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Autor: (steine-und-minerale.de) | Letzte Aktualisierung: 14.02.2020


Obsidian

Obsidian - Eigenschaften, Entstehung und Verwendung

englisch: obsidian | französisch: obsidienne


Obsidian - Das schwarze Vulkanglas

Inhaltsverzeichnis


obsidian_ - Mineral und Kristalle
Obsidian

Das Gestein Obsidian wurde nach einem Römer namens Obsius benannt. Er entdeckte in der Antike das Gestein in Äthiopien.


Eigenschaften von Obsidian

Definition: Obsidian ist ein magmatisches Gestein extrusiver Herkunft, das den vulkanischen Gläsern zugeordnet wird.
Die Farbe von Obsidian ist vor allem schwarz - bedingt durch die hohen Gehalten an eisenhaltigen Mineralen wie Hämatit und Magnetit. Durch Beimengungen verschiedener Elemente kann das Gestein aber auch dunkelgrün, dunkelbraun, goldbraun (Regenbogenobsidian/Goldobsidian), silbrig grau (Silberobsidian) oder rot gefärbt sein. Die Strichfarbe ist dennoch bei allen Farben weiß bis hellgelb.
Obsidian zählt zu den sauren, kieselsäurereichen (bis zu 70 % Kieselsäure) Gesteinen. Trachytische, adamitische und phonolithische Obsidiane, die sich durch einen geringeren Kieselsäuregehalt auszeichnen, sind grundsätzlich möglich, gegenüber rhyolithischen, kieselsäurereichem Obsidian aber vergleichsweise selten. Mit weniger als einem Prozent ist zudem Kristallwasser auch an der Zusammensetzung beteiligt. Mitunter enthält Obsidian Quarz- und Feldspatkristalle als Einschlüsse.
Das Gefüge von Obsidian ist kompakt und glasartig, d.h. eine Kristallstruktur der aufbauenden Minerale ist nicht vorhanden. Das amorphe Gestein entglast jedoch über Jahrtausende hinweg, indem zunächst strahlenförmige Kristalle – Sphärolithe – ausgebildet werden, die an weiße Schneeflöckchen (Schneeflockenobsidian) erinnern und später auf diese Weise durch fortschreitende Alterung Pechstein entsteht.
Die fortschreitende Kristallisation bzw. Entglasung von Obsidian und damit auch die Alterung des Gesteins kann man anhand der Sphärolithe erkennen, die in Form weißer, unregelmäßig begrenzter Flecken - den sogenannten Schneeflocken - im Obsidian sichtbar werden.
Der Glanz von Obsidianen ist glasartig und mit einer Mohshärte von 5 bis 5,5 gilt Obsidian als ein relativ hartes Gestein, dessen Bruch muschelig und sehr scharfkantig ist. Die Spaltbarkeit ist nicht gegeben. Die Transparenz ist undurchsichtig, an Gesteinskanten hingegen ist die Transparenz durchscheinend. Die Dichte beträgt 2,5 bis 2,6.g/cm3


Varietäten von Obsidian

  • Schneeflockenobsidian: schwarze Grundmasse mit weißen, schneeflockenartigen Zeichnungen
  • Goldobsidian: Gold schimmernder Obsidian
  • Silberobsidian: silbrig-grau schimmernder Obsidian
  • Regenbogenobsidian: blaugrauer, dunkelgrauer bis schwarzer Obsidian mit regenbogenfarbenem Schiller


obsidian- - Aufnahme des Minerals
Obsidian mit beginnender Kristallisation

Entstehung und Verbreitung von Obsidian

Obsidian als Gestein magmatischen Ursprungs entsteht als Folge der sehr zügigen Abkühlung von Lava, bspw. bei großen Unterschieden der Temperatur von Lava und Luft oder wenn Lava im Wasser schlagartig erkaltet. Die flüssige Gesteinsschmelze verfestigt sich derart schnell, dass eine Kristallisation der gesteinsbildenden Minerale nicht möglich ist, aber dass dennoch ein glasartiges, strukturloses und festes Gefüge ausgebildet wird.
Die Bildung von Obsidianen ist immer an Vulkane gebunden. Aus diesem Grund kommen vulkanische Gläser auch als krustiger Überzug auf vielen Lavaströmen vor - sowohl an der Erdoberfläche als auch untermeerisch, als Auswurf bei Eruptionen oder als Hülle von Vulkandomen.
Zahlreiche Obsidianvorkommen wurden in Anatolien/Türkei; Indonesien; Japan; Island; Lipämische Inseln/Italien; Wyoming, Neu Mexiko, Utah, Texas, Hawaii/USA; Griechenland; Armenien; Neuseeland; Kamtschatka/Russland; Ecuador; Guatemala und Ungarn beschrieben.


Obsidian in Deutschland

Die einzigen Obsidian-Vorkommen in Deutschland befinden sich in der Umgebung von Baden-Baden in Baden-Württemberg.


Verwendung und Bedeutung von Obsidian

Aufgrund des kompakten Charakters des Gesteins und den scharfen Bruchkanten von bearbeiteten Obsidianen wurde das Gesteinsglas bereits in der Frühgeschichte der Menschheit als Waffe und Werkzeug zum Schneiden genutzt. Heute dient Obsidian als Material für Gegenstände des Kunsthandwerks sowie für Skulpturen, und wird in der Bauindustrie pulverisiert als Material für die Herstellung von Mineralwolle verwendet.


Obsidian und Schmuck

Bei der Verarbeitung von Obsidian zu Schmuck wird auf facettenreiche Schliffe verzichtet. Für den schwarzen Stein mit der undurchsichtigen Transparenz und Schneeflöckchenzeichnungen werden vor allem Glattschliffe angewendet - Cabochons: oval oder rund gearbeitet, tropfenförmig oder leicht eckig.


Heilstein Obsidian

Obsidian wird zudem als Heilstein verkauft, von dem die Anbieter positive Auswirkungen auf die seelische und körperliche Gesundheit versprechen.
In klinischen Untersuchungen konnte die Heilwirkung von Obsidian jedoch nicht bewiesen werden.



Obsidian und Verwechslungen

Aufgrund der optischen Ähnlichkeit - bezogen auf die Farbe und den Glanz - kann Obsidian mit Pechstein, Onyx und Schörl verwechselt werden.


obsidian Foto
Schneeflockenobsidian

Nachweis von Obsidian

Obsidiane weisen keine Fluoreszenz auf.


Obsidian - Unsere Empfehlung*



Siehe auch:
Pechstein und Obsidian unterscheiden
Schwarze Diamanten - Fancy Diamanten
Schwarzer Turmalin


Quellen:
⇒ Bauer, J.; Tvrz, F. (1993): Der Kosmos-Mineralienführer. Mineralien Gesteine Edelsteine. Ein Bestimmungsbuch mit 576 Farbfotos. Gondrom Verlag GmbH Bindlach
⇒ Pellant, C. (1994): Steine und Minerale. Ravensburger Naturführer. Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
⇒ Schumann, W. (1991): Mineralien Gesteine – Merkmale, Vorkommen und Verwendung. BLV Naturführer. BLV Verlagsgesellschaft mbH München
⇒ Maresch, W., Medenbach, O.; Trochim, H.-D. (1987): Die farbigen Naturführer Gesteine. Mosaik Verlag GmbH München
⇒ Murawski, H. (1992): Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Enke Verlag Stuttgart
⇒ Schumann, W. (1992): Edelsteine und Schmucksteine: alle Edel- und Schmucksteine der Welt; 1500 Einzelstücke. BLV Bestimmungsbuch, BLV Verlagsgesellschaft mbH München

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Letzte Aktualisierung: 14. Februar 2020

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