; Niederschlesien/Polen; Tschechien, Slowakei; Jakutien, Ural, Kamtschatka, Kurialen/Russland; Pyrenäen/Frankreich; Tessin/Schweiz; Österreich; Trentino-Südtirol/Italien; Andalusien/Spanien; Türkei; Zimbabwe; Südafrika; Oman; Malaysia; Molukken/Indonesien; Philippinen; Japan; China; Neuseeland; Tasmanien/Australien; West- und Ostküste von Kanada und den USA.


Bedeutung und Verwendung von Peridotit

Aufgrund der hohen Gehalte an Erzen wie bspw. Platin und Chrom sowie Edelsteinen wie Granat wird Peridotit zum Abbau selbiger genutzt. Derzeit in Diskussion sind Peridotite, um Kohlenstoffdioxid zu binden, insofern das Gestein mit dem Gas reagiert und innerhalb von Jahrtausenden karbonathaltige Gesteine bildet.
Weiterhin wird das Gestein in der Innenraumgestaltung eingesetzt – als Wandverkleidung, Arbeitsplatte oder Bodenbelag.


Werbung: Peridotit kaufen - Unsere Empfehlung

*

Siehe auch:
Serpentinit
Meteoriten
Gestein des Jahres


Quellen:
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München*
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Okrusch, M. und S. Matthes (2009): Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. Springer Verlag Berlin Heidelberg

Letzte Aktualisierung: 11. Oktober 2019

Steine schleifen mit Profimaschinen

Börsenkalender

Mineralienboersen Kalender
Hier gelangen Sie direkt zum Börsenkalender

Unsere Buchmpfehlung

Der neue Kosmos-Mineralienführer: 700 Mineralien, Edelsteine und Gesteine

Kosmos Mineralienführer

Mehr Details


angeboten bei Amazon

Mineralien-Steckbriefe